rechteabzocker

Courtney Love does the math - wie die Musikindustrie Musiker auspresst. Mal lesen - Musikpiraterie bekommt dort eine ganz neue Definition.

US-Bürgerrechtler werfen Uri Geller Urheberrechtsbeugung vor - weil, die Löffelbeugung hat ja nicht geklappt.

Gericht untersagt Artikelversand per E-Mail - immer alles zum Wohle der Rechteinhaber. Weil, die sind ja ein wesentlicher Teil des Bildungssystems und der Gesellschaft. Ganz im Gegenteil zu Universitäten, die ja alles nur Schmarotzer sind. Sowas muss man ja grundsätzlich unterbinden, wo kämen wir denn hin, wenn ein gemeinnütziger Verein (vom Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft gegründet) das Recht hätte, Universitäten kostengünstig und effizient mit Informationen zu versorgen.

Verwertungsgesellschaften kritisieren Commons-Projekt als urheberrechtsfeindlich - logisch, Werte unter CC Lizenz fallen für die Ausschlachtung durch die Verwertungsgesellschaften weg. Und sowas geht ja schonmal garnicht. Putzig, wie dann wieder die Autoren und Künstler vorgeschoben werden - und dabei ignoriert wird, das gerade die Künstler es ja sind, die Werke unter CC Lizenz stellen ...

Musikindustrie will schrankenlosen Zugriff auf Nutzerdaten - weil ja die Musikindustrie über dem Recht steht. Wann hat dieser Wahnsinn ein Ende? Meine Konsequenz habe ich schon gezogen - in dem ich weitestgehend die ärmlichen Arbeitsergebnisse der Musikindustrie ignoriere und mich lieber bei Magnatune oder Jamendo mit neuen Songs eindecke. Ist eh viel spannender dort.

Britische Musikindustrie greift Regierung an - "... den Künstlern würden ihre Werke genommen und die Plattenfirmen ihrer Investitionen beraubt ...". Bitte was? Gehts noch? Den Künstlern wird garnix geraubt - das ist einfach Fakt des Gesetzes, das nach einer gegebenen Zeit die Urheberrechte erlöschen. Es geht dabei auch nur um konkrete Aufnahmen, nicht um z.B. Liedtexte (die länger geschützt sind). Die Vorstellung, das es Aufgabe des Gesetzes ist einer Industrie ihre Einnahmequellen zu garantieren, ist reichlich absurd. An anderen Stellen würden sich die gleichen Leute fürchterlich über Subventionen des Staates aufregen, aber hier wird es lautstark gefordert. Ich mein, jetzt mal Klartext: an diesen Aufnahmen wurde 50 Jahre verdient, abgesichert über das Urheberrecht.

Ermittlung des Anschlussinhabers bei Tauschbörsen-Strafverfahren ist unzulässig - die Begründung des Gerichtes liest sich so schlüssig und logisch, ich wette die wird von einer höheren Instanz gekippt.

Patentklage wegen Linux-Desktops - meine alten Xerox Lispmaschinen und die alte Symbolics aus den frühen 80ern haben das aber auch schon. Ein weiterer Beleg dafür, das viele Patente einfach Schwachsinn sind.

Sorge um Nutzerrechte wegen Copyright-Filter fürs Web 2.0 - ich mag weder die gierigen Geier der Medienunternehmen noch die der Web 2.0 Unternehmen. Beide interessieren sich weder für die Inhalte noch für die eigentlichen Kunden wirklich - beide interessiert nur, wie sie mit möglichst wenig eigener Investition möglichst viel Gewinn aus der Kreativität anderer schlagen kann. Zwischen den grossen Medienunternehmen und den grossen Web 2.0 Plattformen zu wählen ist wie die Entscheidung zwischen Microsoft und IBM - nur weil einer von beiden mehr Kreide gefressen hat als der andere, ändert das nichts an der Tatsache, das beides Wölfe sind. Wer anderer Meinung ist, lese sich bitte mal die Terms of Service diverser Web 2.0 Plattformen durch - Content-Aneignung und cover-your-ass zu Lasten des Benutzers sind gang und gäbe. Zu glauben Google und Co. wären die Guten ist hochgrade dämlich.

Kriminalisierung von Parallelimporten weiter umstritten - klingt sperrig. Heisst aber nix anderes, als das die Meinung des EU-Parlamentes mal wieder ignoriert werden soll. Parallelimporte meine, das man z.B. Musik im Ausland kauft, weils dort billiger ist. Und das ist natürlich den Abzockern ein Dorn im Auge. Denn die Freizügigkeit des Marktes in der EU kann und darf natürlich nicht für sowas hochwichtiges wie Musik oder Filme gelten. Wo kämen wir denn da hin. Schliesslich müssen wir ja auch auf unsere Rechte für den Kram verzichten. Gibt in Kürze wohl wieder Regen -die Argumentationen der Prolethiker und Abzocker sind besonders flach zur zeit ...

OLPC-Technikchefin macht sich selbstständig - "Sie starte ihr eigenes Unternehmen zu dem Zeitpunkt, zu dem der XO in großer Stückzahl ausgeliefert werde, schreibt Jepsen auf ihrer Website. OLPC werde sie ihre Produkte aber weiterhin zum Selbstkostenpreis zur Verfügung stellen. Jepsens erste OLPC-Patentanmeldung wurde am 13. Dezember 2007 vom amerikanischen Patentamt, dem United States Patent and Trademark Office, veröffentlicht." - ja, so sieht die typische amerikanische Wohltätigkeitsmasche aus. Sie hätte die Patente ja auch dem OLPC-Projekt geben können, so das dieses aus eventueller Vermarktung Unterstützung für das Projekt hätte erwirtschaften können (oder einfach die Patente als Sicherung des eigenen Fortbestandes benutzen können). Aber heute zählt eben einfach nur der eigene Gewinn. Das viele Möglichkeiten nur durch Zusammenarbeit in einem gemeinützigen Projekt möglich waren, und sie davon profitiert hat, ist sicherlich leicht zu ignorieren ...

HD Monitor Causes DRM Issues with Netflix - Netflix prüft die Ausgabehardware und wenn die zu gut ist, verbietet es das Abspielen von Files. Und der Hammer: wenn man den vorgesehen Problembehebungsweg geht, werden anscheinend Rechte für andere Files entzogen (im Fall des OP dann die Rechte für die bei Amazon gekauften Filme). Klasse. DRM ist Müll - und ganz besonders die von der Filmindustrie so oft gelobte Moppelkotze von Microsoft.

Revision3 DOS - "First, they willingly admitted to abusing Revision3’s network, over a period of months, by injecting a broad array of torrents into our tracking server. They were able to do this because we configured the server to track hashes only – to improve performance and stability. That, in turn, opened up a back door which allowed their networking experts to exploit its capabilities for their own personal profit." - ein Handlanger der Musik und Filmindustrie legt einen legalen Betreiber eines Torrent-Trackers lahm. Da sieht man schön, mit welchen dreckigen Methoden (z.B. Diensteerschleichung) diese Leute arbeiten. Aus dem Nebensatz "das FBI interessiert sich dafür" entnehme ich mal, dass Anzeige erstattet wurde. Gut.

Bushido gewinnt vor Gericht gegen drei Rentner - irgendwie wärs doch echt mal nett, wenn die Gerichte sich mal einig werden könnten. Denn so wirds nur noch lächerlich. Ganz abgesehen davon: wer will diese akusitische Lärmbelästigung überhaupt haben?

Urheberrechtsverletzung: Gerichte setzen niedrige Hürde für Auskunftsanspruch gegen Provider - "Sollten auch andere Gerichte dieser extrem weiten Auslegung des "gewerblichen Ausmaßes" folgen, so ist damit zu rechnen, dass sich dann die Zivilgerichte mit der gleichen Flut von Anträgen konfrontiert sehen, mit der sich derzeit die Strafverfolgungsbehörden konfrontiert sehen." - nunja, das war ja zu erwarten. Also bleibt wieder einmal nur das Hoffen auf Karlsruhe und eine etwas vernünftigere Basisentscheidung.

Wal-Mart latest store to shut DRM key servers - und das nächste DRM-Debakel. Nach Microsoft (die einen Rückzieher gemacht haben) und Yahoo jetzt Wal-Mart.

'Hollywood Accounting' Losing In The Courts | Techdirt - bei der nächsten Diskussion über die arme Filmindustrie die doch durch Filmpiraterie so arg gebeutelt ist, einfach mal an diesen Artikel denken. Wie man aus einer Milliarde Gewinn ganz einfach 170 Millionen Verlust macht - und damit dann argumentiert, warum man Darstellern und anderen Mitarbeitern keine volle Gage zahlt, denn der Film hat ja nur Verluste gemacht ...

The Self Publishing Revolution: Amazon in the Book Banning Business. Diesmal gehts gegen erotische (ok, seien wir ehrlich: pornographische) Bücher von Selena Kitt. Aber wer sagt, dass Amazon da aufhört? Und selbst wenn natürlich Amazon das Recht hat zukünftig ein Buch nicht anzubieten (gibt genug Alternativen für eBook Stores), was ausser ihren ToS gibt ihnen das Recht verkaufte Bücher zu löschen? Nach der 1984 Peinlichkeit dachte man ja, sie hätten es begriffen. Dabei war dort die Ursache ein Rechteverstoß des Publishers auf den Amazon reagiert hat - diesmal ist es reine Willkür. Das ganze bestätigt meinen Ansatz nie eBooks zu kaufen, die ich nicht von ihrem DRM befreien kann. Allein als Investitonsschutz notwendig. (und natürlich vorzugsweise Bücher gleich ohne DRM kaufen wenn möglich)

"In den aktuellen AGB sichert sich Twitpic das Recht zu, die Bilder, die Nutzer über den Dienst veröffentlichen, weiterzuverwenden." - und zwar auch kommerziell, und den Partner hat sich TwitPic gleich schon mit WENN besorgt. via Twitter-Bilder: Verwirrung um Twitpic - Golem.de. Das ist also wieder einer der Dienste die man besser nicht verwendet, denn natürlich erhält der Urheber der Bilder kein Geld für die Verwertung.

Leistungsschutzrecht: Bundesjustizministerin über eine Abgabenpflicht für Zitate. Wieder einmal hilft die Politik den Internet-Nicht-Verstehern und Rechteabzockern in Firmen mit kaputtem Geschäftsmodell auf Kosten der Arbeit anderer Geld zu machen. Und so ganz nebenbei wird das Zitatrecht vernichtet. Denn glaubt wirklich jemand, dass "kommerziell" nicht ganz schnell zu "geschäftsmäßig" und dann über juristische Spitzfindigkeite zu "jeder Blogger" wird? Reicht ja schon Werbung auf dem eigenen Blog um ganz schnell als kommerzieller Anbieter betrachtet zu werden. Und ganz toll natürlich die Idee, eine weitere Verwertungsgesellschaft für den Quatsch einzuführen, die ja auch gleich wieder ordentlich bezahlt werden will. Irgendwann müssen wir dann wohl die Gaslieferanten bezahlen wenn wir furzen wollen.

Urteil: Sharehoster müssen externe Linksammlungen prüfen. Das ganze klang irgendwie absurd, meine erste Reaktion war "Landgericht Hamburg" - und siehe da, es ist das LG Hamburg. Und es ist so absurd, wie vermutet. Und im Falle von Sprüchen des LG Hamburg glaube ich auch nicht unbedingt, dass die Reporter das bloß falsch wiedergegeben haben. Hamburg ist Deutschlands Texas.

Copiepresse: Googles Suchmaschine zeigt wieder belgische Zeitungen. Die Internetversteher von den großen belgischen Presseergüssen haben dann doch mal gelernt, das Internet zu vestehen (wenigstens den Teil von "bist du raus, bist du draussen" den sie sich selber eingebrockt haben). Schon ziemlich peinlich, was die da getrieben haben.

Offener Brief an die Contentindustrie. Der Schockwellenreiter empfiehlt es und ich kann nur zustimmen: lesen lohnt sich. Das ist mal ein wirklich runder Rant gegen diese erbärmlichen "Contentproduzenten", die sich in offenen Briefen zu herabwürdigenden Tiraden gegen und Lügen über die Netzgemeinde aufstellen lassen.

Noch ein Rettungsschirm. Warum ich dann wohl demnächst nicht mehr auf Medien verlinken werde. Also Zeitungen und so ein Unfug. Und ganz ehrlich? Ich hoffe sogar darauf, dass Google die deutschen Verlage aus dem Index wirft. So komplett. Dann soll mal das Geschrei und später Gejammer losgehen, wie in Belgien. Da wäre dann wenigstens der Unterhaltungswert endlich wieder da.