Ein bisschen was zur Geschickte, woher mein Interessan an eigener Website-Publishing-Software kommt und was mich hierher gebracht hat.

Angefangen hat es natürlich alles mit handgedengeltem HTML, wie bei vielen aus der Zeit. Und natürlich war das handgebaute HTML viel besser als diese neuen Editoren, die HTML erstellten. Klar, wir wussten viel besser wie man das richtig macht. Irgendwie war es sogar korrekt, weil damals Browser noch sehr schwachbrüstig waren und Computer deutlich kleiner in der Leistung und komplexe Seiten mit komplexem HTML für die Browser länger zur Anzeige brauchten.

Irgendwann in der ganzen Zeit habe ich Radio Userland kennengelernt. Es war für damalige Verhältnisse ein super spannenedes Tool, eine Datenbank, eine eingebaute Programmiersprache (Frontier - ich hab da selber nie viel mit gemacht), die direkt im System lebte und innerhalb dieses Kerns von Datenbank und Sprache dann ein Webserver, der auf dem eigenen Rechner läuft und eigentlich nur zwei Aufgaben hat: die Webseite anzuzeigen und die Webseite als HTML zu erstellen. Dazu ein Editor für Texte und Scripte in Outlines aus denen dann die ganze Webseite generiert wurde.

Ich war von Anfang an fasziniert, aber von der Programmiersprache eher abgeschreckt. Das Konzept war aber definitiv eines, das mich interessierte. Also war der nächste Schritt für mich, mir das ganze selber zu bauen - aber mit einer Programmiersprache, die mich mehr begeisterte: Python. Das war die Geburt des Python Desktop Servers - pyDS.

Ein bisschen hat mich auch Niklas Luhmanns Zettelkasten inspiriert. Die Idee über lange Zeit Wissen zu sammeln und zu speichern und ständig zu erweitern und zu verlinken und zu organisieren hat mich immer fasziniert. Das ist auch der Grund warum meine Blog-Werkzeuge immer nicht nur ein simples Blog hatten, sondern einfach auch Sammlungen von Links und Verweisen, Bilder, größere Seiten mit Links in Wiki-Form und random Zeug das einfach angefallen ist an Wissen.

Es gab sogar eine ganze Reihe von Anwendern dieser Software, die auf einem damals eher ungewöhnlichen Stack lief, weil ich den ganzen Server in der App selber gebaut habe. Und die Datenbank war ebenfalls eher ungewohnt für normale Projekte (spaltenorientierte Speicherung zum Beispiel). Auf der Software lief mein erstes Blog eine Weile.

Irgendwann war aber einfach das Ende erreicht, das ganze lief einfach nicht mehr ordentlich. Die Software war auf alter Python Version aufgebaut und die Libraries wurden teilweise nicht mehr unterstützt - es war Zeit für etwas neues. Zu der Zeit war ich mal wieder am Liebäugeln mit Wordpress und hatte es eine Weile in Benutzung, war aber nicht so richtig glücklich damit. Also gab es den nächsten Rewrite, diesmal mit Django. Auch eine spannende Entwicklung, viel davon war auf für mich damals interessanten Konzepten aufgebaut (z.B. keine statischen Typen an Inhalten, sondern allgemein Beiträge, Bilder und Kollektionen - letzteres waren gespeicherte Suchen, die eine Liste von Posts ausspuckten). Das hat mich dann bis 2010 begleitet.

Warum nur 2010? Bitrot is real. Die Software veraltet wenn sie nicht regelmäßig modernisiert wird und ich war mal wieder an dem Punkt, wo ich die alte Software nicht mehr realistisch am Laufen halten konnte, ohne größeren Zeitaufwand. Den ich einfach nicht mehr investieren wollte - also wechselte ich auf Wordpress. Das alte Blog habe ich einfach als statisches HTML weggespeichert mit der Idee "irgendwann überträgst du das mal".

Natürlich passierte das nicht. Ich blieb auf Wordpress und das tuts ja auch ganz gut, aber es ist halt eine Server-seitige Lösung mit PHP und MySQL. Nichts davon ist das was mich begeistert. Aber ich hatte auch nicht mehr die Motivation das zu ändern, Wordpress war "gut genug" für mich. Bloggen wurde auch immer weniger und seltener mit der Zeit. Das Blog schlief ein.

Was hat sich in 2026 geändert? KI Coding Assistants. Ich kann viel schneller meine schrägen Ideen in Code bringen. Ich habe wirklichen Zugriff auf riesige Bestände an fertigen Libraries, weil ich sie selber nicht mehr erst verstehen muss - ich muss nur die Konzepte verstehen und meine Ideen haben, wie ich sei einbringen kann.

Also habe ich mich hingesetzt - nach diversen anderen Projekten mit Vibe Coding - und habe die Grundstruktur von bDS entworfen, die grundlegende Vision. Vieles aus dem Python Desktop Server hat überlebt, nur dass der Kern jetzt Electron und TypeScript ist. Aber auch viel aus dem was ich von früher gelernt habe, hat überlegt: simple Formate, Dateien und Verzeichnisse first, Datenbank nur zum Caching, Reproduzierbarkeit der Datenbank, Versionierung, Synchronisation über Versionsverwaltung - vieles sind Sachen die ich auch früher schon wollte, aber einfach zu komplex waren anzupacken.

So, hier sind wir nun, Februar 2026, bDS ist weit genug, dass ich damit wieder schreiben kann und veröffentlichen und das Ergebnis ist das, was ich vorher auch schon hatte: statisches HTML, das trivial zu hosten ist, und eine Menge Files auf der Platte, in denen die Inhalte liegen.

Mal schauen wie lange das hier hält. 8 Jahre meine selbstgelösten Sachen, 12+ Jahre Wordpress, schauen wir mal ob bDS das Zeug hat länger zu laufen.

Auf Dauer will ich hier Artikel sammeln, die Treile von bDS erklären. Mal schauen wie viel ich zusammenbekome.