Aus der Traum vom Brötchenservice im Zug

Genau das ist doch das Konzept der Ich-AG: der ehemals abhängig Beschäftigte wird zwischen die Mühlen der Grossunternehmen geworfen mit einem kleinen Konzept, das vielleicht gerade mal im lokalen Rahmen funktionieren kann. Wenn es dann den Grossen nicht mehr passt, kann man ihn locker mal eben beseitigen. Er fällt dann nicht mehr in die Arbeitslosenstatistik, sondern bestenfalls unter die Sozialhilfeempfänger. Die Bilanz sieht toll aus und eine Existenz ist vernichtet.

Oder hat wirklich jemand geglaubt bei der Ich-AG ginge es in irgendeiner Form um ein zukunftsorientiertes Konzept, von dem Menschen auf Dauer leben können sollen? Ätsch. Reingefallen.

Ginge es wirklich darum, würden den Ich-AGlern auch Sicherheiten angeboten, wenn sie in die Selbstständigkeit gehen. Aber das wird ja vom Staat auf den privaten Sektor abgeschoben, Sicherheiten sollen sich diese Leute selber besorgen.

Natürlich sind die schlampigen Gründertagungen (mehr Hype als Fakten) und die eher unter Zeitknappheit leidenden Beratungsangebote nicht ausreichend, um aus einem ehemaligen Arbeitnehmer einen Vollkaufmann zu machen. Und prompt gibt es dann später die Probleme mit der Absicherung, mit Verträgen, mit Zahlungen, mit Steuern oder Abgaben.

Die Ich-AG wäre ein gutes Konzept, wenn sie wirklich auf einem tragfähigen Modell aufbauen würde, das Sicherheiten und umfassende Betreuung in der Existenzgründung beinhalten würde - und zwar in einer Form, die es dem Ich-AGler erlauben würde, das Risiko einzugehen. So wie es jetzt läuft wird warscheinlich die am häufigsten genutzte Beratung letztendlich die Schuldnerberatung werden ...

Bei WDR.de gibts den Originalartikel.