Archiv 6. Februar 2006

AVM könnte ja einfach Treiber unter GPL schreiben

AVM warnt vor Einschränkungen für proprietäre Kernel-Module:

Die Konsequenz wäre für AVM, die Unterstützung für Linux einzustellen. Eine Reaktion auf die Email liegt noch nicht vor. Die Kernel-Entwickler dürfte die Drohung von AVM wenig stören, denn aufgrund der gemischten Erfahrungen mit proprietären Treibern scheint für sie das Ziel, den Kernel und sein ganzes Umfeld frei zu halten, Vorrang zu haben. Alternativen zu AVM existieren und GPL-Treiber für die AVM-Hardware sind nicht ausgeschlossen, selbst wenn sie nicht von AVM kommen.

Genau das: Alternativen existieren. Wird Zeit, das sich für die Alternativen die bessere Linux-Unterstützung auszahlt - dann wird vielleicht auch AVM mal vernünftig. Die binären Module ohne Source machen eh mehr Ärger als Freude.

HOWTO: Bluetooth GPS and GPSDrive on the Nokia 770 - weil mir letztens jemand erzählen wollte, das Nokia 770 wäre ohne Navi-System unbrauchbar: hier isses.

Kommt einem alles so bekannt vor

CIA lanciert zweifelhafte Beweise gegen Iran

Ein Bericht des ARD-Magazins "Report Mainz" (heute abend 21.45 Uhr im Ersten) wirft ein neues Licht auf den Atomstreit mit Iran. Ein Glied in der Indizienkette der US-Regierung gegen Teherans Atomprogramm ist ein iranischer Laptop, der Daten für den Bau eines Atomsprengkopfes enthalten soll. Doch ein US-Atomwaffenexperte fand in den Computerdokumenten keinerlei Beweise dafür.

Die US-Administration könnte sich doch wirklich mal neue Vorgehensweisen einfallen lassen, oder? Immerhin hat doch die CIA auch als späterer Sündenbock ausgedient: einmal ist ein Versehen, zweimal ist Dummheit ...

lambda bleibt in Python

Let's just keep lambda - GvR gibt auf

Nennt mich einen Pessimisten ...

... aber mir ist bei solchen Ideen unwohl:

Unternehmen sollen in Zukunft das elektronische Äquivalent einer Briefmarke erwerben, wenn sie sicher sein wollen, dass ihre E-Mail die Empfänger auch erreicht. Gegen Gebühren von bis zu einem Cent pro Nachricht sollen die über den Dienstleister Goodmail Systems verschickten Mails ohne Spam-Filterung weitergeleitet und empfangsbestätigt werden.

Ab wann werden Mails von Privatpersonen nicht mehr zugestellt, ausser sie laufen über einen der grossen Provider, die sich an dem Bezahlsystem beteiligen? Ab wann werden Bürgernetze oder privat betriebene Provider ausgegrenzt, weil sie nicht zum Club der Bezahlenden gehören können?

Die möglicherweise kommende Argumentation ist doch simpel: nur wer für seine Website an eine zentrale Stelle zahlt, wird für den HTTP-Zugriff im Zwangsproxy der grossen Provider freigeschaltet - weil er sonst im Verdacht steht, eine Phishing-Site zu sein. Und schon wäre auch ausserhalb der eMail manche Site einfach nicht mehr existent. Passt doch auch prima zu den Bestrebungen der Telcos und Kabelanbieter in den USA, die ja auch bezahlte Inhalte (also den Telcos bezahlte Inhalte) vorrangig ausliefern wollen.

Abgesehen davon, daß ich definitiv eher meinen eigenen Filtern traue, als Filtern, die gegen Bezahlung von irgendeiner Firma im Netz betrieben wird. Wann wird es den ersten Skandal geben, das sich ein Spammer Zugang gekauft hat? Mein statistischer Spamfilter bei mir auf dem Server ist nicht bestechlich - zwar nicht perfekt, aber eben auch nicht bestechlich.

Im Aufbau von weiteren zentralen Filtern und Kontrollstellen jedenfalls sehe ich eine echte Gefahr für die Struktur des Internet - wie schnell Firmen gekauft werden, konnte man ja in der letzten Zeit sehen. Und selbst wenn eine Firma Yahoo heute möglicherweise - aufgrund der für sie nötigen Positionierung gegen Google - ein bischen auf Schmusekurs mit dem Benutzer macht, wer garantiert, das sich kein Mediengigant das ganze unter den Nagel reisst? Nicht jeder ist so unfähig wie Time Warner ...

Ösi-Pässe auch anfällig

Nicht das jemand glaubt, unsere östereichischen Nachbarn hätten bessere Chip-Pässe als unsere niederländischen Nachbarn:

Beim Einlesen der Pässe auf einem offiziellen Lesegerät können die Daten aus kurzer Entfernung von Dritten mit relativ bescheidenem Aufwand mitgeschnüffelt und danach ziemlich einfach entschlüsselt werden.

Die erbeutbaren, elektronischen Daten entsprechen den im Pass schriftlich vermerkten [Name, Geburtsdatum, Wohnort etc.] allerdings ist auch das Passfoto in Form eines JPEG dabei.

Nunja, wir werden wohl auf Dauer auch in Deutschland viel Spaß mit den idiotischen Tags in Reisepässen bekommen ...