Archiv 1. Februar 2005

Auch Affen zahlen für schöne Frauen - und als nächstes schicken die Spammer ihren Spam in die Zoologischen Gärten

Die Allmachtsphantastereien der Innenmister

Owl Content

junge welt vom 01.02.2005 - Die Datensammler flippen aus - jau, klasse Idee. Ordnungswidrigkeiten und Antiatomdemonstrationen sollen nach Beckstein, Schünemann und Schily zu gentechnischer Erfassung führen. Und weiter ab in den Polizeistaat, damit man schön die abweichenden Meinungen und das Lumpenproletariat unter Kontrolle hält. Weil dann sind wir ja alle so fürchterlich sicher.

zorniges Gesicht

Wer beschützt uns eigentlich wirksam vor durchgeknallten Politikern?

eAccelerator ist ein weiterer PHP Accelerator. Er baut auf dem Turck mmCache Source auf, ist aber aktiv in der Entwicklung.

Esser will 200.000 Euro von NRW - Millionen abzocken in dem man seine Mitarbeiter verkauft und dann noch auf Schmerzensgeld klagen. Armer, unverstandener Manager

Gizmodo : Epson HX-20 Portable Computer - ein wirklich nettes Gerät. Ich hab mir ja vor einiger Zeit auch mal einen gegönnt - als Ergänzung zu meinen zwei PX-8 Rechnern. Wirklich schnuckelig was damals so im Einsatz war. Und damit rumspielen macht einfach Spaß.

Heise.de wegen DDOS unten

Der Schockwellenreiter hat die Presseerklärung von Heise dazu. Sowas ist echt sch und ich drück den Heise-Technikern die Daumen das sie das möglichst bald in den Griff kriegen. Als Sysadmin leidet man bei sowas immer mit.

Huch? Mediazahlen im Januar ...

Also normalerweise erwähn ich die nicht, weil die sind ja doch eher putzig. Nur war ich dann doch heute ein bischen erstaunt:

8210 Besucher 15413 Besuche 73858 Seitenabrufe 1.96 GB Traffic

Das ist deutlich mehr als ich sonst immer hatte. Strange. Und da fehlt noch die erste Woche des Monats, da lief das ganze ja noch mit PyDS. Übrigens hab ich auch mehr Kommentare als sonst. Strange. Ich schreib doch garnicht besser als sonst ...

IBM zieht Intel in den SCO-Fall mit rein

GROKLAW hat den Text mit dem IBM Intel in das Verfahren gegen SCO mit reinzieht und zu einer Aussage zwingen will. Interessant - denn bisher war Intel meines Wissens noch nicht mit im Gespräch das die irgendwas damit zu tun haben könnten. Das IBM die mittels Vorladung dazu holt lässt auf jeden Fall darauf schliessen das IBM meint das Intel etwas wissen könnte was Intel nicht freiwillig offenlegen will.

Kanther droht Strafe - so sehr ich es begrüssen würde, glauben werde ich es erst wenn das Urteil auf dem Tisch liegt. Und die nächsten Instanzen durch sind. Denn irgendwie winden sich die Abzocker doch eh immer wieder raus ...

Die Kostenlose Rechtsberatung für Open-Source-Entwickler ist sicherlich wohl nur für US-amerikanische Entwickler wirklich nutzbar - aber vielleicht kommt vergleichbares ja auch nach Europa.

Microsoft und Macrovision wollen die "analoge Lücke" schließen - toll. Ganz toll. Irgendwann kann man den ganzen Rotz zum Fenster rauswerfen, weil man nichts mehr vernünftig ohne Dauerreglementierung nutzen kann. Lauter tolle Ideen für Kopierschutz, die eh alle Müll sind und in Wirklichkeit garnichts verhindern - ausser der völlig legalen Nutzung in irgendeinem alten Endgerät oder einem neuem, bei dem irgendso ein Müll mit anderem Müll kollidiert. Was für eine Moppelkotze.

Nuclear Elephant: DSPAM

Nuclear Elephant: DSPAM ist ein bayesian Spam Filter. Allerdings einer der nicht nur für einen User läuft, sondern üblicherweise für ein ganzes Rudel von Usern. Ich hab das auf simon.bofh.ms laufen um die Mailpostfächer dort alle zu scannen - es ist gut integrierbar und hat eine ganze Reihe interessanter Features. Zum Einen die Weboberfläche zur Verwaltung des Spamfilters, zum Anderen die recht pragmatische Methode um Fehlerkennungen an den Filter zu melden. Auch nett die recht weite Unterstützung von Datenbanken (MySQL, PostgreSQL, SQLite und mehrere db* Typen). Alles in allem macht es einen wirklich runden Eindruck - einziges Manko ist die fehlende Übersetzung der Oberfläche.

Ob es auch wirklich filtert kann ich natürlich mangels Masse noch nicht sagen - die Mails müssen sich erst ansammeln und trainniert werden. Userberichte sind aber - bayesian Spam Filter typisch - aber recht positiv.

Bei Schneier on Security gefunden: the weakest link. Soviel zum Thema Security

Solaris 10 steht ab sofort kostenlos zum Download bereit - auch wenn ich es sicherlich nicht produktiv einsetzen werde, angucken wär schon mal ganz sinnig.

Weg mit Trackback

Isotopp grübelt anlässlich des Spamtags über Trackback Spam und stellt mehrere Ansätze vor. Einer davon arbeitet mit einer Gegenprüfung der Trackback-URL gegen die IP des einsendenden Rechners - wenn der Rechner eine andere IP hat als der im Trackback beworbene Server, dann wäre das warscheinlich Spam. Ich hab mal meine eigenen Kommentare dazu zusammengeschrieben - und begründet, warum ich Trackback lieber heute als morgen los wäre. Komplett. Und ja, das ist eine komlette 180-Grad Wendung meinerseits zum Thema Trackback.

Der IP-Test-Ansatz kommt mal wieder aus der Sicht der reinen servererstellten Blogs. Es gibt aber dummerweise einen grossen Haufen Trackback-fähiger Softwareinstallationen die nicht auf dem Server laufen müssen (oft auch nicht laufen) auf dem die Blogseiten liegen - alle Tools die statischen Output produzieren zum Beispiel. Grosse Installationen sind Radio Userland Blogs. Kleinere PyDS Blogs. Oder auch Blosxom-Varianten im offline-Modus (sofern es da mitlerweile trackbackfähige Versionen gibt - aber das es typische Hackertools sind, gibts das mit Sicherheit).

Dann gibts noch die diversen Tools die nicht Trackback-fähig sind, wo die User dann einen externen Trackback-Agent benutzen um die Trackbacks abzusetzen.

Und last but not least kommen auch noch die diversen Blogger/MetaWeblogAPI-Clients hinzu, die selber den Trackback absetzen weil z.B. nur MoveableType im MetaWeblogAPI das Triggern von Trackbacks erlaubt, aber andere APIs nicht.

Von daher ist der Ansatz mit der IP entweder nur als ein Filter zu sehen der einen Teil der Trackbacks durchwinkt, oder aber eine Verhinderung von Trackbacks von den oben genannten Usern. Und letzteres wäre ausgesprochen unschön.

Eigentlich ist das Problem ganz einfach: Trackback ist ein krankes Protokoll das mit der heissen Nadel gestrickt wurde, ohne das sich der Entwickler auch nur einen Hauch von Gedanken zu dem ganzen Thema gemacht hat. Und gehört daher IMO auf den Müllhaufen der API-Geschichte. Das ich es hier unterstütze liegt einfach nur daran, das WordPress es standardmäßig implementiert hat. Sobald der manuelle Moderationsaufwand zu hoch wird, fliegt Trackback hier ganz raus.

Sorry, aber in dem Punkt Trackback haben die MoveableType-Macher wirklich Nähe zu Microsoft-Verhalten gezeigt: einen völlig unzureichenden Pseudo-Standard durch Marktdominanz durchgedrückt - ohne sich überhaupt mal über die Sicherheitsimplikationen Gedanken zu machen. Warum wohl bei RFCs immer ein entsprechender Absatz über Sicherheitsprobleme zwingend ist? Leider haben die ganzen Blogentwickler alle fleissig mitgezogen (ja, ich auch - bei Python Desktop Server) und wir haben dieses alberne Protokoll am Hals. Und seine - völlig erwartbaren - Probleme.

Besser jetzt eine bessere Alternative entwickeln und forcieren - z.B. PingBack. Bei PingBack ist definiert, das die Seite die einen PingBack auf eine andere Seite ausführen will auch wirklich diesen Link dort exakt so enthalten muss - im API werden immer zwei URLs übertragen, die eigene und die fremde URL. Die eigene URL muss im Source auf die fremde URL zeigen, nur dann wird der fremde Server den PingBack annehmen.

Für Spammer ist das ziemlich absurd zu handhaben - sie müssten vor jedem Spam die Seite umschiessen oder über entsprechende Servermechanismen dafür sorgen, das die gespammten Weblogs dann beim Test entsprechend eine Seite vorgegaukelt bekommen, in der dieser Link drin ist. Natürlich ist das durchaus machbar - aber der Aufwand ist deutlich höher und durch die nötige Servertechnik ist das nicht mehr mit fremden offenen Proxies und/oder Dialup-Zugang machbar.

Von daher wäre der richtige Weg einfach der Wechsel des Linkprotokolls. Weg mit Trackback. Das Trackback-Loch kann man nicht stopfen. PS: wer sich mal meinen Trackback in Isotopps Posting anguckt sieht gleich das zweite Problem von Trackback: abgesehen vom riesigen Sicherheitsproblem ist nämlich die Zeichensatzunterstützung von Trackbacks schlichtweg ein totales Debakel. Auch hier hat der ursprüngliche Autor des Pseudo-Standards keine Minute über mögliche Probleme nachgedacht. Und dann wundern sich noch manche Leute wenn TypeKey von den Moveable-Type-Leuten nicht so richtig akzeptiert wird - sorry, aber Leute die so bescheidene Standards machen werde ich auch noch gerade die Loginverwaltung übertragen ...