Versteckt in diesem Concatenative IRC Log vom 6.1.2012 findet man etwas von Slava, dem Factor-Entwickler, über dessen (also Factor, nicht Slava) Zukunft - ein paar Bugfixes für die 0.95 plant er noch, aber dann ist für ihn das Projekt im Prinzip abgeschlossen. Schade, denn Factor war immer wieder interessant zum Rumspielen und von den vielen Sprach-Projekten eines der spannenderen, aber in der letzten Zeit ist es doch etwas still darum geworden. Jetzt weiss ich auch warum. Ob die Community genug Power hat um da weiter zu machen wo er aufhört, ist bei der Größe der Community eher fraglich - ja, ein paar Leute sind aktiv und auch durchaus aktiver als er, aber Slava war oft der treibende Faktor (haha) in der Entwicklung und Integration neuer Konzepte und Ideen.
factor
Re: Factor: Mail with GUI. Schön zu sehen wie ein allgemeinerer Ansatz für GUIs den Code schön kompakt macht - das ganze erinnert mich sehr stark an CLIM von der Struktur.
Re: Factor: XKCD. Wer einen Eindruck in eine der verrückteren Sprachen haben will - John Benediktssons Blog hat eine Menge an Beispielschnipseln in Factor, die üblicherweise direkt in der Factor REPL benutzt werden können (oder überschaubare Vokabularerweiterungen erstellen). Mich beeindruckt immer wieder die Kompaktheit von Factor-Code. Johns Code hat auch den Vorteil, das ich in der Regel gut verstehen kann, was da passiert - Slavas Code zum Beispiel ist da oft deutlich idiomatischer und dadurch kryptischer für mich. Liegt aber sicherlich auch daran, dass Slava in der Regel über Internas der Sprache schreibt, während John einfach kleine Spielereien beschreibt.
Re: Factor: Google Charts - ich sollte wirklich mehr mit factor machen, immer wenn ich wieder mal sehe wie praktisch eine visuelle repl ist (in Factor können auch grafische Repräsentationen von Objekten eingebettet werden in die normalen Ausgaben, ähnlich wie bei alten Lispmaschinen) reizt es mich.
denkspuren: Factor @ Heilbronn University - da hat jemand Factor als Programmiersprache in Kursen an der Uni benutzt und scheint recht angetan. Ich selbst mag Factor ja auch - so ein bischen kommt bei der Factor-IDE das alte Lispmaschinen-Feeling rüber und die Sprache ist einfach nett kompakt. Allerdings merke ich oft, wenn ich damit herumspiele, dass ich dann doch sehr viel Zeit darauf verwende die passenden Abstraktionen zu finden - es gibt einfach Berge von mitgeliefertem Code und die Dokumentation ist zwar gut, aber es fehlt einfach ein bischen an Tutorials zur Nutzung des Codes. Best Practices und Cookbooks wären gefragt. Spaß macht Factor aber trotzdem.
Useless Factor: Bitfields in Factor structs and the special style - und wieder mal ein Factor Link. Ich bin immer wieder begeistert. In diesem Fall eine Implementierung effizienter Bit-Strukturen. Ja, Speicher ist billig, aber es gibt genügend Situationen, bei denen man sowas auch heute noch braucht - und wenn man sowas schon implementiert, warum dann nicht gleich richtig wie hier?
Sup dawg, we heard you like Smalltalk so we put Smalltalk in your Factor so you can send messages while you roll - eine Implementation von Smalltalk in Factor. Durchaus ausbaufähig und könnte diese nette Umgebung auch Leuten nahe bringen, die Factor noch garnicht kennen (manchmal ist der Start mit einer bekannten Sprache halt einfacher).
Factor: a practical stack language: New optimizer - sehr interessante Beschreibung des neuen Optimizers in Factor. Ein Vorteil der Sprache: der Hauptprogrammierer dokumentiert sehr gut in Blog posts wie er am System arbeitet und welche Motivation hinter den Änderungen steckt. Immer wieder spannend zu lesen. Und die Sprache ist einfach nett.
Factor: a practical stack language: - warum ich es liebe, der Factor-Entwicklung zu folgen: die Programmierer haben keinerlei Scheu davor, die Sprache radikal umzubauen und massive Änderungen an Semantik zu machen, selbst vor dem Umbau von definierenden Wörtern scheuen sie nicht zurück. Das macht natürlich den Einsatz der Sprache für reale Zwecke etwas haarig, aber es ist einfach begeisternd zu sehen, wie Sprachkonstrukte jongliert werden und der Weg zu einer optimalen Sprache gesucht wird. Und da sie die ganze mitgelieferte Library jedesmal anpassen, sind die Umstellungsschmerzen auch nicht ganz so groß (und die mitgelieferte Library ist schon absolut beeindruckend und erhält derzeit eine der besten Unicode-Implementierungen die ich bisher gesehen habe)
Digging into Factor’s compiler - sehr nette Übersicht über die Arbeitsweise des Factor compilers. Factor macht mir immer mehr Spaß, ich glaub damit werd ich ein bischen mehr rumspielen.
Factor programming language
Mal wieder was aus der Ecke der obskuren Programmiersprachen. Und zwar mal wieder ein Forth-Abkömmling, aber einer der stärker bei Lisp und funktionalen Konzepten klaut und sich auch im Systemaufbau stärker an Lisp orientiert. Sieht ganz interessant aus und spricht natürlich einen alten Forther und Lisper wie mich direkt an. Der Autor hat auch ein Weblog in dem er immer mal wieder was über seine Sprache und ihre Implementation schreibt - aktuell zum Beispiel über Type-Inference in Factor. Hier gibts den Originalartikel.
Factor Beispielserver
Chris Double hat einen Factor Server aufgesetzt, mit dem jeder rumspielen kann. Factor ist deshalb interessant, weil es eine komplett auf Webbrowser aufgebaute Entwicklungsumgebung mit Inspektoren, Browsern und Editoren hat - man kann also alles über einen Webbrowser ändern, auch den laufenden Code des Servers. Allerdings ist es nicht wie bei Zope - also eine CMS Oberfläche. Statt dessen sind es eher Smalltalk-angelehnte Werkzeuge, also low-level Programmierwerkzeuge. Sehr nett das ganze. Die Sprache trifft auch einen Nerv bei mir: eine Mischung aus Joy, Lisp und Forth. Bei meiner Affinität zu Lisp und Forth ist es klar, das ich mich mit sowas auseinandersetzen muss Bei Planet Lisp gibts den Originalartikel.