Apple-Nutzer in Parlamenten beklagen Diskriminierung - ich kann mir den Dummschwätz der zuständigen ITler gut vorstellen. Klar, wegen der Netzsicherheit setzt man ja auch eindeutig auf Microsoft-Produkte ...
Archiv 29. Apr. 2005
Firefox erhält SVG-Unterstützung - endlich eine erste unabhängige SVG-Implementierung und vor allem eine breite Plattform für dieses Format.
Gentechnik - es geht nicht nur um die Wurst
Bundesrat lehnt Gentechnikgesetz ab - die Union will halt das wir Genfood fressen und was das für Folgen hat und ob z.B. ökologischer Anbau in der Nähe von Gen-Feldern garnicht mehr möglich wird (weil die Landwirte nicht die strengen Auflagen erfüllen können, da nunmal gen-veränderte Pflanzen sich eben doch ausbreiten), ist denen völlig egal. Das selbst die meisten Landwirte keinen gesteigerten Wert auf Genshit legen ist auch egal. Das letzten Endes an der ganzen Gen-Technik nur die grossen Konzerne gewinnen und Interesse haben - weil sie damit Landwirte knebeln können und noch weiter auspressen können - ist vermutlich nicht egal. Denn irgendwoher kommen ja sicherlich die Spendenmillionen ...
Gentechnisch veränderte Lebensmittel dienen der Kombination (Zwangskombination!) von Saatgut und Düngemittel oder Pflanzenschutzmittel und der patentrechtlichen Absicherung der Nutzung des Saatgutes. Sie attackiert direkt die klassische hergebrachte Arbeitsweise von Landwirten - z.B. ist in der Regel die Verwendung von Frucht für die nächste Saat nicht möglich (weil unfruchtbar) oder verboten (per Vertrag). Einen biologischen Grund gibt es in Deutschland nicht - weder haben wir extreme Klimabedingungen auszuhalten noch besonders katastrophale Schädlingsattacken. Es geht einzig und allein um die Maximierung der Unternehmen, die die gentechnisch veränderte Saat produzieren.
Wenn man sich dann mal anschaut, wer dahinter steckt, fällt noch was auf: ein weiterer Punkt ist nämlich die Ausschaltung der klassischen Produktionsstellen für das Saatgut - viele der Gentechnik-Unternehmen sind eher der Pharma- oder Chemieindustrie zuzuordnen als der klassischen Landwirtschaft (es gibt allerdings auch bei den Saatproduzenten schwarze Schafe - diese sind aber selber auch eher der Industrie angehörig). Hier dringt einfach Industrie in einen Bereich vor den sie bisher nicht bedienen konnten und in dem sie - mit Zwangsmitteln letztendlich - einbrechen wollen.
Mit gentechnisch veränderter Saat werden also nicht nur Lebensmittel produziert deren Konsum von der Mehrheit der Verbraucher abgelehnt wird - damit wird auch ein ganzer Wirtschaftszweig geknebelt oder unter Umständen auch vernichtet. Mindestens aber stark geschädigt.
Die Landwirtschaft hat durch ihre Strukturen mit Genossenschaften, Verbänden, Interessenvertretungen und politischer Lobby eine recht grosse Macht und Einfluss auf ihr Schicksal - bisher. Jetzt wollen aber die bösen Jungs mitspielen, deren Ziel genau die Übernahme dieser - bisher selbstverwalteten - Macht ist.
Klar das die Union - die sich ja immer wieder als Industriehörig offenbahrt - sich vor den Karren spannt. Und klar, das unser Industriekanzler diesen Eiertanz aufführt und Ministerin Künast ein Gesetz vorlegen muss, das schon verwässert ohne Ende ist - und selbst das noch abgelehnt wird im Rat (der eben Unionsmehrheit hat).
KDE-Entwickler verärgert über Apple - weil sie mal wieder nicht kapieren wie man im Team arbeitet und Patches an ein Upstream-Projekt schickt. Zusammenarbeit von Firmen mit Open Source Projekten ist eben immer noch problematisch - Firmen haben schlicht eine ganz andere Agenda als das OS Projekt.
Neues Leica Objektiv
Leica hat ein nagelneues Objektiv. Ein 75/2 APO Asph. - sieht wirklich sehr schnuckelig aus. Schön kompakt, eingebaute Streulichtblende (die man endlich arretieren kann, so das sie sich nicht reinschiebt) und natürlich Leica-übliche Verarbeitung. Leider ist der Anschaffungswiderstand mit leicht über 2000 Euros dann doch etwas gross. Aber gerade für Besitzer der klassischen 0.72er Suchervergrösserung ist das natürlich ein interessantes Objektiv: es bietet die 75er Brennweite mit einer noch fokussierbaren Offenblende und ist deutlich leichter und kleiner als das 75/1.4. Wozu sich das 75/1.4-Trumm einstecken, wenn man an der Kamera sowieso die 1.4er Blende eh nicht benutzen kann, weil die Fokussiergenauigkeit des Messsuchers nicht ausreicht ...
Das verrückte: weder habe ich vorher Gerüchte über das Gerät gehört (ok, ich lese die Leica Users Group nur noch selten - aber auch keine der Photosites hatte was) noch hat Leica da was auf den Webseiten stehen. Aber im Laden liegt das Teil schon (nein, ich habs nicht gekauft - der Anschaffungswiderstand ...).
Scheinbar will Leica wohl einige der alten Schätzchen renovieren - erst das 90/4 Makro, dann das 50/1.4 und jetzt ein 75/2. Schon beeindruckend - klar, wegen Cosina und den Voigtländer-Objektiven ist natürlich wichtig das Leica mal Aktivität zeigt, aber trotzdem, neue Objektivrechnungen schüttelt man nicht mal eben aus dem Ärmel - da steckt schon einiges an Arbeit drin.
Zum Glück ist meine Leica-Ausrüstung verdammt nah am perfekten Zustand (50/2.8 und 90/4 collapsibles - es fehlt nur noch die Makrobrille für das 90er und ganz eventuell mal auf Dauer ein 35/2) und ich bin deshalb nicht so richtig Leica-gefährdet im Moment