Archiv 4. Februar 2005

Bill Gates bekennt sich zur Interoperabilität und macht die begnadete Beobachtung das Open Source zu vielen ähnlichen Lösungen führt, weshalb man dann ja Interoperabilität mehr testen müsse und das sei ein Problem. Übersetzung: Open Source findet Bill Moppelkotze, weil es nagt an seinem Monopol

Empörung über Deutsche Bank

Empörung über Deutsche Bank - tja, jetzt empören sie sich alle wieder, die Politiker. Und in der nächsten Runde verlangen sie dann wieder eine Entlastung der Wirtschaft auf Kosten der Arbeiter, da die tolle Wirtschaft ja das ganze Geld investieren würde - wie man an der Deutschen Bank ja hervorragend sehen kann.

zorniges Gesicht

Es wäre ja mal schön wenn Politiker rudimentär lernfähig wären und kapieren würden, das sie im Moment von der Wirtschaft schlicht nur verarscht werden. Die grossen Unternehmen haben gar kein Interesse daran zu investieren und den Standort zu stabilisieren, wenn sie statt dessen auch einfach die Gesellschaft auspressen können. Das sieht man an Ackermanns verhalten im Esser-Prozess, das sieht man am Gebahren der Deutschen Bank, das sieht man an den Erpressungen durch GM gegenüber den Opel-Standorten in Deutschland, an der satten Gehaltserhöhung des Weltkonzern-Daimler-Versagers und an der Vorgehensweise von Siemens in der Handy-Sparte.

Die Unternehmen haben kein Interesse an ihrem eigenen Markt - den geben sie notfalls einfach auf. Einzig kurzfristige Verbesserungen des Shareholdervalues interessieren - denn dann kann der Manager sich wegen seiner ach so tollen Erfolge satte Erhöhungen gönnen und tolle Abfindungen. Geht das ganze den Bach runter - auch egal. Schnell das Unternehmen an einen ausländischen Konzern verschachern und sich verpissen. Der dümmste Manager findet immer noch irgendwo einen Job.

Unternehmerisches Risiko tragen eben nur noch die kleineren mittelständischen Unternehmen, bei denen der Chef noch merkt wenn sein Unternehmen den Bach runter geht. Aber trotzdem sind die genauso blauäugig wie die Politiker und kriechen den Branchenbonzen in den Arsch anstatt sich auf die Hinterbeine zu stellen.

Kosmischer Streifschuss in 24 Jahren - also sollte der uns doch noch 2037 erwischen könnten wir es schaffen ausgelöscht zu sein bevor der Unix-Epoch-Overflow uns erwischt

NZZ Online-Archiv nicht mehr frei verfügbar - und damit ist die NZZ im Internet nicht mehr präsent. Was zum Geier soll eine Online-Verfügbarkeit nur am Tag der Printveröffentlichung bringen? Lächerlicher Murks der ach so professionellen Presse, die sich im Internet mal wieder als totale Stümper outen …

Trackback Thinking

A Whole Lotta Nothing: No one can have nice things! - Matt schaltet bei sich Trackback aus. Interessant ist seine Beobachtung, das erst ein paar Test-Trackbacks gekommen sind und 8 Stunden nachdem diese immer noch da waren erst der grosse Schwung kam. Deckt sich mit den Erfahrungen anderer - die Spambots sind wohl im Moment noch halbautomatisch.

Bei Phil Ringnalda gibts noch mehr Überlegungen über Trackback und ob es überhaupt noch relevant ist - und ob die Art wie es meistens benutzt wird überhaupt Sinn macht. Sein Hauptpunkt ist die Tatsache das viele Trackbacks eher sinnlos sind - sie zeigen einfach nur auf ein Posting das letzten Endes nur ein klassisches Me Too enthält und wieder auf den Ursprung zurückzeigt. Er hätte lieber context-bezogene Pings - du hast was zu einem Thema geschrieben, das woanders auch diskutiert wird? Manuelles Trackback zu dem Posting hin verbindet diese beiden Seiten. Dieses themenbezogene Trackbacken war auch die Hauptidee hinter dem Internet Topic Exchange - im Prinzip einfach nur eine Trackback-Adresse und ein angehängtes Wiki. Zum Teil ist das auch ans Fliegen gekommen, aber weit durchgesetzt hat es sich nicht. Auch LazyWeb - ein Posting mit einem Problem, ein Trackback auf LazyWeb und vielleicht findet jemand eine Lösung - hat sich nicht so richtig durchgesetzt. Ok, es läuft, aber man hätte eigentlich mehr Echo erwartet.

Genau diese Verbindungen sind natürlich etwas die mit PingBack nicht so einfach machbar sind - PingBack setzt ja gerade auf der bidirektionalen Verlinkung auf, wohingegen Trackback bei diesen Beispielen gerade wegen seiner Entkoppelung von tatsächlichen Links interessant wäre.

Andererseits sehe ich ständig auf TopicExchange-Topics Poker-Spam - und damit ist auch so ein System früher oder später schlicht tot, ausser es finden sich genug Gärtner die das Unkraut rausrupfen.

Soviel mal wieder aus der selbstreferentiellen techno-babble Ecke.

Rumsfeld findet, die US-Truppen hätten eine unzureichende Zahl von Sunniten getötet - ist es nicht schön wenn man so einfache Weltbilder hat? Böse Sunniten, gute Shiiten. So einfach ist das für Rumsfeld. Blöder Politiker. So einfach ist das für mich.