Artikel - 17.2.2006 - 9.3.2006

Lego hats geschnallt

Die Lego »Mindstorms NXT«-Firmware wird Open Source - und nur so gehts. Lego verdient am Verkauf der Bausätze und die Software wird von Fans aufgemöbelt. Das war schon beim RCX so - nur mussten die Entwickler da eine Menge Bytes disassemblieren um rauszukriegen wie das Teil läuft. Mit dem NXT könnte es so deutlich besser werden.

Die Speicherausstattung (256 MB Flash) und die CPU (Arm 7) klingen auch sehr gut. Das wird ein ziemlich interessantes Gerät, der neue Roboterbaustein.

Merkels neuer Kumpel?

So komplett gaga wie Kaczynski ist müsste das Merkel doch nach den Einschleim-Erfahrungen beim amerikanischen Gegenstück gut mit dem zurecht kommen ...

Shit hits Fan bei Debian?

Wenn Joey die Brocken hinschmeisst - und das auch noch öffentlich - dann muss die Geschichte wirklich heftig in den Wicken sein. Denn normalerweise versackt er einfach nur still und leise ...

Mac OS X Security Challenge

Die Mac OS X Security Challenge der University of Wisconsin ist eine wesentlich realisitischere Variante des doch eher zweifelhaften "30 Minuten Hacks", der derzeit durch die Presse und Blogs geistert. Denn auf der in 30 Minuten gehackten Kiste hatten die Angreifer einen Benutzeraccount - es handelte sich also um eine einfache Priviledge Escalation, nicht um einen Remote Hack. Letzterer ist deutlich anders anzulegen, da man ja überhaupt erstmal einen Zugriff auf die Maschine bekommen muss.

Trotzdem sollte Apple natürlich auch Priviledge Escalations ernst nehmen - denn z.B. auf allgemein zugänglichen Rechnern gibts schon einige Angriffsszenarien, die durchaus problematisch sind - gerade auch bei angeblichen Sicherheitsfeatures. Zum Beispiel das verschlüsselte Homeverzeichnis wird zur Farce, wenn auf dem Rechner mehrere Benutzer gleichzeitig eingeloggt sein können - das Homeverzeichnis wird beim Login des ersten Benutzers geöffnet und gemounted, der zweite Benutzer kann dann einfach reingucken. Apple sollte schon an solchen Stellen nachbessern, natürlich auch an den Stellen, an denen ein unpriviligierter Benutzer Root-Rechte kriegen kann - denn das sind Angriffsvektoren für Viren und Trojaner.

Hey, ich hab keinen Bock drauf auf Dauer ähnlichen Murks wie unter Windows zu habne, also seht zu, das ihr bei Apple die Löcher dicht kriegt!

Hmm.

Würdest du bitte nicht auf die thermo-nuklearen Waffen schiessen?

Lebowski Fest West

es gibt ein Lebowski Festival. Unglaublich. Da muss ich glatt nen White Russian drauf trinken. Und pinkelt mir nicht auf den Teppich!

Netzneutralität und die Realität

Gute Punkte von Doc Searls in "[Net Neutrality vs. Net Neutering[0]":

The carriers' plan from the beginning has been to convert the Net into a paid content delivery system--of some kind. That's all they were ever able to imagine. That's why they've screwed Net Neutrality from the beginning, offering crippled asymmetrical service to customers whom they expected only would consume, never producing much more than clicks that brought down more to consume. Most of us have never known anything but an asymmetrical relationship with the Net, which is why so many of us barely can imagine what it means to be a producer as well as a consumer in the Net's end-to-end world. A couple of days ago, a woman I know--middle class, white collar--told me she doesn't like the Net because "I don't like mass media in general".

ADSL, Modems mit beschränktem Upstream, dynamische IPs bei Einwählern ohne auch nur den Versuch die gleiche IP neu zu vergeben, Zwangsdisconnects mit IP-Wechsel bei DSL Flatrates - die Netzneutralität existiert für viele Benutzer nicht. Klar, man kann sich irgendwo ein kostenloses Blog besorgen - aber bleibt immer Netzteilnehmer zweiter Klasse. Das einfachste - auf dem heimischen Rechner die eigene Site zu betreiben - steht kaum einem Netznutzer zur Verfügung.

Die Kehrseite der Medaille: würden wir (wir = Sysadmins) es wollen, das all die Leute zu Hause Server betreiben, die schon nicht in der Lage sind, ihr Windows rudimentär gegen Angriffe zu schützen? Wie würde ein Netz aussehen, in dem jeder Benutzer auch Produzent ist und die dafür nötige Software betreiben würde - wären die Angriffe und Einbrüche Anreiz genug für Hersteller die Software DAU-tauglich zu machen, so das der Sicherheitslevel höher wäre, oder wäre jetzt das Chaos noch grösser, mit ein paar Millionen Zombie-Rechnern mehr?

Ist es eine Alternative die Leute dazu aufzufordern sich Root-Server zu mieten oder mit Freunden zusammenzulegen und gemeinsam einen zu mieten - wohl wissend, das die meisten von denen keine Ahnung von Administration haben und beim derzeitigen Zustand der Serversoftware sich eher zusätzliche Löcher einfangen, nicht stopfen und damit an Spamverteilung, DOS und anderen Netz-Schweinereien unwissend mitmachen? Würden Serverhoster die Systeme besser pflegen und absichern, wenn sie mehr davon an unwissende User vermieten?

Oder wäre das nur ein weiterer September der nie endet?

ob das eBay schmeckt?

Ob eBay so richtig begeistert über die Entscheidung des OLG Köln zur Identitätsprüfung bei Online-Auktionen ist? Immerhin ist das ein recht heftiger Schlag gegen Online-Auktionen - für Verkäufer kommt da ein ganz neues Problem hoch:

Nach Ansicht der Richter des OLG sei durch die Abgabe des Angebots unter Nutzung des Accounts der Beklagten kein wirksamer Kaufvertrag entstanden. Grundsätzlich müsse derjenige, der sich auf einen wirksam geschlossenen Kaufvertrag beruft, nachweisen, dass die andere Vertragspartei auch tatsächlich Vertragspartner geworden sei. Die Beweislast treffe somit den Kläger, der jedoch die Angaben der Beklagten in der Verhandlung nicht widerlegt habe.

In Anbetracht der ziemlich schludrigen Sicherheitsmechanismen bei eBay und anderen Auktionsplattformen ist das ganze aber meiner Meinung nach nur richtig. Denn solange eBay immer noch JavaScript in Beschreibungen ermöglicht bleibt das System manipulierbar und die Sicherheit, das jemand tatsächlich ein Gebot abgegeben hat, ist schlichtweg nicht gegeben.

Zurück zu den KZ-Hühnern

Mehrere Bundesländer wollen das Verbot von Legebatterien kippen:

In mehreren Bundesländern gibt es Bestrebungen, das Verbot von Legebatterien auszuhebeln. Sprecher der Landwirtschaftsministerien in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen bestätigten einen Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel", wonach es eine breite Zustimmung für die Wiederzulassung der Kleinkäfige für Legehennen gebe. Dem Bericht zufolge wird der Vorstoß auch von Mecklenburg-Vorpommern unterstützt.

Na klasse. Ganz tolle Idee. Drehen wir doch einfach die Zeit wieder zurück. Was, es gab mal Gründe von den Legebatterien wegzugehen? Egal, was schert das. Toll, die Käfige liegen über den Anforderungen der EU - eure Intelligenz allerdings unter den Mindestanforderungen für Menschlichkeit. Auf das Tierquälerei wieder Standard wird - egal wie unwürdig das für ein angeblich intelligentes und empfindungsfähiges Wesen als Täter ist. Hauptsache das Geld fliesst. Alles andere interessiert doch kein Schwein.

Land of the Stupid and Unfree

Merkt euch das für die nächste Diskussion mit den Amerikaliebhabern die einem immer die Ohren vollschwallen, wie frei und toll das Leben dort ist. Denn die Amerikaner haben gerade eben nicht ganz unwichtige Teile ihrer Verfassung weggeschmissen.

Larrys verzerrte Realität

Ich frag mich manchmal wirklich, wie das Kraut heisst, das Larry Ellison raucht, um solchen Stuss zu labern:

"Open source becomes successful when major industrial corporations invest heavily in that open source project," Ellison said at a Tokyo news conference. "Every open source product that has become tremendously successful became successful because of huge dollar investments from commercial IT operations like IBM and Intel and Oracle and others," he said.

Ja, finanzielle Unterstützung durch Firmen hat durchaus dem einen oder anderen Open Source Projekt gut getan. Aber daraus den Schluss zu ziehen, ohne die Finanzierung wären die Projekte nicht erfolgreich, ist komplett gaga. Im Gegenteil: viele Firmen investieren erst in Projekte, die schon ohne externe Hilfe erfolgreich geworden sind. Gerade kleinere Projekte mit geringerer Bekanntheit haben bei den grossen IT-Unternehmen keine Chance Geld zu bekommen - diese werden zwar auch manchmal von Firmen unterstützt, aber dann in der Regel von Firmen die direkt dieses Projekt auch gestartet haben, oder direkte Produkte darauf basierend vermarkten.

Aber klar, bei den Erfolgen die eine ganze Reihe von Open Source Datenbanksystemen haben, muss er natürlich ordentlich laut rasseln und Stuss reden, damit keiner mitbekommt wie armselig Oracle nach heutigem Stand der Technik in Wirklichkeit ist

Teufelsgrinsen

Datengier ist geil?

Man sieht förmlich den Geifer aus den Mundwinkeln der Polizeifunktionäre und der Ministerin tropfen, wenn man den Artikel über das Bundesverfassungsurteil zur Beschlagnahmung von Computern und eMails liest. Komisch, das von den Politikern nur im Nebensatz darauf eingegangen wird, das die Beschlagnahmung an sich absolut nicht in Ordnung war - statt dessen wird gleich mal nach Gesetzeserweiterungen geschrieen, damit möglichst noch mehr gesammelt werden kann.

Die Einschränkung des Bundesverfassungsgerichtes - das Beschlagnahmungen verhältnismäßig und angemessen sein müssen - kann man sicherlich vergessen, denn darauf wird keiner Rücksicht nehmen. Und bei der stetigen Veränderung der Kommunikationsstruktur hin zu elektronischen Wegen kann man damit dann das Fernmeldegeheimnis auf Dauer getrost als erledigt betrachten

Warum ich PHP-Software nicht mag

Wordpress ist ja nun eines der besseren in PHP geschriebenen Systeme. Und was ist? Es finden sich eine Reihe unsauberer Programmierungen da drin. Ja, ich weiss, das tritt auch in andren Sprachen auf. Der Punkt ist: die Wordpress-Programmierer sind relativ gut qualifiziert und relativ sorgfältig in ihrer Arbeit - und trotzdem treten solche Probleme auf. Unter andrem eben weil bei PHP die Sourcen innerhalb der Server-Root liegen, also Files die eigentlich nur intern genutzt werden über HTTP erreichbar sind. Und weil PHP-Lösungen eben nicht von Hause aus schon eine Eingangsprüfung und ein brauchbares Quoting von Texten vornehmen. Nö, sorry, aber ich mag solch ein Kuddelmuddel einfach nicht.

Arbeitsplätze auf dem Altar des Aktienkurses opfern

Die Telekom legt Rekordbilanz vor - aber weil der Aktienkurs schlecht bewertet ist, müssen 32000 Arbeitsplätze abgebaut werden. Wie, Firmen haben auch eine Verantwortung? Blödsinn, Eigentum verpflichtet nur noch dazu, noch mehr Eigentum zu wollen. Aktienkurse kaufen aber keine Telefone, bestellen kein DSL und laden Musik bei albernen zweitklassigen Online-Angeboten.

Bock zum Gärtner machen

Und das ganze dann mit Monopolgarantie. Überaus gescheite Entscheidung, wird garantiert ganz grosses Kino geben. Womit endgültig bewiesen ist, das ICANN in keinster Weiste die Belange des Benutzers im Internet interessieren, und auch nicht die Belange der alternativen Registries.

Zensur per Anwalt

Der erwartete Missbrauch des - nicht rechtskräftigen und recht spezialisierten - Urteils gegen Heise zur Nutzung als Zensurhammer. Und nein, nicht mal der Richter selber hat gemeint das sein Urteil allgemein auf Foren angewendet werden könne, aber was schert das Anwälte. Irgendwie hat Drohen und Einschüchtern und Geld aus Leuten rauspresen früher mal als Zeichen für die Mafia gegolten ...

MacMini mit Core-Duo

Sir Steve kündigt den MacMini Intel Core Duo an - und ich glaub, ich will einen haben. Denn schliesslich ist das definitiv nett, am Arbeitsplatzrechner zwei Prozessoren zu haben. Vor allem wenn der Chipsatz dann auch etwas zulegt - der im MacMini PPC ist ja doch nicht unbedingt der schnellste.

Allerdings würde meine Traumausstattung (Core Duo, 2 GB Ram, 120 GB Platte, Apple Care) mich locker 1500 Euro kosten. Autsch.

Mehr Bilder von der DMC-L1

Mehr Bilder der Panasonic Lumix DMC-L1 - dem Teil mit dem Leica-4/3-Objektiv. Das wird definitiv eins der Teile sein, die ich mir auf der Photokina in die Finger nehmen werde. Zum Glück ist es bis zur Photokina noch lange hin, da kann ich erstmal alle Foto-Anschaffungen auf Eis legen. Vielleicht vergess ichs ja bis dahin ... (klar, und Schweine können fliegen ...)

Screencast über Web-Anwendungen

Steve vom JPL hat einen Vergleich über verschiedene Webframeworks als Film bereitgestellt. Ganz nett, auch wenn er natürlich manche Sachen stark vereinfacht. Warnung: das Video ist sehr gross (300 MB) und J2EE kommt schlecht weg

Zu den Django-Kommentaren (schliesslich bin ich ja Django Contributor): I18N ist seit längerem schon im Standard drin, aber da Django sich sehr fix bewegt, kann man da nicht erwarten das er alles berücksichtigt. Und bei den Templates ist er nicht auf die Django-Template-Sprache angewiesen, er kann auch ZPT (die gleichen wie bei Plone) benutzen.

Der Zentrale Punkt kommt aber gut rüber: vergesst J2EE, lernt was anderes. Und dabei ist die Entscheidung zwischen Plone, Rails, TurboGears oder Django warscheinlich völlig egal - hauptsache ihr lernt was, das dann auch Spaß macht bei der Programmierung.

SonyStyle USA - PRS-500

Der Sony eReader PRS-500 - der mit dem elektronischen Papier als Display - ist jetzt raus in den USA. 350 US$. Aber die Software für den Transfer gibts scheinbar nur für den PC und irgendwie lese ich da nirgendwo, das man ganz normal Files draufkopieren kann um sie zu lesen. Ich hoffe ja mal das sie da noch was an Details liefern, das man das Gerät auch mit OS X oder anderen Systemen nutzen kann - andererseits ist gerade Sony ja einer der Hauptvertreter von DRM und ähnlichem Mist, da würde es mich nicht wundern, wenn die Plattform eine geschlossene Plattform bleibt. Dann heissts wohl auf die Konkurrenz zu warten ...

Tail Call Optimization in Python

Anfang des Monats hab ich mich noch darüber geärgert, das GvR keine Tail-Call Optimierung in Python will - weil er meint, das wäre ein Feature das kein einfaches Interface haben kann. Auf [Lambda the Ultimate] gibts dazu auch einen Kommentar - denn logischerweise hat dieses Statement von GvR zu einiger Erheiterung in der Lisp-Community geführt. Ganz besonders putzig daran: es gibt eine Lösung Tail-Calls per Dekorator optimieren zu lassen - in dem Python einfach im Stack rumfummelt (dank Stack-Introspection geht das ganz gut). Soviel zum Thema Rube Goldberg Device - der Dekorator ist extrem kompakt, da ist wirklich nicht viel Komplexität enthalten. Natürlich ist die Optimierung nicht wirklich optimal - sie vermeidet zwar den Stacküberlauf, aber benutzt Exception-Handling um die Funktionsaufrufe zu vermeiden, was dann doch etwas auf die Performance schlägt. Aber für die einfache Übertragung rekursiver Algorithmen kann das trotzdem durchaus nützlich sein.

Und warum wird sowas jetzt nicht als bessere, effizientere Lösung direkt in Python eingebaut? Python 2.5 kriegt von Perl geerbte bedingte Ausdrücke ( value if condition else othervalue ), aber sowas wie ein einfacher Dekorator zur Optimierung von bestimmten Funktionsaufrufen nicht?

Was sich Firmengründer so vorstellen

Kaum wollen die Mitarbeiter von SAP einen Betriebsrat gründen, schon stellt der SAP-Gründer den Firmensitz Walldorf infrage:

Zwei Tage, bevor am Donnerstag bei SAP eine Betriebsversammlung mit dem Ziel, einen Betriebsrat zu wählen, stattfindet, verstärkt Firmengründer Dietmar Hopp seine Warnungen: Die Installation eines Betriebsrates sei ein "Einfallstor für die IG Metall", sagte Hopp, der die rigiden Vorstellungen der Gewerkschafter zur Arbeitszeit ablehnt: "Wenn einer die Gewerkschaft fragen muss, darf ich heute abend um elf Uhr mit Kalifornien telefonieren, dann gute Nacht schöne SAP", illustrierte Hopp seine Befürchtungen gegenüber Handelsblatt.com – "schlimmstenfalls" sei Walldorf als Standort der Konzernzentrale in Gefahr, sagte der langjährige Aufsichtsratschef, der sich vor knapp einem Jahr aus dem Gremium ganz zurückgezogen hatte.

Genau. Unternehmen mit Betriebsrat dürfen nicht ins Ausland telefonieren. Bei solchem armseligen Gestammel von Firmenchefs und Managern frag ich mich wirklich, was diese Flachschädel eigentlich so besonders auszeichnet, das sie so viel Geld einsacken müssen? Kompetenz - egal ob fachlich (denn Arbeitsrecht gehört für mich schon zum fachlichen Umfeld eines Managers) noch menschlich, der Firmengründer von SAP hat hier schlichtweg die Hose runter gelassen, und was zum Vorschein kommt ist halt einfach nur ein Arsch.

Erschreckend auch die Hetze gegen die Gewerkschaften von Seiten der angeblichen Mitarbeitervertretung - wenn man sich deren Ergüsse so durchliest, wundert einen nicht, das die Arbeitnehmer bei SAP jetzt einen Betriebsrat wollen. Da haben sie wenigstens eine reelle Chance, das dort auch mal jemand sitzt, der tatsächlich die Arbeitnehmer vertritt und nicht nur seinen Aufsichtsratposten ...

Nachtrag: wie gut FUD funktioniert sieht man dann ja am Ergebnis. Und daran, wie sich die angeblichen Wirtschaftsblätter vor Freude auf die Schenkel klopfen. Schade für die Mitarbeiter von SAP - denn früher oder später werden sie vermutlich auf die harte Tour lernen, wie dumm die Idee ist auf seine Mitbestimmungsrechte zu verzichten. Aber die Polemik das ein Betriebsrat ja nur von der Gewerkschaft gesteuert wäre (was lächerlich ist, denn das hängt immer noch von den gewählten Betriebsräten ab, was die machen) und das ein Betriebsrat angeblich nicht zur Unternehmenskultur passe hat wohl besser gezogen als der gesunde Menschenverstand. Ist allerdings typische Traumtänzerei von Arbeitnehmern in der IT-Branche, war schon vor 20 Jahren im Rechenzentrum so. Die haben es dann später auch lernen müssen ...

Digi-Wunder-Chip von TI?

Viel Marketinghype und lautes Getöse, aber wenn nur ein kleiner Teil aus der Ankündigung von TI für einen neuen Kamerachip wahr ist, wär das schon sehr interessant. Im Prinzip - zumindestens lese ich die Ankündigung so - ist es ein DSP speziell für fotografische Anwendungen. TI ist ja im Bereich der DSPs und Custom-Chips recht weit vorne mit dabe, es könnte also wirklich was dran sein. Schaun mer mal, wenn die ersten Kameras mit dem Teil rauskommen, was dann von den Versprechungen übrig bleibt.

Instant Community Building

Was so passiert, wenn auf Lemonodor die Verfügbarkeit von "On Lisp" als Download angekündigt wird. Scheinbar hat kein einziger der Kommentatoren jemals den Link geklickt oder sich die Site mal angeguckt, bevor er oder sie kommentiert hat. Passiert auch bei anderen Postings auf Lemonodor ab und an, aber nicht so massiv wie bei diesem Posting.

Leica und Panasonic mit Digi-SLR-Kombo

War ja klar, nachdem Zeiss mit den ZF-Linsen und Nikon mit der D200 in den Markt ging, war für mich ja die Überlegung da, ob ich nach Nikon wechsel. Und natürlich kommt jetzt Leica mit rein, mit der Ankündigung des Leica D 14-50 mm F2.8-F3.5 für das four-thirds System. Womit nicht nur die neu angekündigte Panasonic Digi-SLR im Boot ist (die wohl eine Olympus E330 als Basis hat), sondern auch das ganze Olympus-System. Also noch eine mögliche Wahl beim Wechsel? Zumal es für das Four-Thirds System recht brauchbare Adapter auf Contax-Yashica gibt, so das ich damit - anders als mit der Canon - voraussicthlich alle Zeiss-Linsen weiterverwenden könnte. Interessant ist dann noch der Bildstabilisator und - wohl vom Olympus-System geerbt - der Ultraschall-Chip-Reiniger im Body.

London 2.0 RC 4 - Monday 3rd April

At least they get it right this time and announce early: London 2.0 RC 4 - Monday 3rd April. Hey, if adrian_h is dropping in, that would definitely be an incentive for me to hop over to London (it's just something like 7-9 hours by train from my hometown) and join in

Now I only have to check wether I can do hotel booking and ordering up front for reasonable rates around here, but what I did see is that the cheapest tickets are 49 EUR for the full drive, so there is plenty space for the hotel costs.

Wow.

Nerdcore - A Blog about very cool Stuff. Und so.

Stell Dir vor, all die grauen Herren in ihren Anzügen in ihren Lofts hätten keine Macht über den Klang in unseren Ohren, über die Flächen unserer Städte, über die Dinge, die wir lesen. Marktanalysen würden nichts zählen, weil der Markt, genau wie wir, ein Schwarm Schmeißfliegen ist, der sich nicht vorhersagen lässt. Die Straße wäre voller arbeitsloser Juristen. Die zögen dahin, wo sie bluten für ihre Sicht auf alles, zusammen mit ihren Kumpels, den Betriebswirtschaftlern, den Marketingheinis, den Bänkerspacken, den Versicherungsheinzes. Weil sie nicht begreifen, was es bedeutet, wenn wir uns zusammentun und vernetzen, miteinander reden. Der Mensch ist die kleinste wirtschaftliche Einheit? Fuck you, der Mensch ist alles, was wir haben. Und das ist wirklich viel, wenn man nur einmal wagt, darüber nachzudenken.

Angebliche Wettermanipulation?

Donnerwetter erstattet Anzeige wegen angeblicher Wetterbeeinflussung - Hoax? Joke? Oder zu grosser Konsum möglicherweise nicht ganz legaler Mittel? Im Infoblatt der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft taucht das aber auch auf. Also doch was dran? Die Anzeige von Donnerwetter klingt ja ernstgemeint. Wetterbeeinflussung selber ist ja durchaus ein reales Thema - und z.B. in den USA in einigen Bereichen durchaus im Einsatz, allerdings auf recht kleinem Rahmen (z.B. zur vorzeitigen Aktivierung von Wetterfronten, um grössere Benachteiligungen der Landwirtschaft in bestimmten Regionen zu vermeiden). Sollte also tatsächlich jemand über Deutschland mit sowas rumexperimentieren?

iWeb und sein Output

Ich hab ja kürzlich mit Sandvox und Rapidweaver zwei verschiedene Editoren zur einfachen Erstellung von Webseiten angetestet. Jetzt hab ich auch eine Site mit iWeb gemacht. Sandvox schied wegen gigantischer Speicheranforderungen aus, Rapidweaver zeigte schon ein paar nette und interessante Features und war vor allem fix. Aber die Styles waren nicht so professionell wie die von Sandvox. Wie macht sich iWeb?

Nunja, guckt euch die Site an. Ich hab auf Anhieb gleich eine ganze Reihe von Problempunkten gesehen:

  • der Style in iWeb sieht wesentlich "slicker" aus als dann im gerenderten Output. Fontrendering ist eben auf Webseiten nicht mit jedem Browser wirklich gut.
  • die idiotische Redirection und die doch eher unüblichen Ordnernamen. Klar, ich kann meine Site auch anders nennen - aber warum zu Kuckuck soll ich meine Site umbenennen, nur weil iWeb daraus direkt einen Ordnernamen macht?
  • die URLs sind alles andere als schön - und ich finde generell eine Redirection auf der Start-URL dämlich, da kann man doch wirklich intelligenter vorgehen und das Default-Dokument sinnvoll benutzen. Und guckt euch mal die Blog-Seiten an, was die für URLs bekommen. Ekelhaft.
  • mit Lynx kann man das ganze überhaupt nicht benutzen. Die Redirects sind falsch und die Links werden auch nicht mehr angezeigt.
  • auch wenn der HTML-Code validiert, so ist er trotzdem nicht wirklich semantisch. Überschriften werden nicht als Hx gesetzt, sondern einfach nur per Styles grösser gemacht.
  • Layouts werden zwar nicht mit Tabellen gemacht, aber durch Inline-Styles werden DIVs als Tabelle missbraucht. Sorry, aber nur das Tag zu ändern macht ein Layout nicht schön.
  • der Sourcecode ist komplett unlesbar und scheisse.
  • schon die Grundseiten enthalten ständig JavaScript für diverse Zwecke. Und nein, iWeb hat darüber im Editor definitiv nicht informiert. Wie soll man so erwarten, das Mac-User sich dann später auch Gedanken zu den Problemen von JavaScript-basierten Elementen machen?
  • wieso eine Firma, die sich selber Text-Vorleser programmiert, eigene Rechtschreibkorrekturlösungen baut und auch ansonsten relativ gut mit Text umgehen kann ausgerechnet die Verkürzung der Blogbeitragstexte so macht, das mitten im Wort abgeschnitten wird, weiss wohl nur Apple alleine.
  • Accessibility? We don't need no stinking Accessibility.

Ich hoffe ja mal, das Apple da deutlich nachbessert. Ich mein, semantisches Layout und Source der den Accessibility-Richtlinien entspricht ist ja nun wirklich nichts neues. Warum Apple da einen dermaßen miesen HTML-Code produziert ist mir echt ein Rätsel.

Nikon D200 Full Review

Bei DPreview gibts jetzt den vollständigen Review der Nikon D200. Wenn ich mir die technischen Daten und vor allem auch natürlich die Messwerte angucke, dann hat Nikon da definitiv ein Topgerät gelandet. Das macht aus meiner Sicht absolut Konkurrenz zu den Canon-Geräten. Und wenn ich mir dann auch noch dieses schnuckelige Makro von Nikon angucke, dann wird mir ganz warm ums Herz - ein 2.8er Lichtstärke 150er Bildwinkel mit Bildstabilisator - das wäre definitiv was feines. Dazu dann noch die Zeiss Objektive für Nikon F und das kombiniert mit den Mattscheiben von Katz Eye(die auf der Nikon keine Änderung der Anzeigen im Sucher bewirken - anders als bei den Canon-Kameras - und auch keine starke Änderung in der Belichtungsmessung), dann könnte das für mich schon fast fotografisches Nirvana bedeuten. Zumal mir die Kamera sehr gut in der Hand lag, als ich sie letztens bei Fotohändler des geringsten Misstrauens mal in die Finger genommen habe.

Ok, jetzt muss ich nur noch rauskriegen, welche Objektive für das Nikon-Bajonett wirklich ein brauchbares Bokeh haben - denn das, was ich bisher so im Nikon-Umfeld gesehen habe, fand ich weniger überzeugend. Ok, die Zeiss-Linsen dürften da ziemlich klasse sein (ich hab die ja schon für meine Contax RTS III), aber ein paar AF-Objektive wären schon nett. Das Makro wäre da natürlich an erster Stelle der Wunschliste, da ich ein solches Makro an meiner Canon zu schätzen gelernt habe (unter anderem wegen der gnadenlos guten Bildqualität im Vergleich zu normalen Objektiven).

Ausserdem muss ich dann noch jemanden finden, der mir meine Canon-Ausrüstung zu einem annehmbaren Kurs abkauft, oder alternativ im Lotto gewinnen oder ne Bank überfallen ...

Aber schon komisch, das ist das erste Mal, das eine Nikon-Kamera wirklich einen "haben wollen" Reflex auslöst - bisher hat Nikon das nie geschafft, allenfalls ein "wär ganz nett zu haben" Effekt war beobachtbar. Und wer mich kennt, weiss das ich vor fast nichts zurückschrecke wenn der Anreiz gross genug ist

Patentamtsidiotie in den USA

Softwarepatente sind ja was ganz tolles, deshalb wird sicherlich keiner der Verfechter dieses Hirnrisses was gegen das Patent auf jede Art von Internet-Rich-Client haben. Wenn das sich hält, werden in den USA demnächst Ajax-Anwendungen zu Patentverletzungen und eine kleine Klitsche ohne reale Produkte zockt dann Firmen ab, nur weil die ein Patent auf etwas haben, das sie selber nicht im geringsten entwickelt oder auch nur gefördert haben.

So bescheisst man Kunden

RWE macht hohe Gewinne auf Kosten der Kunden:

Der Energie-Konzern trumpft auf. Das Betriebsergebnis übertrifft die Erwartungen der Experten und auch der leichte Umsatzrückgang überrascht nicht. Hauptgrund für den Geldsegen waren die hohen Strompreise.

Klar, die Strompreiserhöhung war alleine durch externe bestimmt und hatte garnichts damit zu tun, das die RWE schlicht und einfach ihre regionale Monopolstellung ausnutzen will. Dabei ist dann die Äusserung aus dem NRW-Wirtschaftsministerium, das dieses eventuell die Beutelschneiderrei um 25% kürzen will, eher lachhaft - denn die gesamte Strompreiserhöhung dient einfach nur der Bereicherung des RWE-Konzerns.

Tor GUI Competition

Die GUI Competition für tor - ein gutes Werkzeug zur Sicherung der Privatsphäre des Internet-Benutzers - kannte ich noch garnicht. Tor selber benutze ich ja schon eine Weile - und eine Zeit lang habe ich auch einen tor Router betrieben - aber die Nutzung, speziell bei dynamischer Netzanbindung, ist immer noch etwas hakelig für normale Endbenutzer. Natürlich vertrete ich auch die Meinung das Endbenutzer ruhig etwas mehr über ihren Rechner lernen sollten und deshalb die Installation und Nutzung von tor auch für diese Leute machbar wäre - aber wenn wir wirklich wollen das tor ein Zeichen gegen die Datenspionage des Staates setzen kann, dann brauchen wir definitiv grafische Oberflächen zur Aktivierung, Nutzung und Konfiguration. Denn nur dann werden auch normale Benutzer darüber nachdenken ob sie es nicht doch einsetzen sollten.

Aus diesem Grund freut es mich auch ganz besonders, das die COmpetition jetzt in die nächste Phase - die tatsächliche Programmierung der GUIs - gegangen ist. Und als blöder Mac-Maus-Schubser wünsch ich mir natürlich auch eine OS X Oberfläche dafür

Übrigens gibt es eine sehr praktische - und meiner Meinung nach einleuchtende - Anwendung von tor: öffentliche WLAN Hotspots. Auf denen läuft die Kommunikation in der Regel unverschlüsselt ab. Damit sind alle Zugriffe direkt für andere sichtbar - unbrauchbar zum Zugriff auf Sites bei denen man ein Passwort hat, wenn diese nicht auch gleich SSL anbieten. Und ganz besonders problematisch mit all den anderen unverschlüsselten Diensten, mit denen man gerne im Internet rumspielt - IRC zum Beispiel (ein privat chat ist nicht mehr allzu privat, wenn man ihn über einen öffentlichen WLAN Hotspot führt ...). Tor kann hier sehr einfach helfen - eine lokale tor-Installation auf den Rechner und die Client-Software passend konfigurieren und schon hat man eine Art Über-VPN.

Das ist auch ein Grund, warum ich mir eine tor-Portierung auf das kleine Nokia 770 Tablet wünsche

Ich selber benutze tor nicht bei allen Diensten - habe aber generell auf dem Mac eine Netzwerkkonfiguration parat, bei der tor und privoxy durch Auswahl aktiviert werden (ich würd mir wünschen das ich den socks-forward bei privoxy per privoxy-GUI toggeln könnte - dann könnte ich nämlich die Privoxy-Umgebung generell aktiv halten und nur bei Bedarf den tor zuschalten). Dadurch kann ich unterwegs schnell und einfach tor zuschalten. Für Jabber benutze ich Psi, bei dem ich den tor-Dienst generell aktiviert habe. Bei IRC bentze ich XChat-Aqua, welches recht einfach mit verschiedenen Serverkonfigurationen bestückt werden kann, so das ich tor aktivieren oder deaktivieren kann (viele IRC-Netze erlauben keine IRC-Nutzung über tor).

Ein GUI auf dem Mac sollte sich meiner Meinung nach in die Netzwerkumgebungen beim Mac einklinken, also über die Aktivierung dann entsprechende Änderungen vornehmen, genauso wie es der Umgebungswechsel macht. Und man sollte wie früher bei den alten Mac Locations recht leicht anderen Programmen neue Configs unterschieben können, für die Programme bei denen der Proxy manuell eingetragen werden muss.

Verstrahlter Koch

Koch plädiert für eine längere Laufzeit für das "unsicherste" Atomkraftwerk:

Der hessische Ministerpräsident Roland Koch sprach sich hingegen für eine Laufzeitverlängerung aus. Es sei im Landesinteresse, das Kraftwerk so lange wie möglich in Betrieb zu lassen, insbesondere wenn der Betreiber RWE bereit sei, den Meiler nachzurüsten, sagte der CDU-Politiker im Landtag.

Wie, das Teil ist eines der störanfälligsten und unsichersten Kraftwerke in Deutschland? Was, das Kraftwerk ist mehrfach mit Störfällen aufgefallen und der Betreiber ist mehrfach dadurch aufgefallen, das er diese Störfälle zu vertuschen versucht hat? Aber klar, wir glauben dem Betreiber einfach mal, das er das Kraftwerk aufrüstet und sicher macht. Genauso wie wir ihm glauben, das die ganzen Strompreiserhöhungen nicht einfach nur dazu dienten, seinen Gewinn auf Kosten der Bürger zu erhöhen.

An die Content-Diebe

Da mal wieder wie an der Blogbar beschrieben Contentdiebe unterwegs sind, mal präventiv für diese eine Erklärung, was eine CC-Lizenz mit Share-Alike-Bedingung und Non-Commercial bedeutet: keine Ads auf den Seiten. Keine kommerzielle Site - also z.B. bezahlte Accounts oder ähnliches. Und ja, ich meine das mit den Non-Commercial ernst. Share-Alike hat auch eine einfache Erklärung: eine Site, die meine Inhalte wiedergibt, muss unter der gleichen Lizenz stehen, wie meine Site.

Wer die beiden Bedingungen (über die Erklärung von Attribution reden wir mal nicht) nicht erfüllen kann, muss wohl oder übel nachfragen. Und das bedeutet nicht, das eine Nicht-Reaktion eine stillschweigende Zustimmung wäre - wer keine explizite Erlaubnis von mir hat und sich nicht an die CC-Lizenz halten kann, muss eben die Griffel von meinen Inhalten lassen.

Und wer meint, das ich ihm nix kann: wer so blöd ist sich Inhalte aus RSS-Feeds automatisch zu ziehen, sollte darüber nachdenken, das die ziehende Maschine erkennbar ist (ganz besonders bei "stationären" Diensten) - und man durchaus passende Feeds für einzelne Server bereitstellen kann, wenn man seine Software so wie ich selber programmiert. Und glaubt mir, liebe Content-Diebe: die Inhalte, die ihr dann ziehen würdet, würden euch garantiert nicht gefallen.

Babylonische Erklärung für die Nebra-Himmelsscheibe?

Die Nebra-Himmelsscheibe ist eine astronomische Uhr:

Eine babylonische Keilschrift aus dem siebten Jahrhundert vor Christus und die Detektivarbeit eines Hamburger Astronomen haben das Rätsel um die Himmelsscheibe von Nebra gelöst: Rahlf Hansen entschlüsselte eine Schaltmonat-Regel, die von der 3600 Jahre alten Bronzescheibe abzulesen ist.

Mit der Regel wird das Mondjahr und das Sonnenjahr wieder synchronisiert - das Mondjahr ist etwas kürzer als das Sonnenjahr und daher läufts im Laufe der Zeit aus der Synchronisation, mit der Regel auf der Scheibe wussten die Besitzer wann sie den Mondkalender durch Einschub eines Schaltmonats zurücksetzen mussten.

Schon verrückt, wenn man bedenkt, das die Scheibe aus der Bronzezeit ist. Und Babylonien und Sachsen nicht wirklich dicht beieinander liegen (wobei die Aufzeichnungen fast tausend Jahre jünger sind, was die Leistungen der Hersteller der Scheibe noch interessanter macht).

Jetzt kommt IBM in Fahrt

Erinnert sich noch jemand an diesen Dauergerichtstermin zwischen SCO und IBM? GROKLAW bringt eine Reihe von Dokumenten mit Anforderungen von IBM an diverse Firmen. Microsoft, Sun, HP, Baystar - mit sehr vielen, sehr interessanten Fragen. Hey, das Verfahren könnte so langsam wieder etwas interessanter werden

Musikindustrie verblödet immer mehr

Jetzt wollen sie "Intelligente Aufnahmesoftware" verbieten - ohne zu verraten, was das denn sein soll. Aber sie wollen natürlich die Privatkopie beschränken, Mitschneiden aus dem Radio einschränken, die Sendefreiheit für den Hörfunk einschränken und auch sonst alles unternehmen um sich selber zur Bedeutungslosigkeit zu degradieren - denn wenn keiner mehr freien Zugang zur Musik hat, werden die Menschen sich auf Dauer den freien Zugang anderweitig besorgen. Letztendlich fördern die hirnrissigen Forderungen der Musikindustrie auf lange Sicht nur die illegale Verbreitung von Musik als das sie diese eindämmen.

Das Problem dabei ist allerdings, das sich die Prolethiker in Berlin eh schon die ganze Zeit von der Musikindustrie vorführen lässt und immer mehr von dem geforderten Schwachsinn umsetzt. Und so können wir uns vermutlich auf noch mehr irrwitzige und hirnlose Gesetze freuen, so lange bis vielleicht doch mal dem Verfassungsgericht der Kragen platzt und sie dem Unsinn einen Riegel vorschieben. Den dann aber vermutlich die Prolethiker genauso ignorieren wie andere Entscheidungen aus Karlsruhe ...

Netz-Neutralität gefährdet

Telekom fordert Geld von Content-Anbietern - und stösst dabei ins gleiche Horn wie die US-Telecoms:

Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke hat angekündigt, die Telekom wolle künftig Geld von Anbietern wie Google, Yahoo, Amazon und eBay verlangen. Es könne nicht sein, sagte er der «Wirtschaftswoche», dass der Kunde für das Breitband-Netz allein zahle.

Und wer garantiert, das es nur die grossen Content-Anbieter betrifft? Und wer garantiert, das demnächst kleine Kunden, private Sites etc. noch die gleiche Leistung erhalten wie die Grossen? Denn genau das bedeutet die Netz-Neutralität: das die Leistung für alle Beteiligten gleich ist. Auch wenn Ricke so tut als würde er sich da zum Anwalt der Kunden machen, es geht doch nur darum, das die Backbone-Betreiber mehr verdienen wollen, ganz besonders die aus dem Telekommunikationssektor.

Etwas deutlicher wirds bei Heise, was diese Forderung der Telekoms bedeutet: letzendlich zahlen die Anbieter dann mehrfach für die gleiche Leistung. Erstmal bezahlen sie bei ihrem Hoster oder Provider für die Connectivity. Dann zahlen sie nochmal für die gleichen Bytes an die Backbones. Und dann zahlt der Besucher auch noch für dieselben Bytes an seinen Provider. Das ist klassische Telekoms-Abzocke (und ich meine damit durchaus mehr als nur die Deutsche Telekom).

Die Backbones haben eigentlich ihre Finanzierung über die Peering-Abschlüsse mit anderen Backbones (sofern dort asymmetrische Lastverteilung vorliegt) und durch eigene, direkte Anschlüsse von Anbietern und Nutzern. Jetzt wollen sie Geld von Beteiligten, die mit ihnen gar keine Verträge haben - sondern nur über Verträge Dritter die Leistungen der Telekoms nutzen. Und das ist schlicht Beutelschneiderei.

Phollowing the Phlopping Phish

Wer mehr über die peinliche Panne bei Geotrust wissen will: Phollow the Phlopping Phish beschreibt die Phishing-Attacke mal aus Sicht eines Benutzers. Mit Screenshots und Dokumentation wie gut die Site gefälscht war und wie wenig ein normaler Benutzer das durchschauen konnte.

virtuelles Bluetooth Keyboard

Ich hab jetzt ein i-Tech Bluetooth Virtual Keyboard(frech den Link aus den Sourcen gepult - die Site ist sonst nämlich nicht sinnvoll bedienbar und ohne JavaScript gibts keine direkten Produktlinks - klare Fall von "dämlicher Designer Syndrom"). Sehr nett das ganze - die Tastatur wird auf den Tisch projeziert und dann mittels darüber liegender Infrarotschranke abgetastet. Die virtuellen Tasten funktionieren hervorragend.

Gekauft hab ich bei Expansys, allerdings haben die mir eine UK-Version geliefert - das Netzteil passt nicht in deutsche Steckdosen. Die Belegung ist natürlich immer englisch, aber das Steckernetzteil hätte ich schon gerne in der passenden Ausführung (deshalb auch die komischen Links auf Adapter von Englisch auf Schuko ).

Die Integration mit dem Nokia 770 ist sehr einfach - man holt sich einfach das Bluetooth Keyboard Plugin und installiert dieses. Achtung: wenn die Leiste mit den Icons oben auf dem Display schon voll ist, wird das Bluetooth-Icon möglicherweise nicht mehr angezeigt. Dann muss man sich von einem seiner Statusbalken-Plugins trennen.

Danach muss man einfach in die Einstellungen des Plugins gehen und bei angeschalteter (und sicherheitshalber resetteter) Tastatur diese aus der Liste der verfügbaren Geräte auswählen und Pairen. Danach erkennt das Plugin automatisch die Tastatur wenn sie eingeschaltet wird - man braucht also nicht manuell zu connecten, einfach das Tablet neu starten, die Tastatur einschalten und los gehts. Ausschalten der Tastatur wird auch brav vom Tablet als Disconnect erkannt.

Oh, und diese Laserprojezierte Tastatur ist nicht nur äusserst praktisch, sondern auch noch absolut cool.

Zeichen der Krise

BASF fährt Rekordjahr ein:

Der weltgrößte Chemiekonzern BASF hat 2005 mit einem Rekordergebnis beendet. Wie das Unternehmen mitteilte, kletterte der Umsatz um 14 Prozent auf 42,7 Milliarden Euro. Der Jahresüberschuss stieg um 50 Prozent auf 3 Milliarden Euro. Und auch für das laufende Jahr sieht sich BASF gut gerüstet.

Oh, ja, der Gewinn bei Ernährung und Pflanzenschutz hat einen rückläufigen Gewinn - naja, da werden die Politiker mit der Gensaat-Verordnung sicherlich der BASF dann auch demnächst Rekordgewinne mit steigender Tendenz verschaffen, wenn denn endlich der Industrie die Knebelung von Landwirten an ihre Saaten, Dünger und Gifte gelungen ist.

Auch putzig die hohen Gewinne im Bereich Öl und Gas. Natürlich sind die Preissteigerungen in den Bereichen alleine durch die hohen Kosten entstanden und haben nichts damit zu tun, das Öl und Gas Konzerne ihre Gewinne steigern wollen. (Ja, auch BASF ist im Bereich Erdgas fleissig - z.B. durch Wintershall, ein Unternehmen der BASF-Gruppe).

Was wohl die 3600 Arbeitnehmer von BASF in Ludwigshafen, deren Stellen in 2004 abgebaut wurden, von dieser Unternehmensentwicklung halten? Speziell die, die nicht über Abfindungen oder Altersteilzeit, sondern über Verschieben in eine Zeitarbeitsfirma rausgeschoben wurden?

Browser sind eben keine Programmstarter

Apples Safari führt Shell-Skripte automatisch aus - genauer gesagt kommen eine ganze Reihe von Techniken zusammen zu Einsatz. Der Auslöser ist aber die blöde Eigenheit von Safari bei bestimmten Dateitypen automatisch den passenden Viewer zu starten - und manche Dateitypen dann falsch zuzuordnen. Generell ist es eben schlicht und einfach eine blöde Idee, wenn ein Browser Downloads als sicher oder unsicher versucht einzustufen und dann an ein externes Programm weitergibt - denn meistens ist dieses externe Programm in keinster Weise darauf vorbereitet, unsichere Inhalte zu erhalten. Sobald dann der Browser sich verschätzt, ist der Trojaner funktionsfähig.

Also Leute: schaltet die "Ausführung sicherer Dateitypen" im Safari aus. Und Apple könnte das gleich mal als Anlass nehmen diese Funktion endlich mal aus Safari auszubauen. Der paar Klicks mehr werden den Benutzer nicht umbringen ...

Update: und hier der Grund, warum ich über solche Bugs leicht angepisst bin - sorry, aber das ist Microsoft-World, nicht Unix-World. Bitte mal am Riemen reissen und nicht solchen Unfug treiben

verwirrtes Gesicht

Bush und die Atomkraft

Bush fordert mehr Atomkraft Einsatz:

"Unser Plan ist es, die Nutzung sicherer und sauberer Atomenergie zu erhöhen", sagte Bush, der vor wenigen Wochen eine Reduzierung der Öl-Abhängigkeit gefordert hatte. Intensiviert werden sollen auch die Entwicklung und Nutzung neuer Technologien für die Solar- und Windenergie.

Das aber dummerweise der Rohstoff Uran ebenfalls limitiert ist, es sich also garnicht um eine wirkliche Alternative zu Öl handelt, und das bei der Atomkraft das ganze Thema der Endlagerung der atomaren Abfälle überhaupt nicht gelöst ist, das alles interessiert ihn überhaupt nicht.

Die Patentlösung der Vollidioten - statt sich auf Öl als langsam zur Neige gehenden Rohstoff zu stützen, wählt man einen anderen zur Neige gehenden Rohstoff, der viel gefährlicher und dreckiger ist. Ganz tolle Strategie.

zorniges Gesicht

Natürlich schert ihn auch nicht, das er gerade erst seine Krise mit dem Iran hat, weil dort das Atomprogramm möglicherweise eben nicht nur für die Stromerzeugung dient. Und das in den USA aus guten Gründen (Kosten und Gefahren) die Atomkraft seit den 70ern nicht mehr aktiv gefördert und erweitert wird.

Die tatsächlich naheligendere Zukunftsvision - den verstärkten Einsatz erneuerbarer Energieträger - wird aber wieder mal völlig ignoriert. Wär ja auch zu einfach, wenn man sich des Problems der nicht-erneuerbaren Energieträger widmen würde, nämlich der nicht-Erneuerbarkeit ...

United States of Absurdity

Laut National Public Radio wurden wärend der Katrina-Evakuierung Schwerkranke mit einer Giftspritze getötet, weil sie nicht rechtzeitig evakuiert hätten werden können. Ja, dem amerikanischen Gesellschaftsmodell das sowas möglich macht (und andere Absurditäten wie die Suspendierung kleiner Kinder in der Grundschule wegen angeblicher sexueller Belästigung anderer Kinder oder Rauswurf einer Krankenschwester wegen angeblicher Volksverhetzung - weil sie die Bush-Administration wegen ihres Katrina-Missmanagements kritisiert hat) muss Europa dringend nacheifern. Wir sind hier noch nicht bescheuert genug.

Und an diejenigen, die mir dann wieder Salon-Antiamerikanismus unterstellen: sorry, aber das ist nix salonmäßiges mehr. Für mich ist die USA ein kollektiver Fall für die Klapsmühle. Und erzählt mir nicht, man müsse zwischen den Menschen in Amerika und der jeweiligen Regierung und Administration unterscheiden - ein nicht ganz unerheblicher Teil dieser ach so verteidigungswürdigen Bevölkerung hat den Oberschwachmaten gewählt.

Und ja, ich bin mir durchaus der Ironie des Ganzen in Anbetracht der derzeitigen hirnlosen Berliner Besatzung bewusst. Wir sind nicht mehr weit von dem gleichen Wahnsinn entfernt.

Cocoa für Klammerfetischisten

Es gibt doch tatsächlich eine Objective-C Bridge für das zweitbeste Scheme der Welt. Und ich hab das noch nicht vorher gesehen. Sieht sehr interessant aus, der Autor hat ein nettes Tutorial online, in dem er mit Scheme sein iTunes steuert. Und noch jede Menge anderer Source-Samples für Chicken-Scheme, unter anderem den obligatorischen Currency-Converter. Allerdings braucht man da eine neuere Chicken-Scheme-Version (also einen aktuellen Snapshot), sonst ist der -objc Schalter nicht unterstützt.

Wenn die noch weiter so produktiv sind, wird Chicken bald das beste Scheme von seinem Platz verdrängen

Die Installation ist allerdings ziemlich haarig, daher hier ein paar Notizen wie ich es gemacht habe:

Chicken Scheme 2.3 ist Minimum

libffi aus den Darwinports installieren: sudo port install libffi

objc Egg installieren:

sudo chicken-setup -c "-I/opt/local/include -L/opt/local/lib" objc

Der wirkliche Grund hinter Hartz IV?

Wenn man sieht, wie 1-Euro-Jobber als Streikbrecher gegen VERDI eingesetzt werden, dann könnte man ja schon auf komische Gedanken kommen:

Gegen den Streik im Dienstleistungsgewerbe werden jetzt 1-Euro-Jobber als Streikbrecher eingesetzt. In der niedersächsischen Stadt Osnabrück müssen Hartz-IV-Empfänger auf Druck des öffentlichen Arbeitgebers die städtischen Müllwagen fahren. Zu Wochenbeginn musste dies durch einen massiven Polizeieinsatz gegen die Streikenden durchgesetzt werden.

Aber natürlich gehts bei den 1-Euro-Jobs nur darum, die Menschen auf Arbeit vorzubereiten und sie zu motivieren. Zu was sie durch solche Aktionen allerdings motiviert werden sollen ...

Dresdner war «Vertrauensbank der SS»

Eine von der Dresdner Bank selbst in Auftrag gegebene historische Studie belegt die Verstrickung der Dresdner Bank in die Nazi-Herrschaft, die deutlich über die Verstrickung der Deutschen Bank und der Commerzbank hinaus gingen. Diese drei Banken waren auch diejenigen, deren Auflösung in den OMGUS Berichten empfohlen wurde (welche aber nicht umgesetzt wurde).

Protzgehabe testosteron-geschädigter Prolethiker

Ist es nicht niedlich, wie der Verteidigungsminister über völlig theoretische Szenarien aufplustert?

Da das Verfassungsgericht den so genannten Abschuss-Paragrafen gekippt habe, gebe es bei Terrorgefahr nicht mal eine gesetzliche Grundlage für den Abschuss unbemannter oder ausschließlich von Terroristen besetzter Flugzeuge. Möglich wäre das nur als Notwehr bei einem übergesetzlichen Notstand. "In dem Fall würde ich auch einen entsprechenden Befehl erteilen." Als Verteidigungsminister sei er verpflichtet, die Bürgerinnen und Bürger vor einem solchen Angriff zu schützen.

Der arme Kerl - bisher hat es zwar überhaupt keinen terroristischen Angriff mit Dronen oder ausschließlich von Terroristen besetzten Flugzeugen gegeben, noch hat es irgendwelche Hinweise auf Planungen in der Richtung gegeben, aber es klingt doch sicherlich ganz doll männlich, wenn man so den großen Macker raushängen lässt.

Was für ein aufgeplusteter Dummschwätzer.