Archiv 10. Dezember 2005

Guardian Unlimited Special reports How planespotters turned into the scourge of the CIA - Artikel beim Guardian, wie die CIA von Plane-Spottern "erwischt" wurde (und möglicherweise noch weiter erwischt wird).

Super-DRM-Architektur der Zukunft

Und weiter gehts mit DRM-Schwachsinn

EFF-Mitglied Cory Doctorow warnt davor, dass der flächendeckende Einsatz von CPCM das Ende von freier Software sei. Die Anforderung, das System gegen jegliche Veränderung robust zu machen, seien mit FOSS-Konzepten nicht vereinbar. Überdies könne nationale Politik zum Urheberrecht durch CPCM einfach ausgehebelt werden, indem US-Kulturexporteure die politischen Spielregeln diktierten. Die EFF will den Standard auf jeden Fall verhindern. "Das ist," so Doctorows Meinung, "keine Spezifikation, die zu guten Zwecken eingesetzt werden kann, Punkt."

Liest man sich die Beschreibung des ganzen so durch, fordert da letztendlich jemand die totale Kontrolle über jegliche Form von Computer oder Mediengerät - letztendlich über jedes Gerät, das auch nur ansatzweise in die Nähe von medialen Inhalten kommen könnte. Kompletter Wahnsinn, das ganze. Das Erschreckende daran: bei den hirnlosen Prolethikern wie wir sie in Berlin und in Europa allgemein rumrennen haben, ist fast zu befürchten das so ein Unfug sich durchsetzt und die Freiheiten einfach an sterbende Industriezweige mit aufgeblähten und nicht mehr zeitgemäßen Geschäftsmodellen verschachert werden, um deren Managementfehler zu kaschieren.

Und wird sich jemand drüber aufregen? Ach watt. Man kann doch weiter auf der Autobahn schneller als 130 fahren, wir sind doch frei ...

Und wir machen alle Fehler erneut

Es gibt im Moment einiges an Aktivität im Bereich der Microformats - die Idee dahinter: Informationsblöcke nicht in XML kodiert abzulegen, sondern in vordefiniertem HTML. Dazu werden dann die CSS Klassen benutzt, um zu definieren was ein einzelnes Format ist. Logischerweise gibt es Probleme mit kollidierenden Stylings - was für ein Wunder. Ich selber bin jedenfalls immer wieder erstaunt, wie viel Energie Entwickler auf saublöde Ideen verwenden können.

Wir hatten mal ein HTML, das sich nicht nur mit Semantik beschäftigte, sondern auch mit Layout. Und das produzierte die allseits beliebten FONT-Tag-Orgien in HTML-Seiten. Im Laufe der Zeit hat sich bei den meisten die Idee durchgesetzt, das Trennung von Semantik und Layout sinnvoll ist - Semantik als Auszeichnungsgrundlage für den Inhalt, Layout in die CSS Files und als Verbindung zwischen diesen die IDs und Klassen an Tags. Zusätzlich mit DIV und SPAN "anonyme" Tags ohne vordefinierte Semantik (ausser "das ist ein Block von Text" und "das ist eine Inline-Strecke von Text" - wobei diese Bedeutung problemlos überladen werden kann), für die Sachen die mit der normalen Semantischen Auszeichnung nicht gehen (was hauptsächlich an der selten dämlichen Idee von HTML liegt, das es zwar Auszeichnungen für Überschriften gibt, aber keine Auszeichnungen für Abschnitte von Texten, zu denen diese Überschriften gehören würden).

Was machen Microformate jetzt? Nunja, die gleiche blöde Idee, etwas zu missbrauchen - nämlich in diesem Fall die oben angesprochenen Verbindungsstücke zwischen der Semantik und dem Layout. Microformats geben diesen eine Bedeutung - z.B. wäre eine DIV mit einer Klasse 'description' dann die Beschreibung eines Reviews - lest euch die Details in der hReview Referenz durch. Sorry, aber sowas muss einfach zu Konflikten führen - haben die Pappnase noch nie was von Namespaces gehört? Die Microformats addressieren explizit XHTML - und das hat genau für den Zweck der Einbettung eben Namespaces. Und wenn man meint, man müsse schon eine so blöde Idee wie diese umsetzen - könnte man dann nicht wenigstens schlau genug sein, den Teilen etwas kryptischere, aber dafür eindeutigere Klassen zu geben?

Wie gesagt, erstaunlich wie viel Energie in solche dämlichen Ideen gehen, die dazu verdammt sind mehr Probleme als Lösungen zu schaffen.