Archiv 19. Sept. 2005

Arme, unverstandene Medien

Sie können einem schon leid tun, die Medien, bei der grossen Medienschelte. Und Nowotny - als öffentlich-rechtlicher Obermedienfuzzi - war von Schröder peinlich berührt:

Nowottny: Ich habe die Sendung gesehen, und ich muss sagen, dass ich peinlich berührt davon war. Wie der einstige Medienkanzler da zum Medienschelter wurde, das war schon einmalig. Mein Kompliment geht an die beiden Moderatoren der Sendung, die sich diesen Vorwurf nicht gefallen ließen.

Tja, er hätte sich aber auch mal vorher das Programm der Medien (Print wie Rundfunk) angucken können - massives Herbeireden der Wende und des Wechsels, ich hab keine Ahnung wie oft am Tag da einem der zwingende Wechsel eingebläut werden sollte. Eigentlich bin ich eher peinlich berührt von der Amateurhaftigkeit der Medien im Umgang mit dem einzig interessanten Detail dieser Wahl: die ach so hochgelobten und ach so unfehlbaren Demoskopen haben kollektiv verschissen.

Von daher, die Peinlichkeit in Person sind Leute wie Nowottny, die sich über die einzige brauchbare Aussage von Schröder echauffieren - an Schröder war eher sein "ich bin Kanzler" Gehabe peinlich, aber nicht die Medienschelte. Aber so sind die Mimosen des professionellen Journalismus halt - was wagen es denn auch die Bürger ihnen da in den Pool zu pinkeln, da wird man halt mal dünnhäutig ...

Aber das Unterhaltungsprogramm in den Nachrichten ist echt klasse, das muss man dem Wahlergebnis lassen

Wahlergebnisse oder Qualergebnisse?

Irgendwie ziemlich bescheuert - nix halbes und nix ganzes. Und Stoiber droht auch noch nach Berlin zu gehen - wer will das? Naja, wenigstens die Verhandlungen über mögliche Koalitionen könnten putzig werden:

  • Stoiber will keiner, aber die Union will unbedingt
  • Schröder will Kanzler bleiben, egal was kommt - hat aber nicht die stärkste Fraktion
  • Grün will an der Macht kleben, aber ob die mit Schwarz?
  • Ampel mit und ohne kaputter roter Leuchte will die FDP nicht - aber nur in einer Ampel hat die FDP überhaupt die Chance auf eine Beteiligung
  • Rot-Rot-Grün wäre die logische Konsequenz, aber Schröder und Lafontaine - das geht nicht. Und SPD+PDS - das auch nicht.

Eigentlich haben alle Politiker so viele Ausschlüsse was nicht ginge geäußert, das wir keine Regierung kriegen können - vorgezogenen Neuwahlen wären eine Lösung

Da es aber nur Wahlgewinner gab, könnte man auch zusammenfassend sagen: "wir sind Kanzler"