Archiv 30. Aug. 2004

Berlinerin klagt in Karlsruhe gegen Hartz

Aber laut Wolfgang und dem Bundesgerd ist das ja alles ganz in Ordnung. Wie weit die von der Realität weg sind ist schon garnicht mehr messbar ...

Das Erschreckende daran ist nur, das es diesem Haufen in der Opposition noch lange nicht genug ist, was da zerschlagen wird. Wir können uns also nach der nächsten Wahl auf eine weitere Runde Porzellanzerschlagens einrichten. So lange, bis die Arbeitslosen und Sozialhilfeempfänger, die Asylanten und andere laut unseren elitären Politikern nicht vollwertigen Mitgliedern der Gesellschaft da sind, wo sie diese Elite gerne hätte: ganz unten im Dreck.

Bei Pepilog - Berlinerin klagt in Karlsruhe gegen Hartz gibts den Originalartikel.

Io - nette kleine protypbasierte objektorientierte Programmiersprache

Powerbook: 1, God: 0

What can we learn from this? In a kickboxing match between Jesus and Jobs, Steve would win. -

Teufelsgrinsen

Bei Gizmodo gibts den Originalartikel.

Raser unter sich

Komisch. Bei all dem Gejammer über ungerechtfertigte Messungen und Radarfallen fehlt mir ein wesentlicher Hinweis, wie man Knöllchen beim Fahren umgehen kann: einfach nach den Verkehrsschildern richten. Klar, es werden Schilder geändert, Verkehrsführung wird geändert und manches Schild ist nicht notwendig. So what? Einfach an die vorgegebene Geschwindigkeitsbegrenzung halten und gut ist. Irgendwie kann ich da absolut kein Problem erkennen. Probleme hat nur der, der gegen die Geschwindigkeitsbegrenzung verstossen hat. Wozu man dann über die Sinnhaftigkeit der Begrenzung diskutieren muss (womöglich noch mit dem Polizisten, der eh schon genervt ist und einem das Knöllchen ausstellt), ist mir schleierhaft.

Aber die Freiheit der Deutschen definiert sich ja über die Raserei auf der Autobahn. Sozialgesetze können demontiert werden, Steuern erhöht (ausser natürlich der Benzinsteuer), Bürgerrechte beschnitten werden - alles wurscht, Hauptsache Tempo 130 auf der Autobahn kommt nicht.

Bei Telepolis News (30.08.2004) gibts den Originalartikel.

Sony Announces 7 Megapixel Cyber-shot DSC-V3

Klingt ja ganz nett und sieht endlich auch mal wieder wie ein Fotoapparat aus und nicht wie ein Raumschiff - aber ich fürchte, die Kamera wird die gleichen Probleme haben, wie andere Sony Kameras mit grossen Auflösungen.

Bei PhotographyBLOG gibts den Originalartikel.

Visual Studio Magazine - Guest Opinion - Save the Hobbyist Programmer

Ein schon älterer, aber interessanter Artikel der auf ein wichtiges Problem hinweist: Hobby-Programmierer werden immer mehr ausgeschlossen aus der Erstellung von kleinen Hacks und einfachen Lösungen durch die immer komplexeren Systeminterfaces und ständigen Wechsel von APIs und Programmierwerkzeugen in der Windows Welt. Und das ist nicht nur die Windows Welt, die davon betroffen ist. Linux und OS X leiden teilweise genauso darunter.

Klar, es gibt immer noch kleine Helfer mit einfacher Programmiermöglichkeit. Oder Scriptsprachen, die leicht zu lernen und zu benutzen sind - z.B. Python. Aber das ist nicht wirklich eine Lösung für diese Bastler. Was für Hobby-Bastler früher das omnipräsente Basic war, oder zum Beispiel die - wenn auch kranke - Sprache in DBase, das fehlt heute. Kaum noch eine Programmierumgebung die nicht ohne Objektorientierten Ansatz daher kommt. Kaum noch Lösungsansätze die nicht versuchen gleich eine allgemeine Entwicklungsumgebung für komplette Programme zu sein.

Nette Ausnahmen gibts noch - FileMaker auf dem Mac versucht immer noch den Hobby-Hacker anzusprechen. Aber es stimmt trotzdem: die einfachen Einstiege werden weniger.

Selbst AppleScript ist auf dem Mac mitlerweile dermaßen komplex und überfüllt worden, das es kaum noch einem Seiteneinsteiger möglich ist damit gleich mal loszulegen. Einige Ecken von AppleScript sind selbst für alte Programmierhasen wie mich obskur und kompliziert. Dazu kommt natürlich, das es für die ganzen Scriptsprachen zwar viele tolle Möglichkeiten der Integration von Anwendungen gibt - aber gerade diese Teile ausgesprochen mies dokumentiert sind.

Um beim Beispiel AppleScript zu bleiben: zwar gibt es die Anwendungsdictionaries, in denen die AppleScript-Fähigkeit eines Programms dokumentiert wird, aber nahezu alle dort abgelegten Beschreibungen die ich bisher gelesen habe gingen davon aus, das der Nutzer schon komplettes und weitgehendes Wissen über AppleScript und die AppleScript-Strukturen hat (was sind Objekte in AppleScript, wie arbeitet man mit Containern etc.). Obwohl also diese Dictionaries genau dem Hobby-Programmierer als Startpunkt dienen könnten, werden sie von den Erstellern (und das sind die Profi-Programmierer in den Softwarehäusern) so gestaltet, das oftmals sogar nur sie selber damit was anfangen können.

Ähnlich in der Linux-Welt. TCL war mal die Standardscriptsprache für den einfachen Einstieg mit simpler Struktur, geradezu primitivster Erweiterungsschnittstelle und der Möglichkeit selbst für Nicht-Programmierer schnell zu Lösungen zu kommen. Heute besteht TCL in der Standardauslieferung (die dann netterweise oft Batteries-Included heisst - nur dummerweise fehlt die verständliche Anleitung) schon aus Bergen von Paketen, von denen eine ganze Reihe sich mit Metasprachenaspekten beschäftigen (z.B. incrTCL und den darauf und auf TK aufbauenden Widget-Libraries - herrjeh, allein in diesem kurzen Hinweis auf den Inhalt sind mehr für einen Einsteiger unverständliche Wörter drin als Füllwörter), die ein Einsteiger nie kapieren wird.

Und auf die desolate Situation unter Windows mit dem Scripting-Host und den OLE Automation Schnittstellen (oder wie auch immer die Dinger heute heissen werden) brauche ich garnicht eingehen - wer da einmal einen Versionswechsel einer Anwendung mitgemacht hat und seine komplette Lösung komplett neu schreiben durfte dank des totalen Wechsels des Scripting-Modells von zum Beispiel Access, der weiss wovon ich rede.

Letzten Endes nehmen wir (wir == professionelle Programmierer) damit den Endanwendern ein Stück Freiheit weg - die Freiheit rumzuspielen und ja, auch die Freiheit sich selbst in den Fuss zu schiessen. Und ich denke, das gerade in der Welt der freien Software die Programmierer anfangen sollten hieran wieder mal ein paar Gedanken zu verschwenden. Es ist ja nett, das nahezu jedes grössere Programm irgendeine Scripting-Sprache einbettet. Aber weniger nett ist, das nahezu garkeine dieser Einbettungen eine vernünftige Dokumentation ihrer Möglichkeiten hat und nur primitivste Beispiel sowie Komplettlösungen sehr komplexer Anwendungen als Startpunkt fürs Lernen da sind. Gerade Hobby-Programmierer lernen nun mal am einfachsten durch das Lesen vorhandener Tools. Und ja, auch ich bin da nicht unbedingt ein gutes Beispiel, denn der Python Desktop Server hat zwar eine Reihe von Erweiterbarkeiten, die auch gerade für Endanwender gedacht sind - aber auch ich hab da viel zu wenig Dokumentation geschrieben. Irgendwie schade, denn so werden viele Projekte zu inzestuösen Veranstaltungen, weil die eigentlichen Endanwender aussen vor bleiben. Nein, eine echte Lösung hab ich keine - denn gerade bei freien Projekten ist nunmal die Dokumentationserstellung ein oftmals nerviger und unbeliebter Anteil des Projektes und wird deshalb stiefmütterlich behandelt. Ausserdem sind die meisten Programmierer sowieso nicht in der Lage allgemeinverständliche Dokumentationen zu erstellen. Vielleicht ist das aber auch eine Chance für Projekte, die versuchen die Aktivität in Grossprojekten der Open Source Gemeinschaft auf bisher geringer beteiligt sind. Mir fällt da spontan debian-women ein (da Jutta sich damit derzeit beschäftigt). Denn einer stärkeren Beteiligung von Frauen wäre sicherlich auch Dokumentation und Information die nicht unbedingt einen vollausgebildeten Master-Hacker voraussetzt hilfreich. Schliesslich hat nicht jeder Mensch Lust sein ganzes Leben auf das Lernen von immer neuen APIs und Tools zu verwenden ... Hier gibts den Originalartikel.

Why Most Landscapes Suck

Wow, da war jemand aber mal richtig begeistert über Landschaftsfotografie: >Since most people have pretty bad taste, they easily mistake the cutesy postcards for good photography, especially if they are displayed as large, impeccably sharp prints. Hence the success of photographers like Alain Briot, Michael Reichmann, and Ken Rockwell. Their photography is pure Socialist Realism, only not as honest about its program -- relentlessly upbeat, eager to please, depicting the world not as it is, but as it surely should be ... and utterly devoid of power to evoke anything but the most trite and saccharine-sweet of emotions.

Ich muss aber zugeben, das ich durchaus ein Faible für die von ihm so kritisierten Postkartenmotive habe. Ich selber produziere einige davon für mich selbst. Und ich finde nix schlimmes dabei - allerdings sollte man es in Grenzen halten (der Velvia ist dann manchmal wirklich zu viel des Guten). Allerdings habe ich seit einigen Jahren dafür dann doch meistens Schwarzweissfilm in der Kamera, denn für mich ist an der Landschaft oft das Spiel des Lichtes der interessanteste Teil - und der geht bei Farbbildern oft unter. Farbbilder haben für mich eigentlich immer dokumentatorischen Charakter.

Der Artikel ist übrigens trotzdem lesenswert (oder gerade deswegen): er betrachtet den Kontext eines Fotos und die Möglichkeiten der Fotografie auf sehr interessante Weise. Fotografie steht eben selten alleine - irgendwas ist immer als Beiwerk dabei, und sei es nur der Titel.

Hier gibts den Originalartikel.

Zitat des Tages

Jau, diese abartigen Werbefuzzis, die jeden Mist verticken wollen, sind schon nervig. Teilweise so dämlich, das sie schon wieder komisch sind. Aber dieser Lottomist nervt wirklich - vor allem wenn am Ende die Drohung kommt: diese Einladung haben Sie morgen in Ihrem Briefkasten . NEIN DANKE! Ich spiele kein Lotto, ich will keine Werbung für Bürgerabzocke. Bei das Netzbuch gibts den Originalartikel.