Archiv 21.9.2006 - 9.10.2006

PTB: Keine Hinweise auf manipulierte Wahlcomputer - "Bei einem tatsächlichen Angriff wäre eine gehörige Portion krimineller Energie in Verbindung mit speziellen Fähigkeiten der durchführenden Personen erforderlich, um unbemerkt die Steuerungssoftware der Geräte zu verändern". Faszinierende Argumentation, ich hätte erwartet, das eine gehörige Portion krimineller Energie die Grundvoraussetzung für eine Wahlautomatenmanipulation wäre, und keine besonders erwähnenswerte Sache in dem Kontext ...

Sicherheitslücke in Python 2.3 und aufwärts - definitiv nicht nur Ubuntu, sondern auch Debian. Ubuntu nur deshalb verlinkt, weil bei Debian noch kein Security-Advisory ist. Schläft da jemand?

Uni Mannheim will Informatik-Institut schließen - nachdem der erst vor 10 Jahren für rund 100 Millionen aus Steuergeldern eingerichtet wurde. Und obwohl der Laden scheints einen ganz respektierlichen Output hat. Tja, und für solche Pappnasenbetriebe sollen dann noch Studiengebühren entrichtet werden ... (andererseits die Frage an die Firmen, die sich für den Erhalt einsetzen: wenn die Verbindungen so gut sind, warum wird dann von Firmenseite nicht mal Unterstützung angeboten? So in Form von freien Forschungsgeldern?)

Deine Vorfahren widern mich an - du inzüchtiger Nachwuchs von analphabetischen, unhygienischen, penisverehrenden Kinderschändern!

3D-Scanner aus Webcam und Laser für jedermann - wow, cool!

6502asm.com - 6502 compatible compiler and emulator in javascript - komplett gaga. Ich liebe es.

Fefe's Blog - über die "Reaktionen" der Medien auf den Wahlcomputer-Hack.

How to create a new generation of scientists. - klasse. Wissenschaft nahe gebracht.

Parallelport-Adapter mit USB und Bluetooth - hab noch sonnen alten Epson (A2 Tintenstrahler - sowas gibt man ungern weg), den könnte ich eigentlich damit wiederbeleben ...

Scribus/Aqua - manuelle Installation (warum packen die die Libs nicht in das Application-Bundle?), aber vielleicht trotzdem mal angucken.

Gizmondo's Spectacular Crack-up - Background eines Spielekonsolen-Herstellers. Liest sich wie ein John LeCarre ...

iCalamus.net - manchmal kommen sie wieder ... (hey, was soll die Panik, sie wollen nur euer Gehirn fressen!)

Nedap-Wahlcomputer gehackt - das sind die gleichen Wahlkomputer, die bei uns eingesetzt werden ... (die übrigens vom PTI ein Zertifikat erhalten haben - soweit zur Brauchbarkeit der PTI für die Prüfung solcher Geräte)

New drug blocks influenza, including bird flu virus - wow. Wenn da was dran ist, wow.

Schachcomputer - ein paar mehr kleine Details zu dem Wahlcomputer-Hack. Nur fh's Hoffnung, das sich damit Wahlcomputer erledigt hätten, teile ich nicht. Politiker sind merkbefreit und lernresistent.

Verleger fordern schrankenlosen Auskunftsanspruch gegen Provider - Datenschutz? Ach watt. Das Wort kennt doch keiner mehr. Terroristen, Kinderschänder und Raubkopierer - damit kann man heute alles durchsetzen, auch einen totalen Polizeistaat oder Denunziantenstaat.

Exploding Hello Kitty toys recalled - hat was. definitiv.

immaterial music - ein von den Musikern betriebenes Label. Musik unter CC Lizenz.

Novell will SCO an die Kriegskasse - und will SCO um 25 Millionen aus Lizenzverkäufen erleichtern. Netter Zug von Novell ...

PubSigs - noch ne Band unter CC LIzenz - die hier liefern gleich ihre Musik als Podcast für iTunes.

Shearer - kick ass rock. Unter CC-Lizenz.

A-Bike - ein super-kompaktes Faltrad von Sir Clive Sinclair (ja, genau, der Typ, der uns den ZX 81 gebracht hat). Bei 200 Pfund nicht mal so überteuer - wär mal interessant, davon Fahrberichte zu lesen (und was über die Stabilität - bisher war keines der Sinclair-Produkte übermäßig stabil ...)

ATI-Grafikchips falten Proteine schneller - war ja klar. Nur ne Frage der Zeit, wann die GPUs leistungsfähiger werden als die CPUs.

Teacher Fired Due to Dallas Museum of Art Fieldtrip - der Trip war von der Schulleitung erlaubt und die Eltern haben vorher eine Verzichtserklärung unterschrieben. Trotzdem wird die Lehrerin wegen einem Kunstwerk in einem Museum gefeuert ...

Vmware how to - OSx86 - eine Anleitung, wie man Mac OS X unter VMWare auf einem normalen PC zum Laufen bekommt.

Blender 3D: Noob to Pro - Wikibook zu Blender, speziell an Starter gerichtet.

Final Vote Results for Roll Call 491 - 253 Abgeordnete treten die Genfer Konvention und die amerikanische Verfassung mit Füßen, in dem sie die illegalen Machenschaften der US-Administration in Stätten wie Guantanamo bestätigen. Natürlich bilde ich mir das alles wieder nur ein und bin einfach nur anti-amerikanisch.

Gewerkschaft sieht in BenQ-Mobile-Insolvenz einen "schmutzigen Trick" - putzig, wie sich jetzt die Prolethiker aufspulen und meinen vor den Karren spannen zu müssen. Wo war Rüttgers Protest beim Verkauf? Das der Verkauf eine abgekartete Sache war, um die Mitarbeiter loszuwerden, war schon damals erkennbar - die Gesellschafterstruktur und Haftungssituation sowie Verteilung der Werte auf die drei Gesellschaften ist ja nicht erst seit gestern so.

Google Sketchup -> Second Life export - cool, ein - allerdings noch sehr rudimentärer - exporter von Sketchup zu SecondLife. Muss ich mir mal angucken, offline-building wäre schon interessant. Und könnte vielleicht ein Startpunkt für mich sein, denn mit Blender komm ich einfach nicht so richtig klar.

The GPL is not a compromise - ein Punkt, der mir bei der aktuellen Diskussion über GPLv3 fehlt: die GPL ist eine Community-License. Es geht nicht um die Rechte des Produzenten, der zentrale Kern ist das Recht des Benutzers. Die Aufregung von Linus und einigen anderen ist dadurch recht putzig: denn Linus ist hier Produzent. Produzenten haben sich schon immer über die GPL aufgeregt. Die Frage ist: brauchen die Benutzer einen Schutz vor DRM? Ja, denn sonst wird die GPL in der uns drohenden DRM-verseuchten Zukunft nur Makulatur sein.

tutorial - walk cycle - ein Tutorial, wie man eine Laufbewegung animiert.

BenQ Mobile in Deutschland stellt Insolvenzantrag - komisch. Als der Teil von Siemens verkauft wurde, wurde lauthals getönt, das es nicht drum ging diesen Teil nur der Kunden und der Technik wegen zu kaufen, sondern das der Standort erhalten bleiben soll. Und jetzt, nachdem gerade erst die Beschäftigungsgarantie ausgelaufen ist, wird praktischerweise Insolvenz angemeldet.

Mason - Spiel für WorldForge, das vom Konzept an SecondLife erinnert (basierend auf User-created content).

Siemens-Vorstand sieht Gefahr einer feindlichen Übernahme - komisch, wenn jetzt die Wirtschaft mit den Heuschrecken argumentiert, deren Existenz sie vorher so vehement bestritten hat ...

Types of Mazes - Arten von Labyrinthen.

Welcome to the WorldForge Project. - könnte daraus eine OpenSource-Alternative zu SecondLife entstehen?

E.ON erhöht Endesa-Angebot auf 35 Euro je Aktie - ist es nicht nett, wenn ein deutscher Konzern mal eben 10 Milliarden für den Kauf eines ausländischen Unternehmens ausgeben kann? Über die Rekordgewinne, die mit unserem Geld für Strom, Gas etc. erwirtschaftet wurden? Und die dann sicherlich zu "notwendigen Preiserhöhungen wegem dem Kostendruck" führen werden? Und das findet ihr völlig normal?

Freeplay Energy Plc. - mit Pedalkraft aufladbares Batteriesystem.

Idiotic examples of corporate cost-cutting - tja, erschreckend, wie viel von dem Unfug man auch hierzulande sieht ...

One Planet Many People - cool, ein Umwelt-Atlas auf Google-Map-Technik von der UNEP. Manchmal kann Web 2.0 eben doch mehr sein als blöder Marketing-Hype.

Die Electronic Forntier Foundation stellt sich auf die Hinterbeine gegen die WIPO - denn die WIPO will Übertragungsanstalten Rechte einräumen, auch an Inhalten, an denen diese gar keine exklusiven Rechte haben (z.B. CC-lizensiertes Material).

In Tiny Courts of N.Y., Abuses of Law and Power - Teilzeitrichter ohne ausreichende Bildung (nicht nur Ausbildung, sondern auch Allgemeinbildung). Mit der Möglichkeit, andere in den Knast zu stecken. Nicht in irgendeinem Bananenstaat, sondern in New York State in den USA.

Rübstiel (Stielmus) - aus den kulinarischen Hochburgen der Welt: Rheinland, Westfalen, Kamerun, Namibia.

Töpfer will Atomausstieg und rügt Industrienationen - komisch. Irgendwie hab ich sein Reden aus der aktiven Zeit in der Bundespolitik ganz anders in Erinnerung ...

SpamCop genauso inkompetent wie SORBS

In meiner beliebten Serie über idiotische Sperrlisten, dieses Mal eine ganz grossartig bescheuerte Idee von SpamCop.net. Bei denen wird jetzt ein Server eingetragen, wenn dieser Mails auf nachgelagerte Systeme routet und dann Fehlermeldungen wieder rausroutet. Kurz unser Firmenszenario: unsere Kunden werden über unseren zentralen Mailserver versorgt, haben aber in der Regel eigene Mailsysteme (Exchange oder Linux-Systeme). Aus diesem Grund müssen wir für einige der Kunden Mails anehmen, egal welchen Localpart die haben - wir haben keine Kontrolle darüber, wer alles im Exchange konfiguriert ist. Desweiteren sind diese Systeme dynamisch angebunden, weshalb auch eine Life-Prüfung nicht in Frage kommt. Natürlich generieren die Mailsysteme Bounces für diese falschen Adressen - und natürlich entstehen dadurch auch Bounces auf Virenmist und Spam. Unsere Kunden haben aber ein berechtigtes Interesse an diesen Bounces, da nur so deren Partner über Tippfehler in Adressen erfahren.

Spamcop hingegen ist jetzt der Meinung, man solle die Bounces nicht weiterleiten, man müsse unbedingt ganz vorne auf SMTP-Ebene prüfen. Oder man müsse Bounces über eine eigene IP routen, die dann von Spamcop gesperrt wird, was ja kein Problem wäre (hä? damit kommen aber die legitimen Bounces nicht beim Empfänger an, wenn der hinter jemandem sitzt, der diese unfähig administrierte Liste benutzt).

Fachlich bedeutet das, das Spamcop sich anmaßt die Entscheidung zu treffen, das ein Mailserver keine Bounces rausleiten darf, wenn er eine Mail akzeptiert hat. Bounces dürfen nach Spamcop-Meinung nur auf SMTP-Ebene als Abweisung passieren, die klassichen Bounce-Mails sind nach deren Ansicht ein Grund, jemanden in eine Sperrliste einzutragen. Sie gehen sogar so weit, das jegliche Form von Autorespondern verboten ist und zu einem Eintrag in deren Sperrliste führt.

Einer Sperrliste, wohlgemerkt, deren angebliches Ziel es ist, das Spam abgewiesen wird. Was hiermit eindeutig mal wieder widerlegt ist - SpamCop hat genauso eine eigene Agenda, wie jeder andere Betreiber von Sperrlisten, und wie üblich (siehe SORBS mit den Eintragungen als gehackter Server, wenn z.B. FTP auf einem ungewöhnlichen Port läuft) glänzt es durch Inkompetenz.

Übrigens haben wir Sender-Verify auf unseren Mailservern aktiviert, weshalb nur Mails durchgehen, deren technischer Absender vom eigenen MX als gültig avisiert werden. Von daher bouncen wir nur auf Adressen, die zumindestens von deren eigenem MX auch als gültig angesehen werden. Es sind keine "misdirected bounces" auf ungültige Adressen, es sei denn, der MX dieser Adressen lügt (dann ist das aber sein eigenes Problem).

Mailbetreiber, die solche Sperrlisten zur Abweisung von Mailserver-Connects verwenden, handeln unverantwortlich. Einer davon sitzt bei Microsoft ...

Virtuelle Mode als Lebensunterhalt - und wieder sehen Medien nur das Biz in SecondLife. Über den Fun, die freien Projekte, die (oftmals freie) Livemusik - alles das sehen sie nicht. Naja, immer noch besser als das andere grosse Thema, das mit SL immer wieder in die Presse geht: Cybersex. Schon komisch, das Reporter scheinbar nur auf Geld oder Sex anspringen.

EU will Verbindungsdaten an die USA weitergeben - weil Datenschutz heutzutage auch in Europa einen Scheißdreck interessiert.

Netzbetreiber ignorieren Thoben-Frist - achja, und was haben sie im Winter alle geheult wie ungerecht sie doch kritisiert wurden, das sie doch alles täten um das Problem zu lösen ... von wegen. Statt dessen werden fadenscheinige Begründungen für Preiserhöhungen zur Sicherung der Rekordeinnahmen vorgelegt und die Kunden abgezockt. Und der nächste Winter mit nassem Schnee kommt bestimmt.

Popkomm: Musikwirtschaft will Zugangsanbieter zur Kasse bitten - Hirnschiss in Reinstkultur. Was bei dem Gesülze rauskommt wäre bestenfalls eine weitere GEZ-ähnliche Struktur. Und ja, das bedeutet auch eine Absage an die Kulturflatrate meinerseits. Leute, guckt euch an was in anderen Bereichen mit ähnlichen Strukturen heute passiert und seht ein, das ihr das genausowenig wollt wie die absurde Kriminalisierung zahlender Kunden durch die Musikindustrie. Die Lösung liegt in Creative Commons und ähnlichen Ansätzebn - und in einer Ausschaltung der Musik industrie als Rechteabzocker. Direktvermarktung von Werken durch Künstler über das Internet ist keine Utopie mehr.