Archiv 26. Januar 2006

Hirnfürze von Ex-Ministern

Ex-Minister Scholz will über deutsche Atomwaffen diskutieren - hoffentlich aber sonst niemand. Es gibt schon viel zu viele Atomwaffen in der Welt, wir brauchen garantiert keine deutschen Atombomben. Manchmal fragt man sich wirklich, was für Vollidioten sich alles in der Politik rumtummeln. Es gibt keine andere angemessene Reaktion auf nukleare Bedrohung als die totale nukleare Abrüstung. Wenn jemand Atombomben auf ein Land wirft, ist es völlig irrelevant für das Überleben, ob der angegriffene Staat auch Atombomben hat - und nein, das Drohszenario ist kompletter Blödsinn wenn man nicht auch bereit ist, diese Monstrositäten einzusetzen. Und genau damit beginnt dann der Wahnsinn.

Interessanter Hybride von Olympus

Olympus stellt eine Spiegelreflexkamera mit Vorschaubild vor - entweder über einen Hilfs-CCD mit AF-Unterstützung oder mit Spiegelarretierung über den Haupt-CCD. Letzeres hätten meines Erachtens die Hersteller schon lange einbauen können - denn für Makrofotografie wäre es ein echter Segen, wenn man für die ersten Einstellungen mit dem normalen Chip Vorschaubilder bekommen könnte.

Leichte Übertreibungen bei der Netzzeitung

Der Titel Kleinster erdähnlicher Planet entdeckt ist dann doch ein bischen strange. Ok, wenn man "erdähnlich" als "kreist um eine Sonne und ist kein Gasplanet oder Eisklumpen" definiert, mags hinhauen. Aber was bringt so eine Definition dann noch? 5.5x so groß wie die Erde, die Entfernung zur Sonne 3x so weit, die Sonne schwächer als die der Erde und die Temparatur um 220 Grad Minux - sorry, das ist wirklich nicht sonderlich erdähnlich ...

Spiele-Protokolle und Firewalls

Wenn sich mal jemand Second Life angucken will:

Second Life needs to connect to ports 443/TCP, 12035/UDP, 12036/UDP, and 13000-13050/UDP. You should configure your firewall to allow outbound traffic on those ports, and related inbound traffic.

Ok, also TCP ist mit NAT-Firewalls unproblematisch - aber scheinbar will das auch die ganzen UDP-Ports inbound haben. Und wozu braucht ein Gameclient 51 UDP-Ports in einem Block? Und wieso überhaupt so viele UDP-Ports? Denken Spieledesigner eigentlich manchmal auch über das nach, was sie da veranstalten? Im Fall von Second Life wohl nicht ...

Torvalds: insert foot into mouth

Linus meint mal wieder Ahnung zu haben - diesmal Lizenzen:

So fordert die neue Lizenz, dass mit der Software auch alle Schlüssel geliefert werden müssen, um die Software zum Laufen zu bringen, z.B. im Hinblick auf Trusted-Computing-Systeme, die eine Signatur der Programme verlangen können. Nach Ansicht von Torvalds erfasst die Regelung auch die privaten Schlüssel von Linux-Entwicklern und er sei nicht bereit, seinen privaten Schlüssel zu veröffentlichen.

Jo, klar, wenn ich eine Lizenz auf die absurdest mögliche Weise interpretiere, kann ich vielleicht bei genügend Idiotie auf eine derartig abwegige Idee kommen. Wenn er mir jetzt nur noch belegt, das sein privater Schlüssel nötig ist, um den Kernel lauffähig zu machen (denn genau darum gehts in dem entsprechenden Abschnit der GPL v3), dann würde ich ihm ja zustimmen. Wird allerdings schwer, denn ich hab bis jetzt immer alle Linux-Kernel zum Laufen bekommen, ohne das ich je irgendeinen Schlüssel gebraucht hätte.

Man kann gegen die Umstellung auf GPL v3 sein - es gibt im Kernel mit den extrem vielen Beiträgen und Autoren definitiv ein Problem einer Lizenzumstellung - aber der obige "Grund" ist schlicht und einfach hirnrissig.

Windows-Source offenlegen?

Microsoft gibt im Kartellstreit mit EU nach:

Im Kartellstreit mit der EU-Kommission hat der Softwarehersteller Microsoft nun doch eingelenkt und will den Quellcode des Computer-Betriebssystems Windows offenlegen.

Abwarten wie dieses Offenlegen denn dann aussehen wird. Ob tatsächlich jeder Windows-Lizenzinhaber sich die Sourcen angucken können wird? Und ob die Sourcen auch zum System passen? Und welche Teile vom Source ausgelassen werden? Wird die EU-Kommission in der Lage sein, solche Mogelpackungen zu erkennen?