Archiv 31.7.2005 - 12.8.2005

Zu dem Bayern-Getöse

fällt mir nix weiter ein als ein herzhaftes: Weiter so, Herr Stobier! - ist doch wahr, einen besseren Wahlhelfter kann sich die Linkspartei doch garnicht wünschen als den tobenden Giftzwerg aus dem Hinterwald. Ok, seine Entgleisungen entberen nicht einer gewissen Peinlichkeit - schon ärgerlich wenn in Bayern ja angeblich die Leute so schrecklich schlau sind, aber der Landesvater mal wieder nicht kapiert was Demokratie bedeutet. Nunja, egal was rauskommt, Herr Stoiber, eines ist sicher: von Bayern werden wir nicht regiert werden. Und so wie sie gerade Frau Merkel demontieren, da ist plötzlich für die SPD wieder alles drin. Vielen Dank an Sie und Ihren Kollegen Schöhnbohm, die mit ihren hahnebüchenen Aussagen vermutlich mehr Ost-Wähler mobilisiert haben als Gysi und Lafontaine zusammen ...

Mac OS X Intel hacked to run on standard PCs

Ist ja schon bitter wenn OS X Intel schon gehackt ist, bevor es eigentlich verfügbar ist:

MacBidouille reports that the Apple Developer kit version of Mac OS X x86, released to developers in early June, has been "hacked" to work with a PC notebook. The report includes a video showing Mac OS X x86 booting natively on a Pentium M 735-based notebook.

Und das trotz TPM und ähnlichen Spielereien. Vielleicht sollte Apple doch wieder auf PowerPC zurückswitchen, das ist zwar nicht sicherer, aber wenigstens gibts keine Alternativhardware zum Spottpreis wie bei den Intels

RIP last.fm

In das Netzbuch: last.fm verhärmt sich selbst beschreibt Ralf wie last.fm sich aus der Realität verabschiedet. Auch ich werd mich wohl von meiner früheren Empfehlung jetzt verabschieden - propreitäre Streamingclients gibts schon genug, da brauchts keinen weiteren - vor allem nicht, wenn der nicht mal vernünftig funktioniert. Schade - war ne nette Sache um auf neue und interessante Musik gestoßen zu werden. Aber so nicht.

SCO-Patent-Fallout?

Jedenfalls wird drüber spekuliert, das die Klage einer EFax-Firma gegen Konkurrenten wegen Einsatz von Asterisk mit SCO und dem ganzen Mist drumherum zu tun haben könnte:

Bei Groklaw wird nun spekuliert, inwieweit es sich bei dem Vorstoß um einen allgemeinen patentrechtlichen Angriff auf freie Software handeln könnte. Anlass dazu gibt eine enge Verknüpfung zwischen der SCO Group und j2. So gehört zu den Unterstützern der Softwarefirma, die sich seit langem in einem heftigen Streit um das geistige Eigentum in Linux-Komponenten insbesondere mit IBM befindet, die Investmentfirma Krevlin Advisors. Sie ist auch Großanteilshalter bei j2.

Aber auch wenn an den Gerüchten nix dran ist wird das ganze sicherlich wieder mal idiotisch und lästig - und wieder ein Beweis dafür, das Softwarepatente und Businessmethodenpatente hirnverbrannter Quatsch sind. Auf jeden Fall könnte Asterisk(im Prinzip eine in Software realisierte Telefonanlage) demnächst ein weiteres Kampfgebiet werden - allein schon weil es sicherlich dem einen oder anderen Hersteller von kleineren Telefonanlagen als Bedrohung erscheinen mag. Und gerade der Markt der Telefonanlagen ist ja eh durchzogen von sehr seltsamen Verkaufsstrategien und noch seltsameren Vertragssituationen (nicht umsonst werden immer mal wieder Telefonanlagenwartungsverträge wegen Verstoss gegen die guten Sitten als ungültig erklärt).

XchatPython ist ein Plugin für X-Chat mit dem man Erweiterungen in Python schreiben kann.

Coooool!

BlackDog ist ein PowerPC-Rechner mit 64 MB Speicher und 512 MB Flash-Disc in einem Mini-Gehäuse das man in jeden PC mit Windows oder Linux in den USB-Port stöpseln kann. Dort übernimmt dann der PowerPC-Prozessor die Tastatur, die Maus und den Bildschirm und startet sein Debian Linux, dessen Desktop man dann auf dem PC sieht.

Das Teil läuft nur aus der USB Stromversorgung und hat noch zusätzlich eine biometrische Zugangssicherung per Fingerabdruck. Wow. Schöne kleine Hackerkiste für unterwegs, man muss nur einen Wirtsrechner vorfinden.

Und es ist komplett in der Architektur offen und hackbar - es gibt sogar einen Hack-Wettbewerb um interessante Anwendungen dazu zu entwickeln. Wobei mir schon klar wäre was ich draufpacken würde - all die notwendigen Netzwerktools. Ich glaube ich muss mal in der Firma den Chef motivieren das wir dringend mal gucken müssen was man mit so einem Teil machen kann. So einen heftigen haben wollen Reflex hatte ich schon lange nicht mehr.

Informationen zur Canon EOS 5D aufgetaucht

Also die Gerüchte zur Canon EOS 5D klingen ja schon recht interessant - eine Vollformatsensorkamera für 3500 könnte mich jedenfalls reizen. Die bisherigen Kontrahenten im Vollformatsektor waren ja utopisch teuer (jaja, ist die 5D eigentlich auch, aber die Utopie ist etwas näher gerückt )

Oracle Cluster File System 2 für Linux

Das Oracle Cluster File System könnte schon eine nette Alternative zu GFS und Coda sein - jedenfalls wenn das hier wirklich passiert:

Der für den Linux-Kernel 2.6 verantwortliche Linux-Entwickler Andrew Morton will das Oracle Cluster File System in der Version 2 möglichst bald in den offiziellen Linux-Kernel aufnehmen. Schon Linux 2.6.14 könnte das OCFS 2 enthalten und wäre dann die erste Cluster-Komponente im offiziellen Linux-Kernel.

Den bisherige Clusterfilesysteme kranken gerade unter der fehlenden Integration - meist kann man sie eben nicht in jeder Kernelversion benutzen. Für mich interessant ist natürlich noch wie selbstständig die Knoten wirklich sind und ob es auch beim Oracle Cluster Filesystem einen single point of failure gibt, wie in es z.B. der Lockingdaemon bei OpenGFS ist. Bisher waren wir in der Firma nicht sehr erfolgreich in der Evaluierung von Clusterfilessystemen, eigentlich waren alle irgendwie dämlich ...

The Hidden Boot Code of the Xbox

In The Hidden Boot Code of the Xbox schreiben die X-Box-Linux-Programmierer wie der Sicherheitscode der X-Box aufgebaut ist und wie Microsoft in 512 Byte Code gleich 3 Fehler eingebaut hat. Lots of kindergarten security mistakes. - wie Bruce Schneier es nennt.

Schön ist auch das Fazit des Artikels:

So with the first version of the MCPX, Microsoft was too naive and apparently did not understand basic security concepts. After they had learnt their lesson, they designed a pretty good system with the second version of the MCPX - but the implementation still contained at least three security holes (Visor, MIST, TEA). They were too fast releasing a new version of the MCPX, spending a lot of money in trashing tons of already manufactured MCPX chips and manufacturing updated ones, apparently without any further code audit which should have revealed the security holes.

512 bytes is a very small amount of code (it fits on a single sheet of paper!), compared to the megabytes of code contained in software like Windows, Internet Explorer or Internet Information Server. Three bugs within these 512 bytes compromised the security completely - a bunch of hackers found them within days after first looking at the code. Why hasn't Microsoft Corp. been able to do the same? Why?

Genau. Wieso kriegt Microsoft sowas nicht hin? Wieso fällt gerade Microsoft immer wieder bei Security dermaßen auf die Schnauze? Und kommt mir jetzt nicht mit der albernen Ausrede das die Bugs bei Microsoft nur deshalb so schnell gefunden werden weil das so viele User benutzen - das sind hier banalste Grundlagenkenntnisse die erforderlich wären. Das ist einfach nur schlampig.

Und nun, Herr McBride?

Shit hits Fan für SCO:

A: There was a release of SCO LinuxWare release 7.1.2 that included the Linux kernel personality and SCO Linux-release 7.1.3 included the Linux kernel personality. At first when it first shipped it did include the Linux kernel packages which were subsequently removed.

Find ich schon irgendwie passend, wenn SCO erwischt wird das es selber den Linux-Kernel - der ja immerhin unter GPL steht - in ihren Produkten zumindestens zeitweilig benutzt und mit ihnen ausgeliefert haben. Könnte mit ein Grund sein, warum sie jetzt versuchen die GPL als unamerikanisch und nicht verfassungskonform zu denunzieren

Yep. Macht Sinn.

Nicht Intelligent Design, sondern das Google-Bombing des Ausdrucks natürlich.

EU-Kommission mal wieder im Alleingang

Diesmal mit direkter Attacke auf den gesunden Menschenverstand und das Bio-System: EU-Kommission genehmigt Genmais-Import:

Umstrittener Genmais darf künftig als Futtermittel in die EU-Staaten eingeführt werden. Die EU-Kommission traf damit eine Entscheidung im Alleingang.

Ich wiederhols nochmal: ich bin eigentlich Pro-EU eingestellt und sehe langfristig nur in einer funktionierenden Europäischen Union einen wirklich gangbaren Weg für unsere Region. Aber nicht mit so einer EU-Kommission, in der einfach mal eben willkürliche Entscheidungen getroffen werden die jedem gesunden Menschenverstand zuwiderlaufen. Und das alles nur zum finanziellen Wohl eines nicht-europäischen Unternehmens, dessen einziges Ziel es ist den europäischen Markt zu knacken und genauso zu dominieren wie andere Märkte auch schon.

Man reiche Darl McBride die Frog Pills

denn jetzt dreht er völlig ab:

Im Einzelnen zählt McBride zehn Punkte auf, die für SCO und gegen Linux sprechen. So sei der OpenServer wesentlich preiswerter als Linux-Systeme, die mit versteckten Jahreslizenzen arbeiten, habe einen überlegenen Kernel und biete wesentlich höhere Sicherheit als Linux-Systeme, bei denen Sicherheitslücken wochenlang offen bleiben würden. Mehrfach betont McBride, dass seine Firma Eigentümer von Unix ist und aus diesem Grunde höheres Vertrauen bei der Kundschaft besitze. Außerdem sorge SCO als Eigentümer dafür, dass es keine Absplitterungen inkompatibler Systemvarianten gebe.

Selten einen so kompakten Block von Bullshit gesehen

Mathematische Unkenntniss

Es ist ja schon fast modern zu erzählen wie schlecht man in Mathe war (ich nicht, ich war sehr gut in Mathe - und ja, mir hat Mathe sehr viel Spaß gemacht), aber wenn man dann von James Gosling die Fragen zu Sinus/Cosinus und den Sinn der Periodendefinition mit 2*Pi liest, dann packt man sich schon an den Kopf. Slava Prestov sieht darin immerhin die Erklärung warum die meisten Programmierer saublöde Fragen zu simpelsten mathematischen Problemen stellen, wenn selbst die Grössen der Branche einfache Trigonometrie nicht kapieren ...

International Components for Unicode ist eine Library von Referenzimplementierungen der ganzen Unicode-Standards, speziell die Transformation, Normalisierung und Sortierung von Zeichen betreffend, aber auch viele andere Lokalisierungsprobleme wie Datumsformatierung etc.

PyICU ist eine Integration der ICU C++ Schnittstelle in Python. Scheint recht vollständig zu sein, was den Umfang angeht. Integration mit Python Stringdatentypen ist ebenfalls gegeben.

man lernt doch nie aus

Ich hab ja bisher gedacht ich würde die meisten Tricks von ssh drauf haben. Aber ich bin dann doch mal über einen gestolpert, der banal und simpel ist, mir aber noch nicht bekannt war: die Option ProxyCommand. Mit dieser Option kann man für einen angegebenen Host einen Tunnel definieren der aufgebaut wird, bevor die eigentliche Verbindung gemacht wird. Mit dem Programm nc (Netcat) auf dem Rechner eins vor dem Zielsystem kann man sich damit wunderbar durch eine Kette von Firewalls tunneln, vor allem wenn man mit Auth-Forwarding arbeitet. Einfach in der .ssh/config einen Bereich ähnlich diesem einbauen:


 Host safe
 Protocol 2
 User me
 HostName 192.168.0.42
 ProxyCommand ssh door nc -q 0 safe 22

Hier wird jetzt einfach bei ssh safe intern mittels ssh door eine Verbindung zum Rechner door aufgebaut und dann dort eine Netcat-Verbindung zum ssh-Daemon auf dem eigentlichen Zielrechner safe erstellt. Das ganze kann man auch über mehrere ssh Hops wunderbar nutzen um dann direkt zwischen zwei Systemen durch eine Kette von Firewalls Files zu transportieren. ssh ist schon genial, wenns das nicht gäbe müsste man es glatt erfinden

(in meinem Fall brauchte ich das für darcs - das kann nämlich nur über ssh Repositories pushen)

auf dem Weg in die Medien-Monokultur

Denn Springer übernimmt ProSiebenSat.1 - und dürfte damit ihre neoliberale Meinungskampagne demnächst multimedial starten und ihren Müll dann auf allen Kanälen senden. Eine Demokratie benötigt eine unabhängige, starke Presse - aber eine, die nicht eine eigene politische Agenda verfolgt. Von daher können wir wohl einem weiteren Stückchen Demokratie gute Nacht sagen, wenn ein Konzern wie Springer demnächst die Medienkluft überbrückt.

Connecting databases to Python with SQLObject ist eine ganz nette Einführung in SQLObject - einen der netteren Object-Relation-Mapper für Python.

Umwelt-Ausverkauf in D-Dorf

War ja zu erwarten, die Landesregierung stellt umweltpolitische Ziele vor - und was bringt das:

Auch bei der neuen NRW-Landesregierung werde der Umweltschutz "hohen Stellenwert" haben - verspricht Umweltminister Eckhard Uhlenberg. Doch den Einfluss der Naturschutzverbände will er verringern.

Und dann noch so diverse andere Nettigkeiten, im Prinzip eine Demontage dessen was die NRW-Umweltpolitik gegen die ziemlich schlaffe Haltung des Bundes bisher immer ausgezeichnet hat (und wohl ein Verdienst von Frau Höhn war - nicht das jemand glaubt die SPD in NRW wäre sonderlich umweltbewusst gewesen).

Unicode HOWTO für Python. Sollten Python-Programmierer lesen.

Crypt::PasswdMD5 ist ein Perl-Modul das MD5 Passwörter so hashed wie es Linux und Solaris auch tun.

md5crypt.py ist der gleiche Algorithmus für MD5 Passwörter, nur diesmal in Python.

Passwörter als Hashes speichern - sicher?

Nicht mehr ganz neu (Sommer letzten Jahres war es neu, aber da hab ich es irgendwie verpasst, das zugrundeliegende Paper ist sogar schon 2 Jahre alt), aber immer noch interessant: Project RainbowCrack ist ein Projekt das die Erstellung von Tools zum schnelleren Knacken von Hashes zum Ziel hat. Hashes können normalerweise nur durch brute force aufgelöst werden - unterstützt durch algorithmische Schwächen (wie kürzlich bei MD5 und SHA1 gefunden). Es gibt aber einen Ansatz die aufwändigeren Berechnungen die beim brute-force-Vorgang anfallen (also im Prinzip algorithmische Teilschritte) schon im Vorhinen zu erstellen - zum Beispiel wenn man eh nur vor hat z.B. Passwörter mit maximaler Zeichenzahl zu knacken.

Das ganze kommt natürlich nicht umsonst: man tauscht Rechenzeit gegen Speicherplatz ein. Tabellen zum Knacken von bis zu 14 stelligen Windows Passwörtern belegen lockere 64 GiB an Speicher. Die praktische Relevanz des Ansatzes und der Tools wird aus diesem Zitat vielleicht offensichtlich:

Some ready to work lanmanager and md5 tables are demonstrated in Rainbow Table section. One interesting stuff among them is the lm #6 table, with which we can break any windows password up to 14 characters in a few minutes.

Zu Project RainbowCrack gibts auch noch eine Weboberfläche zu einem verteilten Rechencluster über die man MD5-Hashes an einen MD5-Cracker schicken kann und der dann - sofern es ein maximal 8 Zeichen langer String ist - den Klartext rausspuckt. Und das Teil baut nebenbei immer mehr Rainbow Tables auf, wodurch das Knacken nach und nach schneller wird.

Nur so als Warnung für diejenigen, die meinen das ein einfacher MD5 Hash (oder letztendlich nahezu jeder Hash) auf das Passwort ausreichend wäre. Unix-Systeme benutzen üblicherweise salted hashes - das Passwort wird um einen offenen Text erweitert und damit zusammen dann der Hash gebildet. Das verlängert im Prinzip das Passwort, auch wenn natürlich die Verlängerung nicht geheim ist - für die Rechenzeit oder die Tabellengrösse ist das wurscht, die Passwörter sind einfach länger und damit schwerer zu knacken. Ist aber auch nur eine Frage von Platz, bis die nicht sicher sind.

Besser sind Passphrases statt Passwörter - eben einfach normal lange Sätze. Zum Einen kann man sich diese häufig besser merken (viele Menschen können sich keine Telefonnummer merken, aber Zeilen aus Gedichten zitieren) und zum Anderen sind sie einfach länger (und vor allem flexibel lang), so das Rainbow Tables als Angriffsmethode ausscheiden. Die algorithmischen Schwächen von MD5 und SHA1 bleiben natürlich erhalten.

Shoot-to-Kill Direktiven - und die Welt wird ein Egoshooter

Bruce Schneier über Shoot-to-Kill und dabei speziell ein Vorschlag der International Association of Chiefs of Police . Übersetzt aus dem Vorschlag:

... eine solche Person zeigt "verschiedene ungewöhnliche Verhaltensweisen" wie einen schweren Mantel oder eine dicke Jacke bei warmem Wetter tragen, einen Koffer, eine Umhängetasche oder einen Rucksack mit Ausbeulungen oder erkennbaren Drähten tragen. Die Person zeigt Nervosität, vermeidet Augenkontakt oder schwitzt stark. Möglicherweise sind chemische Rückstände an der Kleidung oder an den Händen. Die Person murmelt möglicherweise Gebete oder schaukelt vor und zurück.

Wohlgemerkt, was mit solchen Personen zu geschehen hat, ist den Chiefs of Police klar: in den Kopf schiessen. Finaler Tötungsschuss. Und natürlich brauchts dafür keinen weiteren Anlass:

... die Bedrohung des Polizisten braucht nicht unmittelbar zu sein, wie bei normaler Vorgehensweise gelehrt wird. Polizisten brauchen nicht zu warten bis eine als Attentäter verdächtigte Person eine Bewegung macht, wie es bei normaler Vorgehensweise für den Einsatz von Schusswaffen notwendig wäre. Ein Polizist braucht nur eine begründete Vermutung für den Verdacht zu haben das der Verdächtige eine Bombe zünden könnte.

Bruce Schneier fragt zu Recht ob wir uns wirklich sicher fühlen dürften wenn eine solche Richtlinie umgesetzt würde. Jeder Taschendieb zeigt genug Merkmale um demnächst dann einfach mal eben abgeknallt zu werden, würde eine so menschenverachtende Richtlinie tatsächlich umgesetzt.

Wir wissen ja wie schnell menschenverachtende Ideen hier dann plötzlich auch auf die Tagesordnung kommen ...

Ein Treeview in JavaScript der innerhalb von Seiten (ohne Frames) benutzt werden kann und trotzdem sich State merkt.

Ciscos Kundenpasswörter sind weg - das ist so peinlich, das tut schon richtig weh. Oha. Und das Cisco.

Django, Apache und FCGI

In Django, lighttpd und FCGI, zweiter Versuch habe ich eine Methode beschrieben, wie man Django mit FCGI hinter einer lighttpd-Installation ausführen kann. Ich habe die Django-FCGIs als eigenständige Server ausgeführt, sodass Sie sie unter unterschiedlichen Benutzern als der Webserver ausführen können. Dieses Dokument gibt Ihnen die benötigten Informationen, um dasselbe mit Apache 1.3 zu tun.

Aktualisierung: Ich pflege meine Beschreibungen jetzt in meinem Trac-System. Siehe die Apache+FCGI-Beschreibung für Django.

Aktualisierung: Ich habe von der Verwendung von Unix-Sockets zur Verwendung von TCP-Sockets in der Beschreibung gewechselt. Der Grund ist, dass Unix-Sockets Schreibzugriff von beiden Prozessen - Webserver und FCGI-Server - benötigen und das manchmal schwer einzurichten ist. TCP-Sockets sind nur ein bisschen langsamer, aber viel einfacher einzurichten.

Zuerst die Hauptfrage, die einige stellen könnten: Warum Apache 1.3? Die Antwort ist einfach: Viele Menschen haben immer noch Apache 1.3 als ihren Hauptserver laufen und können nicht leicht auf Apache 2.0 aktualisieren - zum Beispiel, wenn sie große Codebasen in mod_perl oder mod_python ausführen, werden sie Probleme bei der Migration haben, weil Apache 2.0 mod_perl2 oder mod_python2 erfordert und beide nicht vollständig kompatibel mit älteren Versionen sind. Und obwohl lighttpd ein fantastischer Webserver ist, wenn Sie bereits Apache 1.3 ausführen, gibt es möglicherweise einfach keinen Bedarf für einen weiteren Webserver.

Was benötigen Sie also - neben den Python- und Django-Dingen - für Apache 1.3 mit FastCGI? Nur das mod_rewrite-Modul und das mod_fastcgi-Modul installiert, das ist alles. Beide sollten mit der Verteilung Ihres Systems geliefert werden. Sie werden immer noch alle Python-Dinge benötigen, die ich im lighttpd-Artikel aufgeführt habe.

mod_fastcgi ist etwas eigenwillig in seiner Installation, ich musste ein bisschen damit herumspielen. Es gibt ein paar Stolpersteine, an die ich denken kann:

  • Die Angabe des Sockets kann kein absoluter Pfad sein, sondern muss ein relativer Pfad in Bezug auf das FastCgiIpcDir sein.
  • Die Angabe des FCGI selbst (auch wenn es rein virtuell ist) muss in einer vollständig qualifizierten Form in Bezug auf das Dokumentenstammverzeichnis, das Sie verwenden möchten. Wenn Sie einen relativen Pfad verwenden, wird er relativ zum Dokumentenstammverzeichnis des Standard-Virtual-Hosts sein - und das ist mit Sicherheit nicht das Dokumentenstammverzeichnis, das Sie verwenden werden, wenn Sie einen Virtual-Host mit dem FCGI einrichten möchten.
  • Das FCGI selbst kann nicht innerhalb eines Virtual-Hosts definiert werden - es muss in der Hauptserverkonfiguration definiert werden. Hier kommt das Problem der relativen Adressierung ins Spiel.
  • Die Socket-Datei muss sowohl vom FCGI-Benutzer als auch vom Apache-Benutzer lesbar und beschreibbar sein. Normalerweise tun Sie dies, indem Sie die Socket-Datei gruppenschreibbar ändern und die Gruppe dieser Socket-Datei in eine Gruppe ändern, der sowohl der Benutzer als auch der Apache angehören.

Hier ist der Konfigurationsausschnitt, den Sie zu Ihrer httpd.conf hinzufügen müssen. Ich verwende die gleichen Verzeichnisse wie im lighttpd-Beispiel, Sie werden dies wahrscheinlich an Ihre Situation anpassen müssen.


FastCgiExternalServer /home/gb/work/myproject/publichtml/admin.fcgi -host 127.0.0.1:8000
FastCgiExternalServer /home/gb/work/myproject/publichtml/main.fcgi -host 127.0.0.1:8001

<VirtualHost *>
ServerAdmin gb@bofh.ms
Servername www.example.com
ErrorLog /home/gb/work/myproject/logs/django-error.log
CustomLog /home/gb/work/myproject/logs/django-access.log combined
DocumentRoot /home/gb/work/myproject/public_html
RewriteEngine On
RewriteRule ^(/admin/.)$ /admin.fcgi$1 [L]
RewriteRule ^(/main/.)$ /main.fcgi$1 [L]
</VirtualHost> ```

Sie müssen dem Webserver Schreibzugriff auf das Log-Verzeichnis ermöglichen, daher möchten Sie möglicherweise einen anderen Ort dafür verwenden - möglicherweise in `/var/log/apache/` oder wo auch immer Ihr Apache seine Logs hinstellt. Die FastCgiExternalServer-Direktiven müssen außerhalb der Virtual-Host-Definitionen stehen, müssen aber auf Dateien innerhalb des Dokumentenstammverzeichnisses der Virtual Hosts verweisen. Diese Dateien müssen jedoch (und sollten wahrscheinlich nicht) im Dateisystem existieren, sie sind rein virtuell. Die gegebene Einrichtung spiegelt die Einrichtung wider, die ich für das lighttpd-Szenario vorgenommen habe.

Starten Sie nun Ihren Apache neu, starten Sie Ihr django-fcgi.py und Sie sollten auf Ihre Django-Anwendung zugreifen können. Vergessen Sie nicht, die admin_media-Dateien in das Dokumentenstammverzeichnis zu kopieren, sonst wird Ihr Admin sehr hässlich aussehen.

django-fcgi.py --settings=myproject.settings.main --host=127.0.0.1 --port=8000 --daemon django-fcgi.py --settings=myproject.settings.admin --host=127.0.0.1 --port=8001 --daemon


Viel Spaß.

EU-Hirnriss zu Urheberrechtsverletzungen

Was für ein Unfug. Kommt der Vorschlag durch, wird Open-Source-Einsatz riskant:

Ein neuer Gesetzesentwurf der Europäischen Kommission soll beim Verdacht auf Urheberrechtsverletzung bei Software auch Klagen gegen die Anwender erlauben. Neben dem Verursacher würden damit Unternehmen, die sich anhand ihrer Lizenzen in Sicherheit wiegen, ins Schussfeld geraten. Das berichtete das britische Branchenmagazin 'ZDNet UK'.

Gerade unter dem aktuellen Eindruck des SCO-Verfahrens müsste eigentlich jedem klar sein das so eine Idee vollkommener Hinriss ist - denn genau das war es ja was SCO machen wollte, alle Linux-Benutzer zu erpressen. Es gibt wirklich kaum eine Idee die dumm genug ist das sie nicht einem Politiker ins Hirn kommen könnte ...

Geocaching im Münsterland

Da ich jetzt einen Garmin Geko 201 habe, muss ich mir natürlich mal die Infos zu Geocaching angucken. Jemand einen guten Link zu Geocaching-Aktivisten in Münster und Umgebung? Wär was für unseren anstehenden Urlaub, Jutta schimpft immer das Sie das Münsterland nicht gut genug kennt, da wäre das Abklappern von Geocaches doch die ideale Methode die Gegend zu erkunden.

Als erster Startpunkt werd ich mir mal die Eintragungen bei geocaching.de für Ruhrpott und Emsland angucken - wir sind zwar weder Ruhrpott noch Emsland, aber nah genug dran um bei beiden mit drauf zu sein.

Ausserdem hab ich jetzt einen guten Grund gegenüber Jutta warum ich mir das Teil gekauft habe

Und wenn ich mir Anleitungen wie zu Vaders Stein angucke, dann wird das sogar genau für Jutta passen - Rätselspiele mag sie nämlich sehr. Hey, könnte glatt ein neues Hobby werden ...

Mal wieder neues bei Django

Neues gibts da ja dauernd, aber diesmal wieder ein sehr interessantes Feature: das inspectdb Kommando liefert nämlich aus einer PostgreSQL Datenbank die ganzen Tabellen und Felder im Format eines Python Datenmodells. Zusätzlich werden - sofern in der Datenbank abgelegt - auch Fremdschlüssel gefunden. Sehr praktisch wenn man eine Oberfläche für eine bestehende Datenbank bauen muss, man spart sich viel Tipparbeit.

Soziale Netzwerkerei

Tja, ich bin jetzt auch in einem dieser tollen sozialen (in diesem Fall dann eher business-sozialen) Netzwerke registriert, und zwar in der O'Reilly Connection. Will ja nicht als verhärmt und vergreist gelten

Wers schafft mich dort zu finden darf ne Connection zu mir definieren. Und sich über mein blödes Foto lustig machen ...

Ian Bicking darüber was bei SQLObject derzeit passiert - es war ja recht still um einen der nettesten SQL-Object-Layer für Python geworden, aber jetzt gehts weiter. Für mich interessantester Punkt: Toolunterstützung für Datenbankupgrades. Ein Punkt der zum Beispiel auch bei Django noch fehlt.

Aber Patente sind ja sooo toll ...

... dumm nur, wenn dann die eigene Zentralbank Ziel einer Patentklage ist: Europäische Zentralbank wegen Patentverletzung verklagt. Wird das vielleicht mal beim EU-Rat die Leute aufwecken? Ach watt, vergesst es, die wachen in diesem Leben nicht mehr auf, dann müssten sie ja ihre eigene Korruption erkennen ...

Das Äquivalent zum Apple FileSafe unter Linux: Automatically mount dm-crypt encrypted home with pam_mount. Gerade für Notebooks sehr sinnvoll, aber auch bei Arbeitsplatzrechnern von Administratoren (wegen der vielen sicherheitsrelevanten Files die sich so im Homeverzeichnis ansammeln).

Coroutinen für Python

Philip J. Eby hat einen Patch zur Implementation von PEP 342 geliefert. Damit stehen die Chancen das Python in Zukunft Coroutinen haben wird sehr gut.

Und das wiederum bedeutet das Python eine - wenn auch primitive - Form von Continuations bekommt. Jetzt fehlt nur noch das sowas wie statesaver mit in Python integriert wird - für Multishot Continuations (ok, erstmal nur copyable Coroutines, aber das wäre immerhin der Anfang).

Das alles natürlich nur um dann endlich in Webframeworks mit Continuations arbeiten zu können. Ok, geht mit CherryFlow jetzt schon, aber es wäre schon wenn das ganze in das Mainstream-Python wandern würde.

Wer sich mal mit grösserer Erlang-Software beschäftigen möchte und einen Jabber-Server ausprobieren will, für den ist vielleicht ejabberd interessant - ein Jabber-Server der all die netten Features von Erlang ausnutzt um zum Beispiel einfaches Clustering und gute Datenverteilung zu bieten.

Hell freezes over - a second time

Erst Intel-Prozessoren und jetzt mehr als eine Maustaste. Und sogar sowas ähnliches wie ein Scrollrad. Schockierend.

Und noch einer Linux-auf-Mac Story. Diesmal ein iBook und Gentoo. Für eine kleine und preiswerte Linux-Kiste für Unterwegs ganz brauchbar.

Die Linux on an Apple Powerbook HOWTO liefert genau das was ich bräuchte, wenn ich mein 12" Powerbook auf Linux umstellen wollen würde - der Autor benutzt sogar genau mein Modell. Und nein, noch will ich nicht umsteigen

The Illusive setdefaultencoding

Ian Bicking hat in seinem Artikel über setdefaultencoding einen Verweis auf einen netten Trick drin: einfach mit reload(sys) das sys-Modul neu laden, damit setdefaultencoding verfügbar ist.

setdefaultencoding dient dazu einzustellen, welches Standardencoding bytestrings benutzen. Normalerweise ist das ASCII, kann aber auch auf iso-8859-1 oder utf-8 umgestellt werden - wenn man setdefaultencoding überhaupt hat. Das wird nämlich dummerweise beim Start der Python Laufzeitumgebung gelöscht - weil die Python-Macher da mal wieder die User bevormunden wollen.

reload(sys) ist natürlich etwas das nicht unbedingt für Vertrauen sorgt - sys ist ja ein nicht ganz unwichtiges Modul. Aber in meinen Experimenten hat es bisher gut geklappt und es hilft definitiv bei der ganzen Unicode-Problematik wenn man seinen programmen ein anderes Encoding als Standard verpassen kann.

Schöner wärs natürlich wenn in der Standarddistribution setdefaultencoding nicht mehr gelöscht würde. Klar, kann man auch erreichen durch einen Patch von site.py, aber das ist auch nicht besser als sys neu zu laden ...

(Un)trusted platform Apple?

Da es gerade modern ist zu erklären das man switched, wenn Apple TPA - oder wie auch immer das Zeugs dann in Zukunft heissen mag - einsetzt: erstmal abwarten. Angucken was Apple macht und wie - Gerüchte gibts vorher immer.

Wenn dann tatsächlich TPA drin ist: Linux kann auch ein brauchbares System sein, auch wenn die Oberflächen ziemlich krank sind (wobei aktuelle XFCE-Versionen garnicht mal so übel aussehen) und wenn in Apple-Hardware eh kein PPC mehr drin steckt und man Linux draufpackt: da kann man auch sein Notebook bei IBM kaufen. Die haben nette Geräte die auch ganz hervorragend unter Linux funktionieren.

Und last but not least: nur weil neue Apple-Hardware anders ist verändert sich die schon gekaufte Hardware nicht - und die hält Apple-typisch meist ein paar Jahre länger. Und unter Linux wird mancher Mac sogar schneller als unter OS X

Wohin Abmahnwahn und vorauseilender Gehorsam führen können

hat gerade die FFII gemerkt: Nutzwerk ließ FFII.org abschalten(etwas mehr Infos wie üblich bei Heise).

Nun war zwar die entsprechende IP-Adresse durchweg erreichbar, doch der als technischer Ansprechpartner für die Domain FFII.org eingetragen DNS-Provider kam der Forderung Nutzwerks nach und schaltete die Domain FFII.org am vergangenen Freitag Nachmittag ab. Die Namensauflösung von FFII.org sowie entsprechender Subdomains funktionierte vorübergehend nicht. Nach einer Intervention des FFII hat der DNS-Provider die Domain am Abend des gleichen Tages aber wieder frei geschaltet und will Nutzwerk um eine Präzisierung des Ansinnens bitten, so FFII-Vorstand Hartmut Pilch gegenüber Golem.de.

Ein echtes Dilemma: Dienstleister wollen sich selber schützen und leider wird durch das Teledienstgesetz eben diesen Dienstleistern das Leben schwer gemacht: auf Inhalte hingewiesen die einen Rechtsverstoß darstellen muss man diese Inhalte unverzüglich entfernen. Nur wie will man beurteilen ob Inhalte jetzt einen Rechtsverstoß darstellen? Ganz besonders wenn es um solche Sachen wie bei Nutzwerk gehen - wo kritische Berichterstattung von der Firma als Rechtsverstoß definiert wird?

Letzten Endes wird so den Firmen ein Zensurmittel in die Hand gegeben, ohne den Dienstleistern (und natürlich den Seitenbetreibern selber!) vernünftige Möglichkeiten zur Abwehr zu geben. Wie soll sich ein kleinerer Provider zum Beispiel vor Abmahnungen mit absurden Streitwerten - wie sie z.B. von der Musikindustrie mit Vorliebe eingesetzt werden - schützen? Rechtsschutzversicherungen helfen da nicht.

Kein Wunder das mancher Provider in dem Fall im vorauseilenden Gehorsam die richtige Strategie sieht - er verliert so maximal den Kunden den er abgeschaltet hat, eventuell ein bischen negative Presse, aber den Kampf gegen eine Firma mit überzogenen Vorstellungen aufnehmen, dabei kann er nicht viel gewinnen.

Wer dann so wie ich im Vorstand eines privat betriebenen Providers sitzt, der kommt bei solchen Entwicklungen schon ins Grübeln, was eigentlich die Zielsetzung dieser Gesetzesänderungen im Zuge des Teledienstgesetzes wirklich war ...

Auswirkungen von Gen-Raps und Co.

Beim Isotopp einen Pointer auf Informationen zum britischen Evaluierungsprojekt zu gentechnisch verändertem Saatgut gefunden. Erschreckend, welche Auswirkungen das zum Beispiel auf verwandte Wildkräuter hat und was das auf Dauer für uns bedeuten wird. Aber es ist ja alles sooo sicher und sooo wichtig für uns - dabei gehts eben wirklich nur um die Einnahmen für die Gentechnik-Firmen, nicht aber um das was die Verbraucher wirklich wollen.

Aber natürlich wird weiterhin jeder Kritiker von gentechnisch verändertem Saatgut als Spinner von der Wirtschaft und deren Schergen (wie z.B. Clement und manch anderer Politiker) abgetan.

Daves neuer OPML Editor mit Blog

Ich spiele gerade mit dem OPML-Editor von Dave Winer rum, mit dem er jetzt sein Blog macht. Sieht ganz witzig aus und kann einiges. Mein OPML-Blog hat einige der Erkenntnisse die ich damit gemacht habe gesammelt. Ich werde jetzt sicherlich nicht einfach mal eben so umsteigen - das wäre Quark, das ist nicht unbedingt meine Zielsoftware. Aber es macht Spaß mal wieder mit etwas ganz anderem zu spielen.

Leider hat der OPML Editor einige der Krankheiten von Radio Userland und Frontier geerbt, speziell Umlautehandhabung ist nicht so wirklich rund (ich hätte gerne endlich mal durchgängige UTF-8 Unterstützung) und das Laufzeitverhalten ist zwar besser als bei Radio, aber es zieht immer noch sporadisch zu viel CPU.

Das Konzept von gerenderten Outlines hat aber durchaus Charme. Nur leider sind noch viele Teile des Renderings nicht wirklich für normale User zugänglich - man kann zwar das uralte Table-Layout editieren und was anderes draus machen, aber die OPMLs werden mit dem internen OPML Renderer umgesetzt und die HTML-Fragmente sind nicht so einfach zu ändern - und damit zum Beispiel die Änderung der Sprache recht mühsam, genauso wie die vollständige Ausmerzung von Layouttabellen.

Mehr wird sicherlich nach und nach auf dem OPML Blog landen, hier werd ich maximal ein paar Fazits schreiben.

HEW Cyclassics 2005

Ein wirklich nettes Rennen - immer wieder erstaunlich wie selbst fast eine Viertelstunde Vorsprung nicht ausreicht um bei dem Rennen auch einen Sieg nach Hause zu fahren. Auch immer wieder erstaunlich wie die Kommentatoren jedes Mal erzählen das das Hauptfeld zu spät anfährt - so langsam sollten die das doch kennen.

Die Quickstep-Aktion jedenfalls war klasse - so sauber den Fassa Bortolo Leuten nach deren Sprintaufbau den Sieg und die Treppchenpositionen wegzunehmen ist wirklich super. Auch wenn ich natürlich lieber Zabel vorne gesehen hätte

Merkelnix krampft auch

Nur damit niemand glaubt nur die SPD hätte hirnlose Parolen in die Welt zu schreien: "Arbeit wieder in Deutschland möglich machen" ist der Grund warum sie die Mehrwertsteuer erhöhen wollen:

Unions-Kanzlerkandidatin Angela Merkel hat die von CDU und CSU geplante Erhöhung der Mehrwertsteuer verteidigt. Die Union wolle damit das Ziel erreichen, die Arbeitskosten zu senken, sagte sie in einem Interview des "Bericht aus Berlin". Es gehe darum, "Arbeit wieder in Deutschland möglich zu machen und damit die soziale Sicherung zu ermöglichen", sagte die CDU-Chefin weiter.

Sorry, aber wie saublöd ist das denn? Soziale Sicherung durch eine Anhebung der Mehrwertsteuer, die am heftigsten die trifft, die ihren Konsum nicht weiter reduzieren können weil er eh nur noch aus Grundnahrungsmitteln und anderen fürs Überleben notwendigen Ausgaben besteht?

Softwarepatente - Kommentar bei der NY Times

Die NY Times fragt warum Bill Gates 3,000 neue Patente will und findet eine massive Belagerung des Patentbüros mit Bergen von Softwarepatenten, die oft einfach nur Trivialpatente sind (wie das zitierte Patent zum Zufügen/Entfernen von Leerzeichen in Dokumenten). Der Kommentator stellt in dem Kommentar eine Forderung auf (nachdem er überlegt ob man Microsoft nicht einfach alle Patente entziehen sollte die sie schon haben):

Perhaps that is going too far. Certainly, we should go through the lot and reinstate the occasional invention embodied in hardware. But patent protection for software? No. Not for Microsoft, nor for anyone else.

Und das aus dem Land das die Softwarepatente schon lange hat und das immer wieder von den Softwarepatentproponenten in der EU als Grund für eine notwendige weltweite Harmonisierung gebracht wird.

Nein, Softwarepatente sind auch dort nicht gern gesehen und nicht wirklich sinnvoll. Auch Dan Bricklin - dem einen oder anderen noch als Visicalc-Vater bekannt - findet das:

Mr. Bricklin, who has started several software companies and defensively acquired a few software patents along the way, says he, too, would cheer the abolition of software patents, which he sees as the bane of small software companies. "The number of patents you can run into with a small product is immense," he said. As for Microsoft's aggressive accumulation in recent years, he asked, "Isn't Microsoft the poster child of success without software patents?"

Und warum macht Microsoft das jetzt? Der dafür zuständige Manager gibt einen Grund, wie er nur einem BWLer einfallen kann, so blöd ist der:

"We realized we were underpatenting," Mr. Smith explained. The company had seen studies showing that other information technology companies filed about two patents for every $1 million spent on research and development. If Microsoft was spending $6 billion to $7.5 billion annually on its R&D, it would need to file at least 3,000 applications to keep up with the Joneses.

Ok, alleine schon die Idee der Patentanmeldung alleine von Zahlen aus der Branche zu orientieren ist hirnrissig, aber wie blöd muss man sein um einen Bezug zwischen der Patentanzahl und dem Umsatz im Bereich Forschung und Entwicklung zu ziehen?

Die NY Times zieht da auch die Parallele zur Pharmaindustrie, die - zumindestens laut eigenen Aussagen - bei einem Forschungseinsatz von 20 Millionen froh ist dann ein Patent auf ein Medikament zu bekommen (wobei das schon kritisch genug ist, wie man gerade bei der AIDS-Bekämpfung in Afrika sehen konnte).

Und der Fallout wird bei der NY Times auch gut zusammengefasst:

Last year at a public briefing, Kevin R. Johnson, Microsoft's group vice president for worldwide sales, spoke pointedly of "intellectual property risk" that corporate customers should take into account when comparing software vendors. On the one side, Microsoft has an overflowing war chest and bulging patent portfolio, ready to fight - or cross-license with - any plaintiff who accuses it of patent infringement. On the other are the open-source developers, without war chest, without patents of their own to use as bargaining chips and without the financial means to indemnify their customers.

Die Frage, was Jefferson (der Gründer des US Patentsystems) dazu sagen würde, was heute alles Patente bekommen soll, ist da durchaus berechtigt. In seinem Sinne - der ja eigentlich eher auf den Schutz der wirklichen erfinderischen Genialität vor der Ausnutzung durch Konzerne galt - ist das ganze definitiv nicht.

Wahlkampf, Wahlkrampf ...

Münte on the Roll: Linkspartei "politisch und juristisch abstrus". Ich hab allerdings den Eindruck das er der SPD mehr damit helfen würde ihr ein Programm zu verpassen das die normalen Bürger wieder anspricht, anstatt einfach nur die Angst vor Links zu schüren und Verleumdungen (sorry, aber die Kombination aus PDS und WASG in der offenen Liste ist vielleicht merkwürdig, aber juristisch wohl einwandfrei - etwas anderes zu behaupten also schlicht Verleumdung) zu verbreiten.

Wenn die SPD im Wahlkampf nicht mehr schafft als nur ins Horn der Unionsparteien gegen die angebliche Gefahr von Links zu stossen, wird die SPD sich schlicht ins politische Aus begeben - mit so einem Murks gewinnt man keine Wahl. Wenn die SPD nur noch eine Union mit roter Krawatte ist, kann sie mir gestohlen bleiben ...

Einfacher Dateisystem-Browser mit Django schreiben

Dieser Artikel ist mal wieder in Englisch, da er auch für die Leute auf #django interessant sein könnte. Dieser Beitrag zeigt, wie man einen sehr einfachen Dateisystem-Browser mit Django erstellt. Dieser Dateisystem-Browser verhält sich größtenteils wie ein statischer Webserver, der die Verzeichnisnavigation ermöglicht. Die einzige Besonderheit ist, dass Sie das Django-Admin verwenden können, um Dateisysteme zu definieren, die in den Namensraum des Django-Servers eingebunden werden. Dies dient nur zur Demonstration, wie eine Django-Anwendung verschiedene Datenquellen neben der Datenbank nutzen kann. Es ist nicht wirklich dazu gedacht, statischen Inhalt zu servieren (obwohl es mit hinzugefügter Authentifizierung quite nützlich für eingeschränkten statischen Inhalt sein könnte!).

Auch wenn die Anwendung sehr einfache Sicherheitsprüfungen an den übergebenen Dateinamen durchführt, sollten Sie dies nicht auf einem öffentlichen Server ausführen - ich habe keine Sicherheitstests durchgeführt und es könnte buttloads von schlechten Dingen geben, die Ihre privaten Daten der Welt preisgeben könnten. Sie wurden gewarnt. Wir beginnen wie üblich mit der Erstellung der Dateisystem-Anwendung mit dem Befehl django-admin.py startapp filesystems. Machen Sie es einfach so, wie Sie es mit Ihrer Umfrageanwendung im ersten Tutorial gemacht haben. Nur zur Orientierung, so sieht die myproject-Verzeichnis auf meiner Entwicklungsmaschine aus:


.
|-- apps
| |-- filesystems
| | |-- models
| | |-- urls
| | `-- views
| `-- polls
| |-- models
| |-- urls
| `-- views
|-- public_html
| `-- admin_media
| |-- css
| |-- img
| | `-- admin
| `-- js
| `-- admin
|-- settings
| `-- urls
`-- templates
 `-- filesystems

Nach der Erstellung der Infrastruktur beginnen wir mit dem Aufbau des Modells. Das Modell für die Dateisysteme ist sehr einfach - nur ein Name für das Dateisystem und ein Pfad, an dem die Dateien tatsächlich gespeichert sind. Hier ist es also, das Modell:


 from django.core import meta

class Filesystem(meta.Model):

fields = ( meta.CharField('name', 'Name', maxlength=64), meta.CharField('path', 'Path', maxlength=200), )

def repr(self): return self.name

def get_absolute_url(self): return '/files/%s/' % self.name

def isdir(self, path): import os p = os.path.realpath(os.path.join(self.path, path)) if not p.startswith(self.path): raise ValueError(path) return os.path.isdir(p)

def files(self, path=''): import os import mimetypes p = os.path.realpath(os.path.join(self.path, path)) if not p.startswith(self.path): raise ValueError(path) l = os.listdir(p) if path: l.insert(0, '..') return [(f, os.path.isdir(os.path.join(p, f)), mimetypes.guess_type(f)[0] or 'application/octetstream') for f in l]

def file(self, path): import os import mimetypes p = os.path.realpath(os.path.join(self.path, path)) if p.startswith(self.path): (t, e) = mimetypes.guess_type(p) return (p, t or 'application/octetstream') else: raise ValueError(path)

admin = meta.Admin( fields = ( (None, {'fields': ('name', 'path')}), ), list_display = ('name', 'path'), search_fields = ('name', 'path'), ordering = ['name'], )


Wie Sie sehen können, ist das Modell und das Admin eher langweilig. Was interessant ist, sind jedoch die zusätzlichen Methoden `isdir`, `files` und `file`. `isdir` überprüft, ob ein gegebener Pfad unter dem Dateisystem ein Verzeichnis ist oder nicht. `files` gibt die Dateien des angegebenen Pfades unter dem Basispfad des Dateisystems zurück und `file` gibt den echten Dateipfad und den MIME-Typ einer gegebenen Datei unter dem Basispfad des Dateisystems zurück. Alle drei Methoden überprüfen die Gültigkeit des übergebenen Pfades - wenn der resultierende Pfad nicht unter dem Basispfad des Dateisystems liegt, wird eine ValueError ausgelöst. Dies soll sicherstellen, dass niemand `..` im Pfadnamen verwendet, um aus dem definierten Dateisystem-Bereich auszubrechen. Das Modell enthält also spezielle Methoden, die Sie verwenden können, um auf den Inhalt des Dateisystems selbst zuzugreifen, ohne sich Gedanken darüber zu machen, wie dies in Ihren Ansichten zu tun ist. Es ist die Aufgabe des Modells, solche Dinge zu kennen.

Der nächste Teil Ihres kleinen Dateisystem-Browsers wird die URL-Konfiguration sein. Sie ist eher einfach, sie besteht aus der Zeile in `settings/urls/main.py` und dem Modul `myproject.apps.filesystems.urls.filesystems`. Zuerst die Zeile im Haupt-URLs-Modul:

from django.conf.urls.defaults import *

urlpatterns = patterns('', (r'^files/', include('myproject.apps.filesystems.urls.filesystems')), )


Als nächstes das eigene URLs-Modul der Dateisysteme:

from django.conf.urls.defaults import *

urlpatterns = patterns('myproject.apps.filesystems.views.filesystems', (r'^$', 'index'), (r'^(?P.?)/(?P.)$', 'directory'), )


Sie können die Anwendung nun der Haupt-Einstellungsdatei hinzufügen, damit Sie es später nicht vergessen. Suchen Sie einfach nach der Einstellung INSTALLED_APPS und fügen Sie den Dateibrowser hinzu:

INSTALLED_APPS = ( 'myproject.apps.polls', 'myproject.apps.filesystems' )


Ein Teil fehlt noch: die Ansichten. Dieses Modul definiert die extern erreichbaren Methoden, die wir im URL-Mapper definiert haben. Wir benötigen also zwei Methoden, `index` und `directory`. Die zweite funktioniert tatsächlich nicht nur mit Verzeichnissen - wenn sie eine Datei übergeben bekommt, präsentiert sie einfach den Inhalt dieser Datei mit dem richtigen MIME-Typ. Die Ansicht macht Gebrauch von den in dem Modell definierten Methoden, um auf den tatsächlichen Dateisysteminhalt zuzugreifen. Hier ist der Quellcode für das Ansichtsmodul:

from django.core import template_loader from django.core.extensions import DjangoContext as Context from django.core.exceptions import Http404 from django.models.filesystems import filesystems from django.utils.httpwrappers import HttpResponse

def index(request): fslist = filesystems.getlist(orderby=['name']) t = templateloader.gettemplate('filesystems/index') c = Context(request, { 'fslist': fslist, }) return HttpResponse(t.render(c))

def directory(request, filesystem_name, path): import os try: fs = filesystems.getobject(name exact=filesystemname) if fs.isdir(path): files = fs.files(path) tpl = templateloader.gettemplate('filesystems/directory') c = Context(request, { 'dlist': [f for (f, d, t) in files if d], 'flist': [{'name':f, 'type':t} for (f, d, t) in files if not d], 'path': path, 'fs': fs, }) return HttpResponse(tpl.render(c)) else: (f, mimetype) = fs.file(path) return HttpResponse(open(f).read(), mimetype=mimetype) except ValueError: raise Http404 except filesystems.FilesystemDoesNotExist: raise Http404 except IOError: raise Http404


Sehen Sie, wie die Elemente des Verzeichnismusters als Parameter an die Directory-Methode übergeben werden - der Dateisystemname wird verwendet, um das richtige Dateisystem zu finden, und der Pfad wird verwendet, um den Inhalt unter dem Basispfad dieses Dateisystems zuzugreifen. MIME-Typen werden mit dem mimetypes-Modul aus der Python-Distribution ermittelt, übrigens.

Der letzte Teil unseres kleinen Tutorials sind die Vorlagen. Wir benötigen zwei Vorlagen - eine für den Index der definierten Dateisysteme und eine für den Inhalt eines Pfades unter einem Dateisystem. Wir benötigen keine Vorlage für den Dateiinhalt - der Dateiinhalt wird roh geliefert. Zuerst also die Hauptindexvorlage:

{% if fslist %}

definierte Dateisysteme

{% else %}

Entschuldigung, es wurden keine Dateisysteme definiert.

{% endif %}

Die andere Vorlage ist die Verzeichnisvorlage, die den Inhalt eines Pfades unter dem Basispfad des Dateisystems anzeigt:

{% if dlist or flist %}

Dateien in //{{ fs.name }}/{{ path }}

    {% for d in dlist %}
  • {{ d }}
  • {% endfor %} {% for f in flist %}
  • {{ f.name }} ({{ f.type }})
  • {% endfor %}
{% endif %}


Beide Vorlagen müssen irgendwo in Ihrem TEMPLATE-PFAD gespeichert werden. Ich habe einen Pfad im TEMPLATE-PFAD mit dem Namen der Anwendung eingerichtet: `filesystems`. Dort habe ich die Dateien als `index.html` und `directory.html` gespeichert. Natürlich würden Sie normalerweise eine Basisvorlage für die Website erstellen und diese in Ihren normalen Vorlagen erweitern. Und Sie würden eine `404.html` hinzufügen, um 404-Fehler zu behandeln. Aber das bleibt als Übung für den Leser. Nachdem Sie Ihren Entwicklungsserver für Ihr Admin gestartet haben (vergessen Sie nicht, DJANGO SETTINGS MODULE entsprechend einzustellen!), können Sie ein Dateisystem zu Ihrer Datenbank hinzufügen (haben Sie irgendwann zwischenzeitlich `django-admin.py install filesystems` gemacht? Nein? Machen Sie es jetzt, bevor Sie Ihren Server starten). Jetzt stoppen Sie den Admin-Server, ändern Sie Ihr DJANGO SETTINGS MODULE und starten Sie den Haupt-Einstellungsserver. Jetzt können Sie zu [http://localhost:8000/files/](http://localhost:8000/files/) surfen (zumindest wenn Sie Ihre URLs und Ihren Server so eingerichtet haben wie ich) und die Dateien in Ihrem Dateisystem durchsuchen. Das ist alles. War nicht sehr kompliziert, oder? Django ist wirklich einfach zu verwenden.