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Telefontarife können einem echt den Spaß verderben

Wenn man sich so umschaut bei den Telefontarifen, dann kann man schon kleinere bis größere Tobsuchtsanfälle bekommen. Bei den Telefonie-Komponenten ist es ja mittlerweile einigermaßen ok geworden, die SMS Tarife sind immer noch lächerlich bis hanebüchen - teurere Wege seine Daten in 140 Zeichen Paketen zu verschicken gibt's nicht. Aber ok, das ist ja alles nichts neues. Aber wenn man sich dann die Datentarife anschaut, dann kriegt man wirklich das Schreien.

Anlass warum ich mir den Wahnsinn angetan habe: SMS von T-Mobile, dass ich mein full-speed Volumen ausgeschöpft hätte und den Rest des Monats jetzt mit 64kbit down- und 16kbit upstream leben darf. Nachgeguckt in meinem iPhone unter Benutzung der Daten: 1.1G downstream und 430 MB upstream. Dummerweise aber in einem Zeitraum von fast einem Jahr. Wie ich da plötzlich nur die ersten 8 Tage dieses Monats schon 200 MB gebraucht haben soll, war mir ein Rätsel, bis mir eingefallen ist, dass die Provider ja praktischerweise angefangenen 100kbit Häppchen abrechnen. Damit das full-speed Volumen auch möglichst schnell leer ist. Danke, Push-Notifikationen.

Guckt man bei den drei Großen (T-Mobile, Vodafone und O2), dann sieht man da erstmal hübsche Übersichten mit Preisen. Und natürlich flat. Heute ist ja alles flat. Aber flach war da wohl nur das Hirn des Marketingfuzzis, der sich den Mist einfallen hat lassen. Zwar ist dort tatsächlich das Volumen unbegrenzt, aber natürlich steht nur im Kleingedruckten, ab welchem Volumen man auf lächerliche 64kbit reduziert wird - und das ist nur der Download, der Upload wird dann gleich mit der Reduktion auf 16kbit fast schon unbrauchbar gemacht.

Zur Ehrenrettung von O2: wenn man auf die richtigen Wege klickt, kriegt man da die Drosselungsstufe relativ übersichtlich gezeigt. Also nicht etwa unter den Handytarifen den mit Smartphone Angabe, sondern über Internet und dann da Surfen mit Handy. Warum das eine Übersichtlich ist und das andere nicht wissen wohl nur die Webdesigner. Oder die Preisverstecker. Möglicherweise hat man auch bei den anderen Anbietern eine Verlegenheitsseite wo man eine vernünftige Übersicht bekommt, aber mir war dann irgendwann die Laune nicht mehr nach weiter suchen.

Das Kleingedruckte ist übrigens nur bei der Telekom mit Nümmerchen am Tarif referenziert - und unten schon ausgeklappt angezeigt. Bei O2 und Vodafone muss man sich aber erstmal denken, dass unter "weitere rechtliche Hinweise" oder "weitere Hinweise" sowas verstecken könnte, ohne dass man da drauf hingewiesen würde. Wozu auch, ist ja unwesentlich, ist ja alles flat. Oh, und natürlich blass-graue Schrift und nur 10 Punkte hoch, soll ja nicht zu einfach zu lesen sein. Für mich grenzt das schon an Beschiss.

Abgesehen vom versteckten anbringen: die normal bezahlbaren Tarife (sorry, aber Tarife über 50 Euro im Monat sind einfach nur eine Frechheit aber kein Angebot) haben lächerliche 300 MB Volumen bis zur Runterschaltung. Oh, Sorry, Vodafone hat nur 200 MB ...

Dazu kommen dann die lustigen Vorstellungen über Vertragsbindungen. Ja, ich kann die Bindung von 2 Jahren durchaus nachvollziehen, wenn man einen Vertrag mit Gerät nimmt - schließlich muss das Gerät darüber ja mitfinanziert werden und ich erwarte keine Geschenke. Aber die sich dann locker mal eben anschließende Verlängerung um ein Jahr, wenn man nicht mindestens 3 Monate vor Ablauf der Zwangsdauer kündigt, das ist schon echt dreist.

Besonders wenn man sich dann die Billigmarken der großen Anbieter anschaut: Base, Fonic, Congstar. Komischerweise kann man bei denen direkt auf der Tarifübersicht sehen, welche Varianten an Runterschaltung es gibt. Ausserdem gibt es mehrere Varianten. Und es gibt deutlich übersichtlichere Preise. Nur komisch - die laufen über die Netze der Mütter. Muss ja auch nicht erwähnen, dass komischerweise die Billigmarken moderatere Vertragsbindungen haben, oder? Gut sind die Billigmarken natürlich auch nicht - dort wird nichtmal mehr behauptet, man würde Service bekommen (den die großen aber auch nicht wirklich liefern - das sind eher Verzweifelungstaten als Service).

Ist doch seltsam, dass die gleiche Leistung zu drastisch unterschiedlichen Preisen angeboten werden kann, und die Billigmarke trotzdem Gewinn macht. Könnte das damit zu tun haben, dass die Mutter-Marke einfach Sachen zu Mondscheinpreisen verkauft? Oh, und es ist natürlich völliger Zufall, dass alle fast die gleichen Preise haben in ihrem jeweiligen Segment. Ich mein, das ist doch ein toll regulierter Markt, da gibt's doch bestimmt keine Absprachen oder sowas. Wie kann man nur überhaupt den Gedanken aufwerfen ...

Der Feind des mobilen Internet, der Klotz am Bein der Entwicklung dieses Sektors? Die absurden Vorstellungen der Mobilfunkanbieter. Es wird dringend Zeit für alternative Funktechniken, die von Anbietern ausserhalb dieses inzestuösen Haufens von Beutelschneidern geliefert werden können. Aber darauf zu hoffen ist wohl auch absurd, da wird die Telekommunikationslobby schon für sorgen, dass da nicht versehentlich tatsächlich mal der Markt geöffnet wird.

PS: ja, ich weiss, dass Base nicht die Billigmarke von Vodafone sondern von E+ ist. Bzw. das E+ Netz nutzt. Hat Vodafone überhaupt sowas wie eine Billigmarke?

Kernschmelze in Japan immer wahrscheinlicher

BBC News - Japan earthquake: Explosion at Fukushima nuclear plant. Das wars dann mit den Hoffnungen, dass es vielleicht doch noch glimpflich abgehen könnte. Und immer noch rennen Leute rum die behaupten, sowas könne natürlich nie bei uns passieren, weil hier ist ja alles viel sicherer. Komischerweise erinnere ich mich durchaus an Störfälle in Kühlsystemen, die erst lange nach Auftreten zugegeben wurden - und der Ausfall des Kühlsystems ist in Japan das Problem, der Tsunami und das Erdbeben waren dafür nur der Auslöser.

Was ich mich allerdings frage, wie wird die Katastrophe in Japan unsere Wahrnehmung der Atomenergie verändern? Bei Tchernobyl und vorher Harrisburg war Geheimhaltung vergleichsweise einfach - aber Japan ist ein Land in dem alle Bewohner hochtechnologisiert sind. Der witz über mindestens 5 Kameras pro Japaner ist vielleicht übertrieben, aber die Anzahl dürfte hoch genug sein um eine Geheimhaltung mehr oder weniger ad absurdum zu führen. Und die hohe Integration in das Internet führt zu Veröffentlichungskanälen die bei Harrisburg noch undenkbar und auch bei Tchernobyl nur für Utopisten vorstellbar waren.

Sicherlich werden jetzt wieder Energiekonzerne und Regierung Schulterschluß zeigen und davon reden, dass ja Erdbeben und Tsunamis in Europa kein Problem darstellen. Und damit komplett am eigentlichen Problem vorbeiargumentieren, denn wie oben gesagt, Kühlsysteme können nicht nur wegen Erdbeben und Tsunamis ausfallen. Von daher ist ein solches Problem durchaus auch bei uns denkbar, wenn das Kühlsystem auf andere Weise ausfällt. Und warum sollten wir unseren regelmäßig beim Lügen erwischten Energiekonzernen (und der Regierung) mehr glauben als dem - genauso fürs Lügen bekannten - japanischen Energiekonzern?

Es wird schwer werden für Politiker bei sowas noch glaubwürdig zu lügen. Und vielleicht, ganz vielleicht, wachen in Europa die Menschen auf von ihren Wunschvorstellungen, die Atomenergie sei so sicher.

Seltsame Phänomene in iPhoto

Ich benutze das ja nur als Bilderspeicher zur Erstellung von Büchern und zum Sync auf mein iPhone und iPad, daher ist mein iPhoto eher unwichtig für die Fotoverwaltung - aber im Moment habe ich ein Phänomen, das mich ziemlich zur Verzweiflung treibt: ich habe eine CD von ganz normalen Jpegs importiert. Dann habe ich ein Album angelegt und die Bilder reingepackt. Und jetzt behauptet iTunes beim Sync immer, dieses Album wäre leer. Der Import ist auch als eigenständiges Ereignis im iPhoto. Auch für dieses Ereignis behauptet iTunes im Sync Panel es wäre leer (0 Bilder). Dementsprechend werden bei "Alle Bilder synchronisieren" auch brav alle Bilder übertragen - dabei dann auch diese Bilder. Nur die Alben und Ereignisse, die nur aus diesen Bildern bestehen, sind nicht da. Weil iTunes glaubt die wären leer.

Was soll der Mist? Irgendwer da draußen eine Idee? Googlen hat nichts sinnvolles gebracht und diverse Sachen (löschen und neu anlegen von Alben, verschiedene Arten die Alben anzulegen etc.) hab ich auch schon probiert. Ziemlich seltsam das ganze. iLife ist ja ganz nett solange es funktioniert, aber wenn Probleme auftreten ist das ganze Zeug nahezu komplett nicht diagnostizierbar. Was mir ziemlich wurscht wäre, wenn ich es nicht dummerweise für den Sync mit meinem iPhone und iPad bräuchte ...

Ein Grund warum ich doch lieber bei Lightroom bleibe, da weiss ich wo die Bilder liegen und die Datenbanken sind normales sqlite, da kann ich notfalls auch Hand anlegen. Und wenn sie im Eimer sind, kann ich alles aus Bildern und Sidecar-Files rekonstruieren. Aperture streiche ich auch gleich mal lieber von der Liste, dessen Bilderverwaltung klingt mir allzusehr nach der von iPhoto ...

Schon peinlich, wenn ein Tool von Adobe verlässlicher und vertrauenserweckender ist, als das was Apple abliefert. Ganz besonders da iLife ja angeblich Narrensicher ist - bei Problemen und der notwendigen Fehlerbehebung ist das dann eher ein Fall von "no user-serviceable parts inside".

Welches Arschloch auch immer bei Apple für das Design der hahnebüchen schlechten App-Sortierung in iTunes verantwortlich ist (ehrlich, wie kann man nur so komplett verblödet sein, das schon ziemlich hakelige Sortierinterface für den Homescreen nahezu perfekt gleich dämlich in iTunes nur mit der Maus nachzubilden?), selbiger "Designer" gehört geohrfeigt, getreten und gefeuert. Wenn ich 20 Minuten meine Apps sortiere, erwarte ich beim Klick auf "Anwenden", dass es auch angewendet wird. Keinesfalls erwarte ich, dass alle Icons in ihre Ursprungsposition vor meinen 20 Minuten zurückspringen. Und nein, das ist nicht das erste Mal, dass ich dieses armselige Interface für die App-Sortierung verfluche. Bah.

Apple kann einfach keine Verschlüsselung

Ich bin mal wieder drauf reingefallen und dachte, schalte doch die Verschlüsselung der iPad Backups an. Schön blöd. Ich hätte nach den Debakeln mit dem verschlüsselten Homeverzeichnis gewarnt sein müssen. Aber natürlich hab ichs doch mal wieder gemacht. Hat alles geklappt, bis jetzt heute der Backup Mist gemacht hat - er hing im ersten Step und ging einfach nicht weiter. Möglicherweise korrupte Backupfiles auf dem Mac. Ok, der Standard dabei ist einfach das Backup in den Einstellungen unter Geräte wegzuwerfen und ein neues zu machen. Nur geht das nicht, wenn man die Verschlüsselung an hat - er meckert, natürlich erst nachdem alle Steps durchlaufen sind, dass er keine Backups machen kann, weil keine Session mit dem iPad gestartet werden kann. Häh?

Und ich kann natürlich das Kennwort nicht zurücksetzen - er behauptet immer es wäre falsch (auch schon bevor ich das Backup gelöscht habe). Mein Verdacht: das Kennwort wird gegen das Backup getestet und wenn da keines ist, oder dieses defekt ist, kann man natürlich keine erfolgreiche Prüfung machen. Zurücksetzen des Kennwortes geht nicht, neue Backups anlegen geht nicht und dem iTunes einfach das iPad vergessen lassen geht auch nicht. Bevor jemand meint mir erzählen zu müssen ich wüsste das Passwort nicht: iTunes speichert auf Wunsch das Passwort im Schlüsselbund und ja, das Passwort ist das welches ich eingebe. Und ja, das ist garantiert das richtige - die Geräte-Kennung wird als Accountname an dem Passwort gespeichert. Und nein, genau dieses Passwort wird natürlich nicht akzeptiert ...

Lösung laut Apple? Komplett das iPad zurücksetzen und neu einrichten. Ganz tolle, ganz großartige Idee. Klar, viele Daten die ich habe liegen auf meinem Mac, aber im Laufe der Zeit sind eben auch Daten so dazugekommen, die eben nicht auf dem Mac liegen. Und die würde man schon gerne irgendwie übernehmen.

Wohlgemerkt, normale Sicherungen und Restores tuns - und bei unverschlüsseltem Backup kann man auch bei kaputten Backups einfach ein neues machen lassen. Nur eben nicht wenn man die Verschlüsselung an hat.

Ehrlich gesagt lässt mich diese erneute Erfahrung mit der Unfähigkeit Apples vernünftig stabil laufende Verschlüsselungslösungen zu bauen doch eher skeptisch auf deren full-disk Encryption im kommenden 10.7 schauen ...

Update: nach ein paar Experimenten (testweise an anderem Rechner angehängt, Backup des iPad aus der TimeMachine Sicherung rekonstruiert und damit versucht) vermute ich, das Kennwort wird auch auf dem Gerät vermerkt - und dieser Vermerk scheint korrumpierbar zu sein. Denn auch an einem anderen Gerät wird das definitiv korrekte Kennwort als falsch abgewiesen und auch ein anderes Gerät will zwingend verschlüsseltes Backup machen (macht ja auch Sinn, sonst käme man ja trivial an die Daten über ein Backup auf ein anderes Gerät dran). Das Problem ist auch nicht, dass es sich absichert gegen Manipulation - das Problem ist, dass dieser Mist kaputt gehen kann und zwar ohne äußere Anzeichen - die Backups haben bisher immer problemlos funktioneirt, sie sind nur jetzt plötzlich nichts mehr wert (genauso wie die Daten auf dem Gerät).

MobileMe saugt Hamster durch Strohhalme

Twitter / Search - mobileme. Es ist schon ausgesprochen scheiße, wenn man über Twitter suchen muss um zu erfahren, dass MobileMe mal wieder schrott ist und man sich nicht anmelden kann - denn die dumme Status-Seite von Apple liefert mal wieder gar keine Informationen. Die Art wie Apple MobileMe betreibt ist hochgradig unprofessionell. Leider sind Sync-Methoden abseits von MobileMe ziemlicher schrott, wenn man diverse Macs und iOS Geräte syncen will. Und da ich natürlich wieder mal zu spät bei Twitter gesucht habe, und vorher schon versucht habe mit den von Apple gelieferten Support-Informationen mein Problem zu beheben, darf ich also warscheinlich morgen oder so meinen MobileMe-Zugang auf meinem Air rekonstruieren. Denn natürlich ist auch das Prüfen diverser Probleme bei MobileMe nur destruktiv möglich. Danke Apple für diese Zeitverschwendung.

Banken und das Web

Wenn man armselig ganz neu definieren will, muss man sich mal die Banken und deren Web-Nutzung angucken. Hat eigentlich irgendeiner der Programmierer an dem Müllhaufen der einem da hingepackt wird irgendeine minimale Ausbildung erhalten? Mein letzter "Spaß": der praktische, weil low-tech TAN-Bogen wird gekündigt. Gibt nur noch Smart-TAN über Codekarten und so blöde Geräte. Ok, sollte ja eigentlich tun - Session-Passwörter generieren ist ja nicht unbedingt was neues. Aber natürlich klappt auch das nicht. Wozu auch. Wäre ja albern. Ich mein, mal ehrlich, hat jemand was anderes erwartet? Und natürlich ist jetzt die TAN-Nutzung bei mir gesperrt. Weil, ist ja so doll sicher wenn man eine Technik installiert, die nicht funktioniert, und dann die Leute zwangsgesperrt werden.

Aber das ist nicht der Grund, der mich so nervt. Der Grund? Das Mitteilungsformular der Bank. Ein einfaches Formular mit Textfeld im Browser. Soweit so gut. Da gibt man Text ein, der geht direkt an den Kundenberater. Auch gut. Ich mein, mehr will ich garnicht - Text schreiben und gut ist. Und was passiert? Ich bekomme die tolle Meldung:

Der Text ist zu lang. Der Text darf nur 11 Zeilen mit jeweils 36 Zeichen enthalten.

Bitte was? Hallo? Schon mal ein Textfeld in einem Webbrowser gesehen? Gibts da irgendwo ein Spaltenlineal? Oder schon mal was von Fließtext gehört? Soll ich jetzt allen Ernstes meine Zeilen fest von Hand nach maximal 36 Zeichen (die ich abzählen muss, da mir das Eingabefeld keinerlei Hilfe gibt) umbrechen? Habt ihr sie noch alle im Rechenzentrum?

Oh, und danach, nachdem ich formatiert und gezählt hab (mit Editor-Unterstützung und cut-and-paste):

Dieser Text enthält ungültige Zeichen. Er darf nur Ziffern, Buchstaben, Umlaute und eine willkürliche und von Unwissen bei der Auswahl geprägte Auswahl von Sonderzeichen enthalten.

Klammern - die man vielleicht ja mal benutzt, wenn man eine Anmerkung mit einbaut - nene, die sind böse und dürfen nicht verwendet werden.

Sorry, aber das ist eine totale Pleite. Und nein, ich will jetzt garnichts davon hören, dass euer nachgelagertes Bankensystem nur 11 Zeilen a 36 Zeichen akzeptiert - mir als Kunde ist das scheissegal. Das als Grund anzugeben zeigt nur, wie dämlich ihr seid und wie wenig Ahnung von der Materie ihr habt. Sorry, Kollegen, aber das ist armselig.