wirtschaft - 21.10.2005 - 27.11.2006

Bill Gates warnt vor digitaler Spaltung in Deutschland - "Ihr Ziel ist es, bis 2010 vier Millionen Menschen für den Umgang mit Informationstechnologie im Berufsleben fit zu machen." - äh, "für Microsoft Produkte zu indoktrinieren" beschreibt die Ziele einer MS-Kampagne wohl besser. Und unsere Politiker halten brav die Leiter.

Millionen Europäer saßen im Dunkeln - schon peinlich, wie sie vorher alle über die Amerikaner gehöhnt haben, und jetzt eine einfache Abschaltung einer Leitung europaweite Probleme produziert ...

Britischer Angriff auf die Telekom - achja, sicherlich werden die Heuschrecken jetzt wieder wegdiskutiert, weil ja nicht sein kann, was nicht sein darf - das Kapitalismus dumm und kurzsichtig ist.

Unternehmen kehren reumütig aus dem Osten zurück - davon werden Politiker sicherlich nicht reden, denn damit kann man keinen Sozialabbau verargumentieren, keine Einschnitte in den Leistungen und keine Lohnkürzungen und Arbeitszeitverlängerungen.

Innen-Staatssekretär: Internet wichtiges Mittel für Islamisten - oh ja, das böse Internet und die schlimmen User, die sich da was runterladen. Übrigens ist dieser Hanning-Typ bei der SPD, nur falls jemand ob seiner Anwandlungen meinen würde, der wäre aus dem rechten Lager. Ist er. SPD war noch nie richtig links, aber heutzutage hat sie auch die Mitte rechts verlassen ...

Chinas Billigwaren: Wer profitiert wirklich? - mal wert drüber nachzudenken.

Gewerkschaft sieht in BenQ-Mobile-Insolvenz einen "schmutzigen Trick" - putzig, wie sich jetzt die Prolethiker aufspulen und meinen vor den Karren spannen zu müssen. Wo war Rüttgers Protest beim Verkauf? Das der Verkauf eine abgekartete Sache war, um die Mitarbeiter loszuwerden, war schon damals erkennbar - die Gesellschafterstruktur und Haftungssituation sowie Verteilung der Werte auf die drei Gesellschaften ist ja nicht erst seit gestern so.

BenQ Mobile in Deutschland stellt Insolvenzantrag - komisch. Als der Teil von Siemens verkauft wurde, wurde lauthals getönt, das es nicht drum ging diesen Teil nur der Kunden und der Technik wegen zu kaufen, sondern das der Standort erhalten bleiben soll. Und jetzt, nachdem gerade erst die Beschäftigungsgarantie ausgelaufen ist, wird praktischerweise Insolvenz angemeldet.

Siemens-Vorstand sieht Gefahr einer feindlichen Übernahme - komisch, wenn jetzt die Wirtschaft mit den Heuschrecken argumentiert, deren Existenz sie vorher so vehement bestritten hat ...

E.ON erhöht Endesa-Angebot auf 35 Euro je Aktie - ist es nicht nett, wenn ein deutscher Konzern mal eben 10 Milliarden für den Kauf eines ausländischen Unternehmens ausgeben kann? Über die Rekordgewinne, die mit unserem Geld für Strom, Gas etc. erwirtschaftet wurden? Und die dann sicherlich zu "notwendigen Preiserhöhungen wegem dem Kostendruck" führen werden? Und das findet ihr völlig normal?

Idiotic examples of corporate cost-cutting - tja, erschreckend, wie viel von dem Unfug man auch hierzulande sieht ...

Netzbetreiber ignorieren Thoben-Frist - achja, und was haben sie im Winter alle geheult wie ungerecht sie doch kritisiert wurden, das sie doch alles täten um das Problem zu lösen ... von wegen. Statt dessen werden fadenscheinige Begründungen für Preiserhöhungen zur Sicherung der Rekordeinnahmen vorgelegt und die Kunden abgezockt. Und der nächste Winter mit nassem Schnee kommt bestimmt.

elektrosmog: Flickragentur - so läuft Wirtschaft. Verwertung von Bildern privater Anwender in einem Printmedium. Ohne Bezahlung der Fotografen. Praktisch. Schon den Flickr-Account gekündigt und die Bilder gelöscht?

Kurth rät Telekom zu Gesprächen über VDSL - man kann ja über die Telekom denken was man will, den Laden mögen oder nicht, aber kommt es niemandem ausser mir komisch vor, das dort ein angeblich jetzt privatwirtschaftlicher Konzern gezwungen werden soll, Millioneninvestitionen durchzuführen, zu denen andere Grosskonzerne wie die British Telecom (die ja auch lange subventioniert war, nur halt von den Briten) "ungehinderten Zugang" erwarten? Ist das alles, was die angeblichen Marktwirtschaftler auf die Beine stellen können - Zwangsverschenken von Leistungen, die mit unseren Steuergeldern angeschoben und mit unseren Beiträgen aufgebaut werden? An ausländische Konzerne, die selber ordentlich angeschoben werden?

Banken: Vollstrecker aus Texas - Immobilien-Heuschrecken. Sicherlich werden jetzt ganz viele wieder meinen erklären zu müssen, warum das alles doch garnicht so schlimm ist ...

RWE will Strompreise erneut erhöhen | tagesschau.de - Rekordgewinne. Da muss man natürlich unbedingt die Preise anheben.

IT-Branchenverband will Zuwanderung gegen Fachkräftemangel - klar, Zuwanderung ist wichtig in der heutigen Zeit und man sollte sie nicht unnötig blockieren. Aber trotzdem bin ich irgendwie der Meinung, das der Fachkräftemangel gut durch Ausbildung in den Unternehmen behoben werden kann. Gerne dann auch ausländische Jugendliche auf den Ausbildungsplätzen, um dann wieder die Kurve zur Integration zu kriegen. Und gleich eine Reihe von sozialen Problemen anzugehen, die durch die hoffnungslose wirtschaftliche Situation von Jugendlichen erst ausgelöst werden ...

Trotz steigender Umsätze baut Industrie Stellen ab - und trotzdem glauben Prolethiker immer noch an die Regulierung durch die Wirtschaft.

Verkauf von NRW-Unikliniken? - ach ja, die Privatisierung. Angebliches Allheilmittel der heutigen Zeit. In Wirklichkeit auch nur die gleiche Quacksalberei wie Schlangenöl.

Handys sind Wegwerfprodukte

Tja. Ich bin seit kurzem Besitzer (naja, von der Firma her) eines Sony Ericsson V600i. Ein recht neues Handy, wenn ich das richtig überblicke. Auch eigentlich nicht schlecht, von den Funktionen her. Es hat aber einen gravierenden Bug in der eingebauten SSL-Library - manche Zertifikate (und zwar scheinbar alle mit einem bestimmten Thawte Root-Zertifikat signierten) werden als ungültig abgewiesen. Dummerweise benutzt Google sowas für den Mailserver - ich kann mit dem Handy nur über das Webinterface auf meine Mail zugreifen, nicht aber über POP3S.

Also schreibe ich im Mai den Support von Sony-Ericsson an. Schildere mein Problem und bitte um einen Kommentar - vielleicht kann ich das Problem ja umgehen. Der Fehler führt dazu, das ich das Thawte-Root-Zertifikat nicht installieren kann, das Handy weist es schon ab. Und der Mailclient erlaubt keinen Override für SSL-Verbindungen mit angeblich ungültigen Zertifikaten - anders als der Webbrowser es erlaubt.

Der erste Kommentar vom Support: es lägen ihnen keine Informationen zu diesem Problem vor. Toll. Mit meiner Mail lagen ihnen aber welche vor, wieso können die das nicht einfach an die Technik weitergeben? Nunja, Ich also nochmal mein Problem genauer, detaillierter geschildert - vielleicht war die erste Mail ja zu technisch für die S-E Supporter. Und nein, der Hinweis darauf, ich solle mich an Google wegen des Problems wenden, oder an Thawte, ist eher albern. SSL-Zertifikate sind ein Industriestandard.

Nunja, nach meiner zweiten Mail an den Support wird das ganze jetzt wenigstens an die Technik weitergeleitet. Also schon mal ein gutes Zeichen. Dachte ich.

Was kam, war allerdings eher peinlich. Denn die nächsten Wochen kam garnix. Ich befand mich in der virtuellen Entsprechung einer Warteschleife - alle paar Tage ein Hinweis, das noch keine Informationen zu dem Punkt aus der Technik vorlägen. Wohlgemerkt, ein einfach und primitiv zu replizierender Bug: per Bluetooth das von mir beigefügte Zertifikat versuchen hochzuladen, und die Fehlermeldung auf dem Handy sehen. Sollte eigentlich wenige Minuten Arbeit in Anspruch nehmen um wenigstens zu bestätigen, das der Fehler repliziert wurde. Nunja, ich befand mich in der Warteschleife. Einen Monat lang (ziemlich exakt - am 18. ging die Meldung in die Technik, heute ist der 19.).

Heute kommt dann die Antwort aus der Technik. Ich kann nicht anders, ich muss das hier im Wortlaut zitieren:

Unser Backoffice hat uns mitgeteilt, dass die Weiterentwicklung für dieses Mobiltelefon eingestellt wurde und der Konflikt daher hierin nicht mehr behoben werden kann. Dies wird erst bei zukünftigen Modellen mit eingebunden werden können. Vielen Dank für Ihr Verständnis.

Genau. Ein relativ neues Handy, bei dessen Bestellung es noch wegen der Aktualität Lieferengpässe gab. Ein Handy, das noch in der gesetzlichen Gewährleistung ist. Ein Bug, der einen Industriestandard nur eingeschränkt nutzbar macht. Ein Bug, der einige Funktionen des Handy schlichtweg lahm legt. Ich soll aber dafür Verständnis haben, das die Entwicklung eingestellt wird. Ich kann mir ja eines der ominösen Nachfolgehandys kaufen. Oder, wie in der gleichen Mail angeboten wird, noch Zubehör bei dem Laden kaufen.

Hallo? Realitätscheck? Ich bin von euch einmal über den Tisch gezogen worden, glaubt ihr wirklich, das ich bei Sony-Ericsson nochmal ein Handy kaufe? Wozu? Damit das dann gleich nach Kauf nicht mehr weiterentwickelt wird und ich die Arschkarte habe?

Handyhersteller sind genauso arrogant und haben den gleichen Realitätsverlust wie die Musikindustrie - keine Ahnung von Kunden, keine Ahnung von Bedürfnissen der Kunden und keine Ahnung, was ein Kunde von einem Produkt erwartet - das es zumindestens in der Laufzeit der gesetzlichen Gewährleistung noch supportet wird, zum Beispiel.

Nimm das Handy wie es ist - Bugs drin? Egal, dein Problem, Kunde, nicht unseres. Und hinten stehen die Bosse und reiben sich hämisch lachend die Hände, schmeissen Mitarbeiter raus und sacken die dicken Gehälter ein. Armseliges Bild, Sony-Ericsson. Ganz armselig ...

McDonald's Interactive Division - echt oder Hoax? Wenns echt ist, dann Hut ab vor der Aktion.

SkypeOut - Das Aus - neues Business-Konzept: einfach Guthaben von Kunden nach einiger Zeit einstreichen. Vielleicht noch eine leere eMail als Erinnerung vorher schicken. Sollte sich Skype patentieren lassen ...

RWE: Der Profit, der aus der Kälte kam - falls jemand jetzt glaubt, das würde die Preise nach unten verändern, vergesst es. Wir müssen auch weiter unsinnige Ausgaben der RWE in Fremdbranchen mitfinanzieren.

Wenn Firmen ihren Doppelgänger treffen - Raubkopieren mal besonders kreativ

Gazprom droht EU mit Gas-Entzug - auch da wieder grosses Erstaunen allerseits. Habt ihr denn geglaubt, das es wirklich nur bei den Drohungen gegen z.B. die Ukraine bleiben würde?

The nonsense about AdSense - über die Ungereimtheiten bei Googles AdSense/AdWords Programmen.

Tolles SAP Betriebsklima

Nachdem mir so viele vorgeweint haben, das SAP ja so eine tolle Firmenphilosphie hat, die mit Betriebsräten inkompatibel ist, gibts jetzt ne klare Ansage der Firmenleitung:

SAP sähe danach die Möglichkeit, in Lateinamerika oder Osteuropa Forschungslabore zu etablieren, und den Wettbewerb zwischen den zurzeit zehn weltweit bestehenden Laboren anzuheizen. Man sei dann global genug, aber dennoch werde auf Walldorf immer noch mehr als die Hälfte der weltweiten Entwicklungskapazitäten entfallen.

Jau, Leute, redet euch ruhig weiter ein ihr bräuchtet keinen Betriebsrat. Traumtänzer ...

Was Firmenchefs heute so lernen ...

... enthält nichts zum Betriebsverfassungsgesetz

Tragende Säulen des Unternehmens seien "Gerechtigkeit, Offenheit und gesunder Menschenverstand", nicht das Betriebsverfassungsgesetz. "Bei allem Respekt vor dem Schutz der Minderheiten" verstehe er den "Gesetzgeber nicht, wenn eine neunprozentige Mehrheit den anderen die Bedingungen diktieren kann", schrieb Plattner. Rund 91 Prozent der Belegschaft in der SAP-Zentrale Walldorf hatten sich gegen einen Betriebsrat ausgesprochen.

Erstmal an Heise: das waren 91% der an der Wahl teilnehmenden Mitarbeiter. Das ist deutlich weniger als 91% der Belegschaft, auch in der Zentrale. Aber egal. Denn der wirkliche Hammer ist, das der Firmenmitgründer und derzeitige Aufsichtsratsvorsitzende tatsächlich glaubt, das Betriebsverfassungsgesetz sei nicht Grundlage seines Unternehmens. Träumer. Komischerweise steht das im Gesetzbuch, Herr Plattner. Wie blöd muss man eigentlich als Firmenchef sein, um sowas selten dummes abzulassen? Naja, wird wohl die neue Maßeinheit für Firmenchefdummheit: ein Plattner = ignorieren eines kompletten Satzes von Gesetzen ...

Laut Spiegel will der Konzern nun einen eigenen Wahlvorstand für die Betriebsratswahlen vorschlagen, der höchstwahrscheinlich aus Arbeitnehmervertretern des Aufsichtsrates bestehe und nicht aus jenen Kollegen, die mit Unterstützung der IG Metall den Betriebsrat durchsetzen wollten. Das Unternehmen käme damit dem Arbeitsgericht zuvor, das einen Wahlvorstand einsetzen könnte.

Oh, und der Wahlvorstand gibt mit nichten irgendwas vor - und hat auch nix mit Schutz von Minderheiten zu tun. Der Wahlvorstand sorgt einfach nur für die ordnungsgemäße Abwicklung von Betriebsratswahlen, mehr nicht. Und ob ein von einer dermaßen dummen Firmenleitung eingesetzter Wahlvorstand dazu in der Lage ist, wage ich mal zu bezweifeln.

Vielleicht wärs jetzt an der Zeit, das die Firmenleitung einfach mal kapiert, was Betriebsratswahlen sind: die Wahl einer Mitarbeitervertretung durch alle Mitarbeiter eines Unternehmens. Egal wie wenige der Anlass für die Wahl sind, jeder Mitarbeiter (ok, ein paar Ausnahmen bei AT-Verträgen gibts) darf wählen, und fast jeder darf sich zur Wahl stellen (noch ein paar wenige Ausnahmen mehr gegenüber dem aktiven Wahlrecht - leitende Angestellte sind ausgenommen vom passiven Wahlrecht). Und ja, das bedeutet in der Regel bei Unternehmen mit entsprechender Größe, das mehrere Listen zur Wahl stehen - in der Regel eine der Gewerkschaft (bzw. korrekterweise eine Liste der gewerkschaftlich organisierten Mitarbeiter) und oft eine Liste von Linientreuen. Wobei dem da keine Grenze gesetzt ist - wie wärs mal mit einer Liste der im Betrieb arbeitenden Frauen? Das könnte sicherlich auch für eine SAP interessant sein. Oder eine Liste der jungen Mitarbeiter. Oder einfach nur eine Liste derer, die keinen Bock auf Betriebsrat haben, selbst das wäre völlig legal.

Aber um das zu begreifen müssten die Leute bei SAP ja sich mal die Mühe machen und das Betriebsverfassungsgesetz zu lesen. Kann man von solchen Dummbatzen aber wohl nicht erwarten, statt dessen entblöden sie sich lieber öffentlich ...

Official Google Blog: Writely so

Official Google Blog: Writely so - Writely ist jetzt auch von Google gekauft. Aktuelles Geschäftsmodell 2.0: bescheuerte Ajax-Anwendungen bauen und von Google oder Yahoo kaufen lassen.

ob das eBay schmeckt?

Ob eBay so richtig begeistert über die Entscheidung des OLG Köln zur Identitätsprüfung bei Online-Auktionen ist? Immerhin ist das ein recht heftiger Schlag gegen Online-Auktionen - für Verkäufer kommt da ein ganz neues Problem hoch:

Nach Ansicht der Richter des OLG sei durch die Abgabe des Angebots unter Nutzung des Accounts der Beklagten kein wirksamer Kaufvertrag entstanden. Grundsätzlich müsse derjenige, der sich auf einen wirksam geschlossenen Kaufvertrag beruft, nachweisen, dass die andere Vertragspartei auch tatsächlich Vertragspartner geworden sei. Die Beweislast treffe somit den Kläger, der jedoch die Angaben der Beklagten in der Verhandlung nicht widerlegt habe.

In Anbetracht der ziemlich schludrigen Sicherheitsmechanismen bei eBay und anderen Auktionsplattformen ist das ganze aber meiner Meinung nach nur richtig. Denn solange eBay immer noch JavaScript in Beschreibungen ermöglicht bleibt das System manipulierbar und die Sicherheit, das jemand tatsächlich ein Gebot abgegeben hat, ist schlichtweg nicht gegeben.

Arbeitsplätze auf dem Altar des Aktienkurses opfern

Die Telekom legt Rekordbilanz vor - aber weil der Aktienkurs schlecht bewertet ist, müssen 32000 Arbeitsplätze abgebaut werden. Wie, Firmen haben auch eine Verantwortung? Blödsinn, Eigentum verpflichtet nur noch dazu, noch mehr Eigentum zu wollen. Aktienkurse kaufen aber keine Telefone, bestellen kein DSL und laden Musik bei albernen zweitklassigen Online-Angeboten.

Bock zum Gärtner machen

Und das ganze dann mit Monopolgarantie. Überaus gescheite Entscheidung, wird garantiert ganz grosses Kino geben. Womit endgültig bewiesen ist, das ICANN in keinster Weiste die Belange des Benutzers im Internet interessieren, und auch nicht die Belange der alternativen Registries.

Was sich Firmengründer so vorstellen

Kaum wollen die Mitarbeiter von SAP einen Betriebsrat gründen, schon stellt der SAP-Gründer den Firmensitz Walldorf infrage:

Zwei Tage, bevor am Donnerstag bei SAP eine Betriebsversammlung mit dem Ziel, einen Betriebsrat zu wählen, stattfindet, verstärkt Firmengründer Dietmar Hopp seine Warnungen: Die Installation eines Betriebsrates sei ein "Einfallstor für die IG Metall", sagte Hopp, der die rigiden Vorstellungen der Gewerkschafter zur Arbeitszeit ablehnt: "Wenn einer die Gewerkschaft fragen muss, darf ich heute abend um elf Uhr mit Kalifornien telefonieren, dann gute Nacht schöne SAP", illustrierte Hopp seine Befürchtungen gegenüber Handelsblatt.com – "schlimmstenfalls" sei Walldorf als Standort der Konzernzentrale in Gefahr, sagte der langjährige Aufsichtsratschef, der sich vor knapp einem Jahr aus dem Gremium ganz zurückgezogen hatte.

Genau. Unternehmen mit Betriebsrat dürfen nicht ins Ausland telefonieren. Bei solchem armseligen Gestammel von Firmenchefs und Managern frag ich mich wirklich, was diese Flachschädel eigentlich so besonders auszeichnet, das sie so viel Geld einsacken müssen? Kompetenz - egal ob fachlich (denn Arbeitsrecht gehört für mich schon zum fachlichen Umfeld eines Managers) noch menschlich, der Firmengründer von SAP hat hier schlichtweg die Hose runter gelassen, und was zum Vorschein kommt ist halt einfach nur ein Arsch.

Erschreckend auch die Hetze gegen die Gewerkschaften von Seiten der angeblichen Mitarbeitervertretung - wenn man sich deren Ergüsse so durchliest, wundert einen nicht, das die Arbeitnehmer bei SAP jetzt einen Betriebsrat wollen. Da haben sie wenigstens eine reelle Chance, das dort auch mal jemand sitzt, der tatsächlich die Arbeitnehmer vertritt und nicht nur seinen Aufsichtsratposten ...

Nachtrag: wie gut FUD funktioniert sieht man dann ja am Ergebnis. Und daran, wie sich die angeblichen Wirtschaftsblätter vor Freude auf die Schenkel klopfen. Schade für die Mitarbeiter von SAP - denn früher oder später werden sie vermutlich auf die harte Tour lernen, wie dumm die Idee ist auf seine Mitbestimmungsrechte zu verzichten. Aber die Polemik das ein Betriebsrat ja nur von der Gewerkschaft gesteuert wäre (was lächerlich ist, denn das hängt immer noch von den gewählten Betriebsräten ab, was die machen) und das ein Betriebsrat angeblich nicht zur Unternehmenskultur passe hat wohl besser gezogen als der gesunde Menschenverstand. Ist allerdings typische Traumtänzerei von Arbeitnehmern in der IT-Branche, war schon vor 20 Jahren im Rechenzentrum so. Die haben es dann später auch lernen müssen ...

So bescheisst man Kunden

RWE macht hohe Gewinne auf Kosten der Kunden:

Der Energie-Konzern trumpft auf. Das Betriebsergebnis übertrifft die Erwartungen der Experten und auch der leichte Umsatzrückgang überrascht nicht. Hauptgrund für den Geldsegen waren die hohen Strompreise.

Klar, die Strompreiserhöhung war alleine durch externe bestimmt und hatte garnichts damit zu tun, das die RWE schlicht und einfach ihre regionale Monopolstellung ausnutzen will. Dabei ist dann die Äusserung aus dem NRW-Wirtschaftsministerium, das dieses eventuell die Beutelschneiderrei um 25% kürzen will, eher lachhaft - denn die gesamte Strompreiserhöhung dient einfach nur der Bereicherung des RWE-Konzerns.

Netz-Neutralität gefährdet

Telekom fordert Geld von Content-Anbietern - und stösst dabei ins gleiche Horn wie die US-Telecoms:

Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke hat angekündigt, die Telekom wolle künftig Geld von Anbietern wie Google, Yahoo, Amazon und eBay verlangen. Es könne nicht sein, sagte er der «Wirtschaftswoche», dass der Kunde für das Breitband-Netz allein zahle.

Und wer garantiert, das es nur die grossen Content-Anbieter betrifft? Und wer garantiert, das demnächst kleine Kunden, private Sites etc. noch die gleiche Leistung erhalten wie die Grossen? Denn genau das bedeutet die Netz-Neutralität: das die Leistung für alle Beteiligten gleich ist. Auch wenn Ricke so tut als würde er sich da zum Anwalt der Kunden machen, es geht doch nur darum, das die Backbone-Betreiber mehr verdienen wollen, ganz besonders die aus dem Telekommunikationssektor.

Etwas deutlicher wirds bei Heise, was diese Forderung der Telekoms bedeutet: letzendlich zahlen die Anbieter dann mehrfach für die gleiche Leistung. Erstmal bezahlen sie bei ihrem Hoster oder Provider für die Connectivity. Dann zahlen sie nochmal für die gleichen Bytes an die Backbones. Und dann zahlt der Besucher auch noch für dieselben Bytes an seinen Provider. Das ist klassische Telekoms-Abzocke (und ich meine damit durchaus mehr als nur die Deutsche Telekom).

Die Backbones haben eigentlich ihre Finanzierung über die Peering-Abschlüsse mit anderen Backbones (sofern dort asymmetrische Lastverteilung vorliegt) und durch eigene, direkte Anschlüsse von Anbietern und Nutzern. Jetzt wollen sie Geld von Beteiligten, die mit ihnen gar keine Verträge haben - sondern nur über Verträge Dritter die Leistungen der Telekoms nutzen. Und das ist schlicht Beutelschneiderei.

Zeichen der Krise

BASF fährt Rekordjahr ein:

Der weltgrößte Chemiekonzern BASF hat 2005 mit einem Rekordergebnis beendet. Wie das Unternehmen mitteilte, kletterte der Umsatz um 14 Prozent auf 42,7 Milliarden Euro. Der Jahresüberschuss stieg um 50 Prozent auf 3 Milliarden Euro. Und auch für das laufende Jahr sieht sich BASF gut gerüstet.

Oh, ja, der Gewinn bei Ernährung und Pflanzenschutz hat einen rückläufigen Gewinn - naja, da werden die Politiker mit der Gensaat-Verordnung sicherlich der BASF dann auch demnächst Rekordgewinne mit steigender Tendenz verschaffen, wenn denn endlich der Industrie die Knebelung von Landwirten an ihre Saaten, Dünger und Gifte gelungen ist.

Auch putzig die hohen Gewinne im Bereich Öl und Gas. Natürlich sind die Preissteigerungen in den Bereichen alleine durch die hohen Kosten entstanden und haben nichts damit zu tun, das Öl und Gas Konzerne ihre Gewinne steigern wollen. (Ja, auch BASF ist im Bereich Erdgas fleissig - z.B. durch Wintershall, ein Unternehmen der BASF-Gruppe).

Was wohl die 3600 Arbeitnehmer von BASF in Ludwigshafen, deren Stellen in 2004 abgebaut wurden, von dieser Unternehmensentwicklung halten? Speziell die, die nicht über Abfindungen oder Altersteilzeit, sondern über Verschieben in eine Zeitarbeitsfirma rausgeschoben wurden?

Menschen den Märkten opfern

Das macht Yahoo - die laut Reporter ohne Grenzen der chinesischen Polizei Daten von Dissidenten übermittelt haben:

Die Menschenrechtsorganisation Reporter ohne Grenzen fordert den Internetdienstleister und Portalbetreiber Yahoo auf, eine Liste aller "Cyberdissidenten" zu veröffentlichen, deren Daten das Unternehmen insbesondere an chinesische Behörden weitergegeben hat. Die Organisation hat nach eigenen Angaben aufgedeckt, dass der Dissident Li Zhi mit Hilfe von Yahoo im Dezember 2003 zu einer achtjährigen Haftstrafe verurteilt wurde.

Nur um den für Unternehmen interessanten chinesischen Markt zu erreichen werden also Menschen geopfert und verraten. Ganz tolle Leistung. Die Arroganz von Unternehmen ist manchmal wirklich zum Kotzen.

zorniges Gesicht

Was bei einer solchen "unheiligen Allianz" rauskommen kann, sollte auch für Europa bedacht werden - denn auch hier werden immer mehr Begehrlichkeiten der Strafverfolger laut, es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch in Europa die Behörden nach Suchanfragen und ähnlichen Protokollen der Suchmaschinen fragen. Und durch die absurden Gesetze könnte so eine Forderung sogar gedeckt sein. Und ob sich Suchmaschinenbetreiber wirklich dagegen stellen werden, ist bei den kürzlichen Aktivitäten von Google, Yahoo und MSN doch eher fraglich.

BooCompany - der einzig legitime Nachfolger von DotComTod.de. Jetzt offen für alle Wirtschaftszweige.

Impotenz per Funk diagnostizierbar

Demnächst ist dann also aus 10 Metern Entfernung ohne Kenntnis des Besitzers feststellbar, das er Potenzschwäche hat - oder meint sie zu haben. Klasse Idee, machen wir doch gleich alle Krankheiten per RFID über Funk ferndiagnostizierbar, setzen ein paar Ärzte in die Strassencafees und schon werden sie geholfen.

US-Medien zufolge erlaubt Pfizers RFID-Applikation es bislang allerdings noch nicht einmal, den Vertriebsweg der Pillen vom Hersteller zu den Apothekern und Großhändlern korrekt nachzuverfolgen.

Oh, dann ist ja gut. Wenn die totale Überwachung noch nicht erfolgt ist, ist das ja alles halb so schlimm. Bei manchen Sätzen der professionellen Journalisten fragt man sich schon, ob sie überhaupt über das nachdenken, über das sie da gerade berichten ...

Was ist los mit dem Glos?

Glos plädiert für mehr Einkommen - weil dann die Leute mehr Geld zum Ausgeben hätten und damit die Binnenkonjunktur angekurbelt würde. Weshalb natürlich die Arbeitgeber mehr Arbeit ohne Lohnausgleich fordern. Schon putzig, wenn selbst ein Unionspolitiker nach langen Jahren endlich mal kapiert wie das mit dem Konsum funktioniert, aber die Arbeitgebervertreter beweisen, das Geizgeilheit keinen Verstand kennt.

Nun habt doch mal Verständnis!

Altruistische Anwandlungen des Einzelhandels

Änderungen sind vor allem durch die für den 1.1.2007 geplante Erhöhung der Mehrwertsteuer zu erwarten. "Wer erst zum Jahreswechsel die Preise erhöht, ist selber Schuld" sagte Rolf Pangels vom Handelsverband BAG der Nachrichtenagentur AP. Wichtig sei, schon vorher genügend Luft in der Kalkulation zu schaffen, damit man dann am 1. Januar 2007 sagen könne, man halte die Preise stabil. Der Sprecher des Hauptverbands des Deutschen Einzelhandels, Hubertus Pellengahr, sagte, eine Preiserhöhung zu diesem Datum "würden die Verbraucher nicht akzeptieren".

Genau. Der grossartig uneigennützige Einzelhandel macht die Preiserhöhung im Vorgriff auf die Steuererhöhung nur für uns Verbraucher, weil wir das ja sonst nicht akzeptieren würden. Wir zwingen den Einzelhandel sozusagen unser Geld auf, wir nötigen den armen, missverstandenen Einzelhandel die Preise zu erhöhen. Wir sollten uns schämen.

SCO damit wohl bald besiegelt

Klare Zeichen der Auflösung bei SCO. Nicht nur das sie fast pleite sind:

Ohne neues Kapital, das zeigen die nun vorgelegten Finanzzahlen, wäre die SCO Group vom Konkurs bedroht.

Sie setzen auch noch auf das tote Pferd Unix-on-Handhelds:

SCO-Chef Darl McBride zeigte sich bei der Vorstellung der Zahlen optimistisch. Das Geschäft werde sich wieder zum Besseren wenden, weil der Fokus auf der Weiterentwicklung von Unix liege. Die größten Hoffnungen setzt McBride auf die neue Technologie, die SCO unter dem Namen "Me Inc." skizziert hat und die bald marktreif sein soll. Me Inc. wurde von McBride in der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen als eine auf Unix fußende Technologieplattform für Handhelds und digitale Lifestyle-Produkte beschrieben.

Mit der Strategie hat sich schon so mancher Hersteller aus dem Markt verabschiedet - der Handheld-Markt ist selber massiv von Smartphones bedroht und das, was es noch an Markt gibt, wird von Platzhirschen dominiert, die sicherlich sehr begeistert von einem sich dort verzweifelt einen Markt suchenden SCO sein werden. Der Markt ist für Neueinsteiger ja absolut zukunftsträchtig, wie die diversen geplatzten Träume der letzten Zeit zeigen

Elende Abzocker

Gas soll 2006 noch teurer werden

Ein Sprecher des Ferngasunternehmens VNG bestätigte Weyands Prognose und ergänzte: "Nach unseren Erkenntnissen wird sich das im zweistelligen Prozentbereich bewegen".

Aber die ganze Privatisierungsscheisse ist ja so toll. Und der Markt wirds schon richten. Komisch nur, das Energiepreise für Verbraucher nur rauf gehen und Gewinne der Energieversorger ins utopische steigen. Toller Markt, der sich da regelt ...

Wie wärs denn mal mit Ausbilden?

Microsoft-Deutschland-Chef warnt vor "gravierendem IT-Fachkräftemangel":

Gallmann hatte bereits im November beklagt, dass es an Nachwuchs fehle. IT-Unternehmen würden vor diesem Hintergrund Absolventen aus dem Ausland einstellen, sagte er vor drei Wochen. Nun unterfütterte der Microsoft-Deutschland-Chef seine Warnung mit weiteren Zahlen: Schon jetzt könne der Bedarf an IT-Ingenieuren nur zu 80 Prozent gedeckt werden.

Beklagen können sie alle gut, auch im Warnen sind sie Meister. Die Konsequenz daraus - selber auszubilden - meiden die meisten aber. Grosse Unternehmen, die wirklich Mangel an IT Fachkräften haben, können diesen Mangel gut und gerne aus eigener Kraft beheben: Ausbildungsplätze schaffen. Das bringt dann gleich noch den Vorteil, das diese Mitarbeiter das Unternehmen gut kennen, wenn sie dann produktiv einsteigen. Aber vermutlich ist die Konsequenz für studierte BWLer nicht verständlich.

Statt dessen aber suchen Unternehmen weiter selbst für normale IT-Jobs nach studierten Mitarbeitern Mitte 20 mit 10 Jahren Berufserfahrung. Und heulen dann rum, das die Ausbildung in Deutschland zu lange dauert und die Fachkräfte zu teuer sind - ja was erwartet ihr auch, wenn ihr ständig nur fertig Studierte haben wollt?

Bankenskandal in Italien: keine kleinen Brötchen

Die Übernahme von Kamps durch Barilla ist Teil eines grossen Bankenskandals in Italien:

Unter anderem soll der Topbanker für sich und ausgewählte Kunden Millionen-Gewinne durch illegalen Insiderhandel an der Börse gemacht haben. Eines der einträglichsten dieser dunklen Geschäfte ist nach heute bekannt gewordenen Details aus den Ermittlungsakten offensichtlich die Übernahme der deutschen Großbäckerei Kamps durch den italienischen Konzern Barilla vor knapp vier Jahren gewesen.

Da hat warhaftig jemand keine kleinen Brötchen gebacken. Nudeln und Banken passen ja gut zur Mafia und anderen italienischen Seltsamkeiten, aber ne deutsche Grossbäckerei? Wie spießig ...

Erster anstehender Abgang der Regierung?

Sieht so aus, als ob Gabriel erster Kandidat für Minister-Abgang ist:

Gegen Gabriel wurde bereits Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Braunschweig erstattet. Darin werden ihm Verschleierung einer illegalen Scheintätigkeit für VW, Meineid und ein Verstoß gegen die Geschäftsordnung des niedersächsischen Landtages vorgeworfen. Dessen Präsident Jürgen Gansäuer will nun überprüfen lassen, ob die Nebentätigkeit Gabriels den Vorschriften entsprach.

Nunja, die ganze Geschichte bei VW ist ja auch gar zu putzig - der Ober-Schikaneur Hartz kriegt eine Delle nach der anderen (und den Berliner Prolethikern ist es immer noch nicht peinlich, die ungerechte Arbeitlosenbehandlung weiter mit so einem Namen zu assoziieren). Und jetzt gibts noch Hinweise darauf, das VW den Betriebsräten Viagra gesponsort hat für Sexparties. Was für armselige Prolls auf allen Seiten ...

The Vienna Conclusion: Sponsorship+Politics=Influence

Starkes Stück: laut Georg Greve wurde auf Wunsch von Microsoft eine Abschlusserklärung einer WSIS Arbeitsgruppe in Österreich verändert.. Statt einem Satz über den Erfolg von freier Software war plötzlich ein nie gefallener Satz über die Vorzüge von DRM enthalten. So wird einfach eine unliebsame Stimme wegredigiert - und dann behauptet, es wäre doch alles in Ordnung ...

Unheimliche Allianz

Wenn sich Industrie, Gewerkschaftler und die CDU zusammenrotten, um den Atomausstieg zu verhindern.

Mannesmann Prozess diesmal ohne Victory für Ackermann?

Jedenfalls klingt sowas an wenn Richter Zweifel an Mannesmann-Freisprüchen äußern:

Am gestrigen ersten Verhandlungstag hatten Richter bereits Zweifel an den Freisprüchen für Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, Ex-Mannesmann Chef Klaus Esser, der frühere IG-Metall-Vorsitzende Klaus Zwickel und weitere Angeklagte angemeldet.