Archiv 19. Februar 2006

Bush und die Atomkraft

Bush fordert mehr Atomkraft Einsatz:

"Unser Plan ist es, die Nutzung sicherer und sauberer Atomenergie zu erhöhen", sagte Bush, der vor wenigen Wochen eine Reduzierung der Öl-Abhängigkeit gefordert hatte. Intensiviert werden sollen auch die Entwicklung und Nutzung neuer Technologien für die Solar- und Windenergie.

Das aber dummerweise der Rohstoff Uran ebenfalls limitiert ist, es sich also garnicht um eine wirkliche Alternative zu Öl handelt, und das bei der Atomkraft das ganze Thema der Endlagerung der atomaren Abfälle überhaupt nicht gelöst ist, das alles interessiert ihn überhaupt nicht.

Die Patentlösung der Vollidioten - statt sich auf Öl als langsam zur Neige gehenden Rohstoff zu stützen, wählt man einen anderen zur Neige gehenden Rohstoff, der viel gefährlicher und dreckiger ist. Ganz tolle Strategie.

zorniges Gesicht

Natürlich schert ihn auch nicht, das er gerade erst seine Krise mit dem Iran hat, weil dort das Atomprogramm möglicherweise eben nicht nur für die Stromerzeugung dient. Und das in den USA aus guten Gründen (Kosten und Gefahren) die Atomkraft seit den 70ern nicht mehr aktiv gefördert und erweitert wird.

Die tatsächlich naheligendere Zukunftsvision - den verstärkten Einsatz erneuerbarer Energieträger - wird aber wieder mal völlig ignoriert. Wär ja auch zu einfach, wenn man sich des Problems der nicht-erneuerbaren Energieträger widmen würde, nämlich der nicht-Erneuerbarkeit ...

United States of Absurdity

Laut National Public Radio wurden wärend der Katrina-Evakuierung Schwerkranke mit einer Giftspritze getötet, weil sie nicht rechtzeitig evakuiert hätten werden können. Ja, dem amerikanischen Gesellschaftsmodell das sowas möglich macht (und andere Absurditäten wie die Suspendierung kleiner Kinder in der Grundschule wegen angeblicher sexueller Belästigung anderer Kinder oder Rauswurf einer Krankenschwester wegen angeblicher Volksverhetzung - weil sie die Bush-Administration wegen ihres Katrina-Missmanagements kritisiert hat) muss Europa dringend nacheifern. Wir sind hier noch nicht bescheuert genug.

Und an diejenigen, die mir dann wieder Salon-Antiamerikanismus unterstellen: sorry, aber das ist nix salonmäßiges mehr. Für mich ist die USA ein kollektiver Fall für die Klapsmühle. Und erzählt mir nicht, man müsse zwischen den Menschen in Amerika und der jeweiligen Regierung und Administration unterscheiden - ein nicht ganz unerheblicher Teil dieser ach so verteidigungswürdigen Bevölkerung hat den Oberschwachmaten gewählt.

Und ja, ich bin mir durchaus der Ironie des Ganzen in Anbetracht der derzeitigen hirnlosen Berliner Besatzung bewusst. Wir sind nicht mehr weit von dem gleichen Wahnsinn entfernt.