Artikel - 9.1.2006 - 28.1.2006

Fussball-Leinwände und Webseiten

Der Netreaper meint, ich solle etwas für Nordwalde trommeln, damit die ne WM-Leinwand zum Fussballgucken bekommen. Ok, ich weiss nicht so recht warum ich das den Nordwaldern antun soll, aber ok - ich wohn da ja nicht mehr

Was mich aber dann wirklich begeistert, ist die tolle Voting-Funktion, bei der vor dem Voting ein Captcha abgefragt wird. Welches nur Grussbuchstaben und Ziffern enthält. Die nur schwer zu unterscheiden sind, weil ein selten dämlicher Font gewählt wurde. Und der Clou: man soll keine Grossbuchstaben verwenden. Ist das ein Captcha mit eingebautem Intelligenztest?

Na egal, wenn ihr die Nordwalder in den Wahnsinn treiben wollt, voted halt für die Leinwand dort, auf das Horden von behämmerten Fussbalfans da rumstehen und Fussbal glotzen. Am besten beim Endspiel, und am besten wenn Deutschland früh rausfliegt und keiner mehr weiss, was er dort soll

Guido van Rossum und Web-Frameworks

Guido van Rossum fragt nach Webframeworks - an sich nix spannendes. Er hat halt bisher damit nix gemacht und will sich mal informieren. Stellt einige Behauptungen auf, die nicht ganz stimmen (z.B. das Djangos Templatesprache ähnlich zu PHP wäre), ist aber bei der wohl vorliegenden Kürze des "anguckens" verzeihlich.

Lustig wird es in den Kommentaren zu seinem Beitrag. Berge von Frameworks, die alle nicht fertig sind. Haufenweise Kommentare der Art "nimm XYZ, das ist toll und in den nächsten Monaten wird es bestimmt brauchbar" - ganz besonders häufig kommt das bei TurboGears als Vorschlag.

Sorry, was? Wenn ich ein Web-Framework suche, dann suche ich keines, das in ein paar Monaten benutzbar wird. Dann will ich eines, das jetzt und heute benutzbar ist und für das es jetzt und heute klare Aussagen zur Fitness gibt. Wir brauchen wirklich nicht noch mehr Webframeworks die nicht fertig werden.

Ich hab ja nix gegen Vielfalt an Frameworks - das macht das Leben spannend und interessant, weil man nie weiss, ob man auf das richtige Framework gesetzt hat - aber unfertige Frameworks die von ihren Benutzern gepitched werden als wären sie das beste seit geschnittenem Weissbrot gibts wahrlich mehr als genug.

Übrigens benutze ich genau aus diesen Gründen auch Django: das Zeug ist schon geraume Zeit im Einsatz und hat bewiesen, das es für grosse Sites und hohe Last geeignet ist. Es wurde aus echten Anwendungen rausgearbeitet und ist nicht das Nebenprodukt eines unwichtigen Web2.0-Dingens von dem ich außerhalb der TurboGears-Clique noch nie gehört hab. Es wurde auch nicht von einem Kid alleine zusammengedengelt, der sich für den neuen Einstein hält und meint das nur er weiss wie Frameworks zu sein haben. Und es ist auch kein Projekt, das im Prinzip schon seit über einem Jahr tot ist, weil der Autor selber schon längst was anderes macht. Und es wird nur deshalb als 0.9 derzeit bezeichnet, weil API-Änderungen und Aufräumarbeiten in den Innereien anstehen (was bei jedem Projekt das zwei Jahre lang im Lifebetrieb entwickelt wurde angebracht wäre) - nicht weil es nur zu 90% fertig wäre.

Natürlich wird jetzt nach diesem Artima-Beitrag alles auf GvR gucken und warten was er nimmt. Und natürlich springen alle Webframework-Autoren auf und ab und wollen sich bemerkbar machen. Und natürlich wird jedes Wort analysiert und dem anderen unter die Nase gerieben. Und eine ganze Reihe von Projekten werden kurzfristige Schnellschussänderungen machen, weil sie hoffen das GvR ihr Framework wählt. Was alles eine wirklich wahnsinnig sinnvolle Zeitverschwendung ist. Manchmal gehen mir diese Kinder in den OSS Projekten tierisch auf den Senkel.

"Bruder Johannes" gestorben

Auch wenn ich beileibe nicht immer seine Meinung und Haltung gutgeheissen habe, mit dem Tod von Johannes Rau geht auch ein gutes Stück NRW-Politik-Geschichte zu Ende.

Immerhin hat der Mann einen grossen Teil meiner bewussten Auseinandersetzung mit Politik geprägt - die meiste Zeit davon als Ministerpräsident von NRW. Er wird definitiv fehlen - auch wenn er manchmal ein recht konservativer Knochen war, und seine Predigten doch schon das eine oder andere Mal nervig waren. Irgendwie hat er trotzdem zu NRW gehört.

Wir tun uns immer noch schwer

die Gleichberechtigung für Homosexuelle umzusetzen:

Homosexuellen Beamten mit einer eingetragenen Lebenspartnerschaft steht kein Zuschlag wie Ehepaaren zu. Das hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig entschieden. Die Lebenspartnerschaft sei keine Ehe, sondern ein eigenständiger Familienstand, entschieden die Richter. Der Gesetzgeber könne die Ehe gegenüber anderen Lebensgemeinschaften bei der Besoldung begünstigen. Dies verstoße weder gegen den Gleichheitsgrundsatz noch gegen das Diskriminierungsverbot nach Europarecht. (Az.: BVerwG 2 C 43.04).

Selten eine so an den Haaren herbeigezogene Begründung gelesen. Wir definieren einfach das ganze wie es uns passt, das spart dem Staat Geld und scheiss auf die Gleichberechtigung von Homosexuellen. Diskriminierung findet nicht nur dann statt, wenn man eine einzelne Gruppe schlechter stellt als die anderen - sondern auch, wenn man eine einzelne Gruppe besser stellt als die anderen. Das der Gesetzgeber eine Hetero-Ehe besser stellen darf als eine Homo-Ehe ist absurd - und genau der Grund, warum die eingetragene Lebenspartnerschaft eben kein vollwertiger Gegenpart zur Ehe ist, auch wenn mancher Politiker was anderes behauptet.

Hirnfürze von Ex-Ministern

Ex-Minister Scholz will über deutsche Atomwaffen diskutieren - hoffentlich aber sonst niemand. Es gibt schon viel zu viele Atomwaffen in der Welt, wir brauchen garantiert keine deutschen Atombomben. Manchmal fragt man sich wirklich, was für Vollidioten sich alles in der Politik rumtummeln. Es gibt keine andere angemessene Reaktion auf nukleare Bedrohung als die totale nukleare Abrüstung. Wenn jemand Atombomben auf ein Land wirft, ist es völlig irrelevant für das Überleben, ob der angegriffene Staat auch Atombomben hat - und nein, das Drohszenario ist kompletter Blödsinn wenn man nicht auch bereit ist, diese Monstrositäten einzusetzen. Und genau damit beginnt dann der Wahnsinn.

Interessanter Hybride von Olympus

Olympus stellt eine Spiegelreflexkamera mit Vorschaubild vor - entweder über einen Hilfs-CCD mit AF-Unterstützung oder mit Spiegelarretierung über den Haupt-CCD. Letzeres hätten meines Erachtens die Hersteller schon lange einbauen können - denn für Makrofotografie wäre es ein echter Segen, wenn man für die ersten Einstellungen mit dem normalen Chip Vorschaubilder bekommen könnte.

Leichte Übertreibungen bei der Netzzeitung

Der Titel Kleinster erdähnlicher Planet entdeckt ist dann doch ein bischen strange. Ok, wenn man "erdähnlich" als "kreist um eine Sonne und ist kein Gasplanet oder Eisklumpen" definiert, mags hinhauen. Aber was bringt so eine Definition dann noch? 5.5x so groß wie die Erde, die Entfernung zur Sonne 3x so weit, die Sonne schwächer als die der Erde und die Temparatur um 220 Grad Minux - sorry, das ist wirklich nicht sonderlich erdähnlich ...

Spiele-Protokolle und Firewalls

Wenn sich mal jemand Second Life angucken will:

Second Life needs to connect to ports 443/TCP, 12035/UDP, 12036/UDP, and 13000-13050/UDP. You should configure your firewall to allow outbound traffic on those ports, and related inbound traffic.

Ok, also TCP ist mit NAT-Firewalls unproblematisch - aber scheinbar will das auch die ganzen UDP-Ports inbound haben. Und wozu braucht ein Gameclient 51 UDP-Ports in einem Block? Und wieso überhaupt so viele UDP-Ports? Denken Spieledesigner eigentlich manchmal auch über das nach, was sie da veranstalten? Im Fall von Second Life wohl nicht ...

Torvalds: insert foot into mouth

Linus meint mal wieder Ahnung zu haben - diesmal Lizenzen:

So fordert die neue Lizenz, dass mit der Software auch alle Schlüssel geliefert werden müssen, um die Software zum Laufen zu bringen, z.B. im Hinblick auf Trusted-Computing-Systeme, die eine Signatur der Programme verlangen können. Nach Ansicht von Torvalds erfasst die Regelung auch die privaten Schlüssel von Linux-Entwicklern und er sei nicht bereit, seinen privaten Schlüssel zu veröffentlichen.

Jo, klar, wenn ich eine Lizenz auf die absurdest mögliche Weise interpretiere, kann ich vielleicht bei genügend Idiotie auf eine derartig abwegige Idee kommen. Wenn er mir jetzt nur noch belegt, das sein privater Schlüssel nötig ist, um den Kernel lauffähig zu machen (denn genau darum gehts in dem entsprechenden Abschnit der GPL v3), dann würde ich ihm ja zustimmen. Wird allerdings schwer, denn ich hab bis jetzt immer alle Linux-Kernel zum Laufen bekommen, ohne das ich je irgendeinen Schlüssel gebraucht hätte.

Man kann gegen die Umstellung auf GPL v3 sein - es gibt im Kernel mit den extrem vielen Beiträgen und Autoren definitiv ein Problem einer Lizenzumstellung - aber der obige "Grund" ist schlicht und einfach hirnrissig.

Windows-Source offenlegen?

Microsoft gibt im Kartellstreit mit EU nach:

Im Kartellstreit mit der EU-Kommission hat der Softwarehersteller Microsoft nun doch eingelenkt und will den Quellcode des Computer-Betriebssystems Windows offenlegen.

Abwarten wie dieses Offenlegen denn dann aussehen wird. Ob tatsächlich jeder Windows-Lizenzinhaber sich die Sourcen angucken können wird? Und ob die Sourcen auch zum System passen? Und welche Teile vom Source ausgelassen werden? Wird die EU-Kommission in der Lage sein, solche Mogelpackungen zu erkennen?

Stigmatisierung von Jugendlichen schon in den Zeugnissen

Ganz toll, NRW kriegt wieder Kopfnoten:

Bewerten sollen die Lehrer nach den Plänen der nordrhein-westfälischen Landesregierung das "Arbeits- und Sozialverhalten" der Schülerinnen und Schüler, und zwar verbindlich für alle Klassen bis einschließlich der zehnten. Punkte wie "Lern- und Leistungsbereitschaft" und "Verantwortungsbereitschaft und Selbständigkeit" sollen mit klassischen Schulnoten von "sehr gut" bis "ungenügend" benotet werden. Im Zeugnis sollen aber auch Eigenschaften wie "Ausdauer und Belastbarkeit" und "Kooperationsfähigkeit und Teamfähigkeit" genannt werden, ebenso besonderes schulisches und außerschulisches Engagement wie ehrenamtliche Mitarbeit in Jugendgruppen.

Damit Schüler schon in der Schule möglichst angepasst sind. Du engagierst dich politisch, aber leider in einer anderen Richtung als deine Lehrer? Egal, kriegste halt ne schlechte Note im Sozialverhalten. Was, du kriegst dafür dann später keinen Job, weil dich keiner will? Macht ja nix, gibt ja schon hunderttausende arbeitslose Jugendliche, da kann man dich gleich mit reinstecken. Du willst dich nicht in Kirchengruppen oder ähnlichem engagieren, weil diese ganzen Gruppen in deinem Kaff eh alles nur Kreuzfanatiker sind? Egal, schlechte Noten im ausserschulischen Engagement sind sicherlich kein Problem bei der Jobsuche. Was, du hast Probleme mit deinen Mitschülern und wirst von denen ausgegrenzt, z.B. weil denen deine Hautfarbe oder Nasenform nicht passt? Du bist eben nicht kooperativ genug und nicht teamfähig.

Es gibt gute Gründe, warum diese unsäglichen Kopfnoten rausgeflogen sind. Sozialverhalten ist nämlich schlichtweg nicht mit Noten bewertbar - noch viel weniger als Wissen oder Leistung (da ist schon die Konzentration auf wenige Schlüsselmomente im Schuljahr ein Problem - das wirkliche Wissen wird nicht bewertet, sondern die Leistungsfähigkeit an den Klausurzeitpunkten).

Aber natürlich sind sie unsagbar praktisch, wenn man angepasste Duckmäuser züchten möchte. "Kind, mach bloss keinen Ärger in der Schule, die Note für soziales Betragen kann über deinen späteren Job entscheiden" - ich hör schon so manche Eltern ihre Kinder "einnorden". Linke Jugendgruppe? Nix da, Jobgefährdend. Ausrutscher im Leben? Katastrophe, kann nur mit mehrjährigem Arschkriechen beim Lehrer ausgebügelt werden.

Oh ja, wir kriegen das beste Schulsystem Deutschlands in NRW. Fragt sich nur, für wen das Schulsystem das beste sein soll - für die Schüler wohl nicht

T-Online darf Nutzungsdaten nicht speichern

Mal sehen wie lange das Urteil gegen T-Onlines Datenspeicherungen bestand haben wird:

Die Wirkung des Darmstädter Urteils ist womöglich nur von kurzer Dauer. Weil das EU-Parlament im Dezember beschlossen hat, alle Internet- und Telefonverbindungen auf Vorrat zu protokollieren, wird es auch in Deutschland ein entsprechendes Gesetz geben. Fraglich ist jedoch, ob die so genannte Vorratsdatenspeicherung mit dem Grundgesetz vereinbar ist.

Grundgesetz? Was für ein Grundgesetz? Schert das noch einen Politiker? Wir haben keinen verfassungsgemäßen Haushalt, die Schnüffelaktivitäten des Zolls wurden verlängert, trotz gegenteiligem Urteil und was sonst noch so alles in letzter Zeit das Grundgesetz untergraben hat. Was ist da ein bischen Vorratsdatenspeicherung?

GVU soll Raubkopierer gesponsert haben

Bei so viel Dreistigkeit der Rechteabzocker fällt einem glatt kein weiterer Kommentar mehr ein:

Nach gemeinsamen Recherchen des Computermagazins c't und des News-Portals onlinekosten.de weisen Indizien darauf hin, dass die GVU bei ihren Ermittlungen gegen Raubkopierer die Grenzen des Erlaubten überschritten hat. Die Redaktionen erhielten bereits vor geraumer Zeit Hinweise eines GVU-nahen Informanten, die mittlerweile von einer zweiten Quelle bestätigt wurden. Danach soll die GVU mindestens einen Administrator eines zentralen Austausch-Servers der Warez-Szene regelmäßig bezahlt haben. Auf diese Weise sei sie an Log-Dateien und damit an Zugriffs-IP-Adressen dieser so genannten "Box" gekommen. Zudem soll sie Hardware zur Ausrüstung der Plattform beigesteuert haben.

Jean-Remy von Matt entkollert - dafür neidisch

Schon witzig, wenn ein angeblicher Kommunikationsprofi so deutlich seinen Neid raushängen lässt:

Viele von Euch schreiben, ich hätte mit meiner Mail ein Eigentor geschossen. Okay, eins vielleicht. Aber wie viele Eigentore schießt ihr gerade, indem Ihr mein Schlagwort „Klowände des Internets“ teils empört, teils genüsslich aufgreift im Sinne eines Agenda Setting verbreitet? Bei Technorati.com war der Suchbegriff zeitweise auf Platz 3!

Tja, so ist das nunmal - es gibt auch andere, die einen Begriff ausschlachten können. Und in den Blogs ist nunmal die Klowand angesagter als der du-bist-Deutschlang-Unfug.

Und zu der angeblichen "Entschuldigung" - sorry, aber das ist eine Entschuldigung, die man so auch von Politikern liest - nichtssagend, schwammig und als einzige Aussage daraus kann man bestenfalls ein trotziges "und ich hab doch recht!" rauslesen. Tja, Marketinghansel halt. Vorne ne grosse Klappe, aber nur ein empfindliches Seelchen und keine Kenne dahinter.

Microsoft macht die Schotten gegen OSS dicht

Erstmal sollen nur noch signierte Treiber akzeptiert werden:

Was Microsoft in seiner Dokumentation als Sicherheitsgewinn und als für Digital Rights Management (DRM) unverzichtbares Feature verkauft, hat einen schalen Beigeschmack: Eine solche Signatur kann bislang nur erstellen, wer sich bei Verisign mit entsprechenden Zertifikaten eindeckt und dafür pro Jahr rund 500 US-Dollar berappt.

Aber von den signierten Treibern (mit denen Open-Source-Treiber schon ein echtes Problem kriegen werden) zu den signierten Anwendungen ist es nicht weit. Und für Open Source Projekte ist es in der Regel nicht so einfach, das Geld für Zertifikate zu bekommen.

Wann entdecken Devs endlich Notebooks?

Ich mein, wann entdecken sie endlich, das Notebook-Benutzer was anderes sind als Desktop-Benutzer? Das zum Beispiel bei einem Notebook-Benutzer die Umgebung ständig wechselt? Das die Netzwerkkonfiguration eben nicht statisch ist, sondern dynamisch? Und das der Web-Proxy eine dynamische Einstellung ist - es also hochgradig schwachsinnig ist, diese in Programmkonfigurationsdateien zu packen, anstelle sie aus Environment-Settings zu lesen? Wegen meiner darf es ja ruhig eine Stelle dafür in den Configs geben - aber dann sollte es auch eine Möglichkeit geben, diese Einstellung zu überschreiben aus dem Environment.

Wo mir das gerade ganz aktuell aufgefallen ist:

  • subversion: die Konfiguration des Proxies ist nur in ~/.subversion/server möglich. Selten dämlich, man kann auch nicht auf eine Environment-Variable Bezug nehmen (jedenfalls find ich dazu nix)
  • x-chat: die Konfiguration passiert nur über das GUI. Der systemweite Proxy in den Environment-Variablen sollte jede lokale Einstellung im GUI überschreiben und dort angezeigt werden, es gibt einen Grund, warum der Benutzer außerhalb einen Proxy gesetzt hat.

Besonders nervig ist das dann bei Unix-Anwendungen, die nach OS X Aqua portiert werden (z.B. X-Chat Aqua ist so ein Fall): bei echten OS X Anwendungen wird ja für Proxies und ähnliches auf die Netzwerkeinstellungen zurückgegriffen, so dass diese Anwendungen dann den richtigen Proxy benutzen, wenn die Netzwerkumgebung umgeschaltet wird. Bei portierten Anwendungen fehlt dieser Zugriff auf die Netzwerkeinstellunge - aber weil es GUI-Anwendungen sind, werden eventuelle Settings aus den Shell-Startscripten nicht ausgewertet. Denn die sind bei GUI-Anwendungen eventuell garnicht aktiv. Statt dessen wird eine eigene spezielle Property-Datei gelesen - was selten dämlich ist, denn die ist statisch und kein Shell-Script. Ja, den Patzer hat Apple verbockt.

Bei Programmen, die von der Shell gestartet werden, kann man ja mittels scutil und ein paar Zeilen Python sich recht leicht die Proxy-Settings auslesen und in das Environment packen - aber bei GUI-Anwendungen und selbst manchen CLI-Programmen scheitert man dann an den ignoranten Entwicklern. Bah. Humbug.

zum 20. Todestag von Joseph Beuys

Ich bin mir sicher, den Meister würde über diese Art der Huldigungen das kalte Grausen packen. Angemessener wären wohl eher Aktionen und Provokationen zu seinem Todestag, als Huldigungen und Würdigungen. Er hat schliesslich zeit seines Lebens lieber provoziert als sich Lobhudeleien anzuhören. Ganz besonders erschreckend finde ich aber dann solche Sprüche:

Beuys sei halt ein Aushängeschild der Kunstakademie. Die Zeiten, in denen große Künstler provozieren wollen, seien aber vorbei. Selbst Beuys würde heute mit seinen Aktionen nicht mehr auffallen, ist Malerei-Studentin Eva-Maria Schmitt (21) überzeugt.

Ich glaube nicht, das solche "Kunststudentinnen" wirklich die Kunst weiterbringen - angepasstes Gedudel gibts in Fahrstühlen schon genug, da brauchts keine Künstler für ...

Unberechtigter Zugriff auf E-Mail ist halt unberechtigt

Ja, als Admin sollte man sich über die rechtlichen Konsequenzen bei Vertrauensverletzung im klaren sein:

Nach einer Entscheidung des Arbeitsgerichts Aachen vom 16. August 2005 rechtfertigt der unbefugte Zugriff auf fremde E-Mails durch einen Systemadministrator dessen fristlose Kündigung (Az. 7 Ca 5514/04).

Macht (hier im Sinne von Zugriff auf Daten, die anderen nicht zugänglich sind) bedeutet immer auch Verantwortung. Übrigens ist das vielen Sysadmins schon lange klar. Wäre aber schön, wenn das auch Politikern (deren Macht oftmals viel grösser ist) klar wäre ...

HD? Nix da, sagt Hollywood

HD Output muss vom Player runtergesampeled werden - wenn das Studio dieses Feature verlangt. Das Ergebnis: tolle HD-DVD, aber das Ergebnis auf dem Monitor ist weitaus näher an der Standard-DVD-Qualität als an der möglichen HD-Qualität.

Sorry, aber wozu sollte ich mir dann HD-Hardware anschaffen, wenn es eh nicht so viel bringt? Soll das ganze eine Kamikazestrategie für die HD-Hardware-Hersteller werden?

Ok, Sandvox saugt nicht nur Hamster

Bei Bill Bumgarner gefunden:

As it turns out, Sandvox silently installs Smart Crash Report in ~/Library/Input Managers/ when it is launched. As an input manager, SCR is thusly loaded into every Cocoa app launched and subsequently uses various non-supported mechanisms to modify the behavior of said application.

Sandvox installiert einen Hack in die Input Manager - das sind Libraries, die sich in die Oberfläche einklinken um Anwendungsverhalten zu modifieren. Dazu überladen sie in der Regel Systemfunktionen mit eigenem Code. Kein Rootkit - sie verstecken sich nicht. Aber sie destabilisieren unter Umständen das System. Und vor allem: sie betreffen eben nicht nur dieses eine Programm, sondern alle Programme die diesen Mechanismus nutzen.

Sandvox fliegt von meiner Platte, sorry, aber sowas will ich nicht ohne dickes Warnschild und ohne Nachfragen installiert haben. Wir sind hier nicht unter Windows ...

Sinar m

Was passiert, wenn Sinar ein flexibles Kamerasystem entwickelt. Ok, die haben bei Sinar wirklich Ahnung davon, was flexibel heisst - man könnte aber fast meinen, das sie es bei der Sinar M ein bischen übertrieben haben

Ich würd gerne mal mit sowas spielen, aber ich glaube ich will den Preis für ein Komplettsystem mit AF-Spiegeladapter, einem Objektiv und Digitalback nicht wissen.

The Scanner Photography Project

Die Idee selber ist so neu nicht - ich hab schon in d.r.f. Leute über Flachbettscanner hinter GF-Kameras grübeln hören. Aber im Gegensatz zu einigen dort, hat der hier das Projekt nicht nur durchgezogen, sondern auch fast zur Perfektion (was das Bildergebnis angeht) gebracht. Sehr interessante Effekte durch die Vermischung der Scannerbewegung und Objektbewegung. Und eine gigantische Auflösung hat die Digicam auch noch

US-Justiz will Google Daten

Die US-Justiz will die Suchanfragen von Benutzern von Google (und anderen Suchmaschinen) haben. Natürlich erstmal nur zur Bekämpfung von Kinderpornographie (wie oft wird das noch als Ausrede für Demontage von Datenschutz benutzt werden?). Wer jetzt meint, dem zustimmen zu müssen: danach sind dann auch Recherchen über Kinderpornographie (und z.B. die Suche nach Quellenmaterial für die Recherce - ich meine damit jetzt Berichte über Kinderpornographie, nicht Bilder oder Filme) verdächtig. Denn auch bei den Suchmaschinenanfragen hat man das gleiche Problem wie bei Mailkverbindungen und IP-Verbindungsdaten: es sind gigantische Mengen, die Suche darin kann nur automatisiert stattfinden und die Trefferwahrscheinlichkeit ist damit mehr als zweifelhaft.

Wer mal seinem Spam-Filter zugesehen hat, wie der sich quält den Spam vom Ham zu unterscheiden, kann sich ungefähr vorstellen wie erfolgversprechend irgendwelche Such- und Qualifizierungsalgorithmen sein können, die nur diese verstümmelten Daten aus den Suchanfragen zur Verfügung haben ...

Vertuschen, verleugnen und ignorieren

So geht die Bundeswehr, der BND und das Auswärtige Amt mit dem geheimen Bundeswehrbericht über die Verschleppung von sechs Menschen nach Guantanamo um:

Trotz der Faktenlage und einer Abschrift des Berichts, die dem Verteidigungsministerium inzwischen ausgehändigt wurde, lautet das offizielle Resümee, dass es keine belastbaren Beweise für den Vorfall und die in dem fraglichen Geheimpapier enthaltenen Hinweise gebe.

Der Bericht selber ist weg. Angeblich gelöscht, weil keine Langzeitarchivierung vorgesehen sein (ja, klar, glaub ich sofort - war ja bei meiner Bundeswehrzeit keinesfalls so, das jedes Dokument abgelegt und archiviert wurde, das ist bloße Einbildung von mir). Und natürlich weiss niemand was davon. Und die peinlichen Beweise - wie das Geständnis des Verfassers des Berichtes und Fotos auf dem Computer, die zu dem Bericht gehören - werden halt einfach ignoriert.

Was daran absolut nicht witzig ist: sechs Menschen sitzen in Guantanamo - ohne belastbare Beweise. Das interessiert aber niemanden, da setzt sich niemand ein. Diese Menschen wurden mit Wissen der Bundeswehr verschleppt. Auch das interessiert niemanden. Alles egal, hauptsache man kann seine eigene Weste weiss halten.

Putzige Werbefuzzis

Die Werbefuzzis hinter dieser doofen DBD-Kampagne schmollen - jedenfalls mokiert sich einer davon in einer Rundmail über die ungewaschenen Blogger, die nervigen Journalisten und die doofen Kollegen. Seine Mutter hätte ihm beigebracht, das man sich für Geschenke bedanken würde und er meint, DBD wäre ein grossartiges Geschenk. Meine Mutter hat mir beigebracht, Leuten keinen unnützen Plunder zu schenken. Und im Falle eines breiten Widerspruchs zu meiner Meinung mal zu überlegen, ob nicht vielleicht der Rest der Menschheit Recht haben könnte. Meine Mutter ist schlauer als seine Mutter ...

Und der nächste verlässt uns

Der nächste Fotohersteller verlässt die Branche: Konica Minolta gibt traditionsreiches Kamera- und Film-Geschäft auf:

Wie viel und welche einzelnen Teile des Kamera-Geschäfts an Sony gehen und zu welchem Preis, gab das Unternehmen nicht im Detail bekannt, auf jeden Fall soll Sony das Geschäft mit digitalen Spiegelreflexkameras von Konica Minolta weiterführen. Sony will nach den Angaben von Konica Minolta weitere digitale SLRs entwicklen, mit denen Nutzer des Maxxum/Dynax-Objektivsystems die Objektive weiter einsetzen können sollen.

Schade. Die digitalen Minoltas waren eigentlich wieder ein Aufwind - und die Dynax 7D eine recht interessante Kamera. Aber demnächst wirds dann wohl eine Sony 7D sein. Ok, Sony kann durchaus Foto, aber trotzdem ist es um den Namen Minolta schade, irgendwie gehörte der für mich zur Fotografie dazu (auch wenn ich selber nie Minoltheke war).

Wikipedia.de derzeit abgeschaltet

Die Wikipedia.de ist derzeit abgeschaltet:

Grund ist nach einem Artikel der ebenfalls zu Wikimedia gehörenden Wikinews, dass die Eltern des verstorbenen Computerhackers Tron aus Berlin nicht wünschten, dass der volle Name ihres Sohnes und nicht nur sein Pseudonym in einem Artikel der Wikipedia veröffentlicht wird. Dies ist er jedoch weiterhin, auch nach der einstweiligen Verfügung.

So sehr ich verstehe, das sie das nicht wollen - dafür ist es ein bischen spät. Denn der Name ist nicht nur bei Wikipedia zu finden, der findet sich verstreut durchs ganze Netz. Ausserdem - egal ob es ihnen passt oder nicht - ist er eine Person der Zeitgeschichte. Immerhin gibts sogar nen ganzen Film über ihn.

Die Sperrung der ganzen deutschen Wikipedia-Domain als Anordnung vom Gericht ist dann schon ziemlich seltsam - denn die deutsche Wikipedia ist ja nur eine Weiterleitungsseite.

Irgendwie ist das mal wieder ein weiterer Beleg, warum man in Deutschland keine Webseiten betreiben kann - hier wird fast grundsätzlich mit Kanonen auf Spatzen geschossen. Die Auswirkungen der ganzen Aktion werden aber nicht bedacht - denn davon, das die Weiterleitungsseite nicht mehr betrieben werden darf, ist die Seite ja nunmal nicht vom Netz. Und das einzige Ergebnis ist, das sein bürgerlicher Name noch weiter verbreitet bekannt wird.

Fehlt nur noch, das eine Sperrung ala Büssow für die ganze Wikipedia gefordert wird. Und durchgesetzt wird. Weil wir sind ja in Deutschland.

Cosina ist das neue Contax, sort of

Klare Ansage von Zeiss - jetzt mit dem ZF-System. Cosina kommt in die Rolle von Kyocera - inklusive Produktion von Zeiss Objektiven. Und parallel zu ZF wird es auch ZS geben - M42 Objektive. Wobei die Nutzung von M42 Objektiven an den Canon EOS Kameras ziemlich öde ist, da keine Springblendenfunktion vorhanden ist. Bei ZF wird ja hoffentlich der volle Status der manuellen Nikon Objektive unterstützt.

Hmm. Ich glaub, ich muss mir mal die D200 mit einem manuellen Objektiv zusammen angucken, ob damit brauchbare Fokussierung möglich ist. Mit den EOS gehts schlichtweg nicht - jedenfalls nicht mit der 10D oder 20D, da diese keine Mattscheibenwechsel erlauben und der AF-Indikator mit über Adapter angeschlossenen Objektiven nicht arbeitet. Auf den Futzelmattscheiben der AF-Digis kann man jedenfalls nicht nach Mattscheibe fokussieren - völlig unbrauchbar für kritische Situationen, da ist Fokusschätzung nach Skala ja noch präziser ...

Eigentlich wär das genau mein Wunschsystem - eine ordentliche, robuste Kamera mit brauchbarer Fokussierhilfe, irgendwas um 8 MP im Chip und vorne dran die bei mir sehr beliebten Zeiss Objektive.

RapidWeaver - das nächste Website-Tool

RapidWeaver gibts schon etwas länger, aber ich hatte es bis jetzt noch nicht gesehen. Ganz witzige Idee: im Prinzip ein GUI-Editor für Websites, also nicht nur für einzelne Seiten. Für verschiedene Zwecke (Blogs, Fotoalben etc.) gibts vorgefertigte Templates und integrierte, spezialisierte Editoren für diese Elemente. Mit einem Plugin-API, um eigene Seitentypen zu programmieren. Aber eben absolut nicht WYSIWYG, sondern einfach nur eine integrierte Vorschau.

Der HTML-Source - das ist jetzt meine zweite tolle Homepage heute Nacht - sieht einigermaßen ok aus. Es werden zumindestens mehr als nur DIV-Tags benutzt. Allerdings irritiert mich der seltsame HEAD mit den vielen LINK Tags dann doch etwas. Aber vom Ergebnis her schon mal brauchbar.

Die Templates selber sind lange nicht so slick wie die von Sandvox - sie wirken etwas hausbackener und teilweise etwas holperig (z.B. die Auswahl der Fonts im Fließtext auf meiner Beispielseite wirkt etwas unschön - kanns nicht richtig festmachen was mich stört, aber die Sandvox Seite wirkt einfach besser).

Was nicht so gut gefällt: nur FTP und .Mac für das Publishing. SFTP ist nun wirklich nicht völlig neu, das sollte man schon unterstützen. Ansonsten ist es für mich am ehesten mit meinem guten alten PyDS vergleichbar - spezialisierte Editoren für jeden Content-Typ mit automatischem Rendering nach HTML und automatischem Uploading auf den Server.

Oh, und das Programm kommt völlig ohne Katastrophen mit 39 Bildern in einem Bilderalbum klar, und frisst nicht den Rechnerspeicher und kleine Kinder um zum Ergebnis zu kommen

An alle Oberonistas

Los ihr Wirthianer und Oberonistas. Lauft, nein rennt und holt euch die PDF-Ausgabe von Project Oberon. Hey, ich weiss, das ist alles nicht mehr so ganz state-of-the-art und einige Aspekte des Oberon-Systems waren schlichtweg albern (vor allem seine Begründung für nicht überlappende Fenster im Windowing-System ), aber trotzdem ist das Buch absolut lesenswert. Und das vorgestellte System hat immer noch eine Menge Charme, auch wenn es weitestgehend in der Versenkung verschwunden ist.

Erster Test mit Sandvox

Sandvox - der neue GUI-Editor für Websites, der gerade von Karelia als Beta vorgestellt wurde - ist von der Idee her wirklich nett. Er bietet eine gesamtheitliche Sicht auf die Website - und zwar auf die Komponenten der Website. Schön strukturiert, so das man sehr leicht Änderungen an Seiten machen kann. Das ganze ist dann auch wirklich einfach zu bedienen - mit netten Wizards und einer guten Integration in iLife. Publishing geht auch nicht nur auf .Mac, wie bei iWeb, sondern zum Beispiel per SFTP auf einen normalen Server.

Und Sandvox saugt Hamster durch Strohhalme.

Sorry, aber netter kann man es nicht formulieren. Das Teil ist in der vorliegenden zweiten Beta eine komplette und totale Katastrophe. Ich hab dem Teil nicht viele Aufgaben gestellt - dazu kam ich nicht. Ich habe eine Startseite angelegt, eine Seite mit einem einzelnen Bild und ein Bilderalbum. Nichts davon ist wirklich sonderlich schwer. Das Photoalbum hat 39 Bilder verpasst bekommen - aus iPhoto direkt übernommen. Auch das ist nichts kompliziertes, sollte man meinen.

Die Software reisst aber nur durch diese Bilder mal eben 1.5 GB Speicher an sich und reduziert einen Mac Mini zu einer kriechenden Schnecke. Bei jedem Klick in der Navigation in der Software wartet man locker mal 10 oder 15 Minuten, bis die gewählte Seite auftaucht. Die erstellte Datei mit der Site ist übrigens nur 280 KB groß - wieso die dann im Speicher so viel belegt, will ich glaub ich garnicht wissen ...

Zusätzlich bietet es zwar nettes Publishing auf Server - mit einem komfortablen Wizard zur Einrichtung und zur Prüfung. Nur liefert dieser dämliche Wizard bei der Prüfung keinerlei sinnvolle Informationen und bekommt bei einem einfachen SFTP-Connect schon einen Timeout - und zwar auf einen Server, auf dem ich parallel schon in einem Terminalfenster mittels SSH eingelogged bin.

Ein Publishing anderweitig zu realisieren (z.B. in ein lokales Verzeichnis und dann anschließendem Kopieren auf den Server) hab ich mir angesichts der horrenden Speicher- und CPU-Belastung gespart. Deshalb gibts auch keine Aussagen zum generierten HTML.

Sorry, ich versteh ja, daß Karelia die Beta schnell rauskriegen wollte - vor allem in Anbetracht der iWeb Ankündigung. Aber dann sollte man vielleicht draufschreiben, das die Software auf einem Mac Mini komplett unbrauchbar ist. Nichtmal Aperture ist so ein Resourcenschwein ...

FDP spannt sich vor die Musikindustrie

Auch wenn die FDP in der Opposition ist - bei den Urheberrechten spannt sie sich genauso vor die Musikindustrie wie die derzeitige Regierung:

Hans-Joachim Otto, Medienexperte der FDP-Bundestagsfraktion, sieht in einer Kulturflatrate eine "Missachtung des Urheberrechts". "Wer die massenhafte Herstellung rechtswidriger Kopien im Internet durch eine Pauschalzahlung faktisch legalisieren will, hat die Grundsätze des europäischen Urheberrechts nicht verstanden und missachtet die Notwendigkeit eines wirksamen Schutzes kreativer Leistungen", heißt es in einer Mitteilung der FDP-Bundestagsfraktion. Die FDP unterstütze alle Bemühungen, die einer weiteren Stärkung des Urheberrechts im digitalen Kontext und einer Förderung des Respekts vor dem geistigen Eigentum dienen.

Die Haltung der FDP als angebliche Freiheitspartei ist ja auch ganz logisch: lieber alle Benutzer kriminalisiere, bevormunden und gängeln, als eine kaputtgemanagte Industrie mal dazu zwingen, sich mit Realitäten auseinanderzusetzen. Freiheit ist bei der FDP eben nur die Freiheit der Unternehmen, nicht der Bürger.

Plötzlich evangelisch

Keine Kirche!

Ist das nicht toll, wie die Kirche schön dabei hilft, lästige Betriebsräte zu entsorgen? Wirklich faszinierende Methode. Denn Kirchen haben eben nichts mit einer demokratischen Gesellschaft gemeinsam. Und letzten Endes sind sie in ihrer Struktur sogar demokratiefeindlich. Besonders spannend find ich dann so das Vorgehen der Krankenhausleitung:

Eine Woche später habe der Manager der Belegschaft erklärt, das Krankenhaus sei von nun an evangelisch. Die freigestellten Betriebsräte wurden angewiesen, an ihre alten Arbeitsplätze zurückzukehren. Als Altenschmidt und der ebenfalls freigestellte Tobias Michel dem nicht nachkamen, folgte die Abmahnung. Am vergangenen Freitag wurden die Schlösser des Betriebsratsbüros ausgetauscht. Die Akten der Beschäftigtenvertretung mit zum Teil vertraulichen Informationen habe man aber zuvor in Sicherheit bringen können, so Altenschmidt.

Sicherlich wird die Kirche selber das ganze dann wieder ganz toll hinstellen, denn schliesslich hat man ja wieder etwas mehr Einfluß gewonnen - egal wie absurd die Bezeichnung als "kirchlicher Träger" ist. Denn das meiste Geld kommt eh weiter von der öffentlichen Hand. Sieht man auch nett in Münster, in der viel zu viele Schulen und Kindergärten einen angeblich kirchlichen Träger haben - aber die finanzielle Hauptlast weiter bei der Stadt liegt.

Für mich ist die Kirche mit diesem absurden Kirchenrecht - nach dem Mitarbeiter und vor allem auch Mitarbeitervertreter in der Kirche sein müssen und Streitigkeiten zwischen Mitarbeitervertretung und Geschäftsleitung nur vor der ebenso absurden Kirchengerichtsbarkeit vertreten werden können - schlicht verfassungswidrig.

Wie steht es in unserem Grundgesetz, Artikel 3, Absatz 3?

Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

Gilt scheinbar nicht für Kirchen. Und für Manager von Krankenhäusern, die mal eben schnell das Krankenhaus der Kirche schenken, nur um den Betriebsrat loszuwerden.

Sandvox Test Teil 2

Ok, es hat mir natürlich keine Ruhe gelassen, daher hab ich mich mit dem extrem lahmen Teil gequält und das 39-Bilder-Album durch ein 6-Bilder-Album ersetzt. Immer noch langsam, aber dafür wenigstens soweit erträglich, das ich ein lokales Publishing hinbekommen habe und die Files dann von Hand übertragen habe.

Das ist meine tolle Homepage

Was auffällt: der HTML-Code ist tatsächlich einigermaßen brauchbar. Ohne Stylesheet sind die nötigen Skips über die Navigation und den Sidebar drin und es werden tatsächlich auch mehr Tags als nur DIVs benutzt. Allerdings fällt auch auf, das extrem viele DIVs mit vielen Klassen drin sind - im Prinzip ist fast alles gedived. P-Tags und andere logische Strukturierungen sind nicht so viele vorhanden (ok, ich hab ja auch nicht viel Text geschrieben, aber trotzdem würde ich wenigstens einzelne Absätze erwarten). Besser als das HTML von iWeb sieht es aus.

Eine Reihe von Bugs sind auch noch aufgefallen - aber dafür ist es ja eine Beta, das sehe ich nicht so kritisch wie die exorbitante Speicherbelegung. Ich hab übrigens ganz bewusst nur eines der vordefinierten Stylesheets genommen und nicht sehr viel daran geändert. Eine Filmseite hab ich auch mal angelegt, aber irgendwie scheint da noch das wichtigste - die Einbettung des Films - zu fehlen. Jedenfalls hat er meinen Film aus iMovie zwar angeboten, aber nicht übernommen. Naja, so bleibt euch wenigstens mein blödes Gesabbel erspart

Du bist Blöd

Denn du machst blöde Werbung - und fragst nicht mal alle Teilnehmer, ob sie wirklich teilnehmen wollen. Und du gehst gegen Kritiker mit dem Markenrecht vor. Du bist halt ein PR-Debakel ...

Fiddling with iWeb

Wenn eine Software solchen HTML Code erzeugt, dann ist sie definitiv scheisse. Und dabei interessierts mich nicht sonderlich, ob sie von Apple kommt. Sowas ist heute ein absoluter Tiefschlag in Richtung aller, die sich mit semantischer Auszeichnung beschäftigen und aller, die sich mit Accessibility beschäftigen. Ähnlich wie beim PhotoCasting-Debakel zeigt Apple mal wieder, da sie dann doch leider immer mal wieder zu "außen hui, innen pfui" tendieren.

Und ganz ehrlich - nicht nur der Code ist eine Katastrophe, sondern auch die generierten URLs - hat bei Apple noch nie jemand was von menschenwürdigen URLs gehört? Ach, watt frag ich, RSS Enclosures kennen sie ja auch nicht ...

Mehr zu iWebs HTML gibts bei Todd Dominey zu lesen.

Auf Schilys Spuren

Auf Schilys Spuren befindet sich der Innenminister von Schleswig-Holstein. Und greift einmal mehr zu Polemik, weil die Argumente fehlen.

Die Form, in der Innenminister auf Kritik seitens der Datenschützer reagieren, lässt immer mehr eine sachliche Bewertung außer Acht und beschränkt sich darauf, der Polizei und der Strafverfolgung bzw. der Sicherheit im Allgemeinen einen absoluten Vorrang einzuräumen. Datenschutz wird somit als Behinderung der Strafverfolgung gleichgesetzt, an einer Ausbalancierung besteht kein Interesse. Der Maxime "Deutschland soll sicher und frei werden" folgt man insofern, als dass kein Zweifel daran besteht, welche Eigenschaft hier überwiegt. Auch wenn diese Sicherheit stets nur eine Scheinsicherheit darstellen kann.

Und das betrifft nicht nur Schleswig-Holstein, das ist im ganzen Bundesgebiet zu spüren - und in den idiotischen Antritten auf europäischer Ebene. Es geht nicht darum, das dem einzelnen Polizisten unterstellt wird, das er ein Mistkerl sei der nur darauf aus ist seine Mitmenschen auszuspionieren. Es hat nichts damit zu tun, das der Polizei unterstellt würde, das sie nicht verantwortungsvoll mit ihren Mitteln umgeht.

Es geht darum, das der Staat dem Bürger gegenüber eine Machtstellung hat, die aus ganz bewussten Gründen kontrolliert und beschränkt wird - und die Gesetzesinitiativen im Rahmen der Ausweitungen der polizeilichen Gewalt heben diese Kontrolle und Beschränkung auf. Die Polizei ist eben nicht irgendein Dienstleister - sie ist der ausführende Arm der Exekutive - einer der drei Mächte in unserem System. Wir haben schon eine viel zu starke Verbindung von Legislative und Exekutive - jedesmal, wenn sich die Regierung anmaßt die Gesetzgebende Kraft zu sein, wird mir übel. Der Bundestag ist die Legislative, nicht alleine die Regierung (nicht mal alleine die Regierungskoalition).

Die Kontrolle der Möglichkeiten der Mächte und die Beschränkung ihre Macht ist nun mal ein ganz wesentlicher Aspekt eines gesunden Staates. Ein Staat, bei dem die Exekutive zu viel Macht erhält, entfernt sich von dieser Ideallinie, entwickelt sich früher oder später hin zum Poliezeistaat, zum Überwachungsstaat. Es geht nicht einfach nur um banale Behauptungen wie "Datenschutz = Täterschutz" - das ist lächerlich und polemisierend. Es geht um die Rechte des einzelnen Bürgers, um die Möglichkeit der eigenen Lebensgestaltung ohne das ein grosser Bruder ständig über die Schulter guckt. Aber genau das wird in der letzten Zeit immer mehr gemacht - die Installation des großen Bruders.

Datenschützer und Mahner sind nicht einfach bloss weltfremde Spinner, die das Problem nicht sehen wollen - sie sind einfach nur diejenigen, die heute schon sehen was morgen auf uns zukommen wird. Und es ist erschreckend, das wir nur noch recht unzureichend durch das oberste Verfassungsgericht geschützt werden - unzureichend deshalb, weil selbst deren Entscheidungen von Politikern angefeindet und ignoriert werden.

Die Mahnung vor dem übermächtigen Staat ist keine Paranoia, das ist Realismus. Wir hatten den übermächtigen Staat schon häufiger - und eine Inkarnation davon haben wir vor noch garnicht so langer Zeit einfusioniert. Funktioniert hat keiner dieser übermächtigen Staaten wirklich, alle sind zusammengebrochen. Nur mussten die Menschen in diesen Staaten darunter leiden.

Europäisches Schulterklopfen auf Kosten der Bürgerrechte

EU-Parlamentarier rechtfertigen massive Telekommunikationsüberwachung - und können vor lauter Stolz über ihre eigene tolle Leistung kaum ihre Füsse sehen. Nur komisch, das dann immer wieder Kritiker sowas abgeben:

Den Elmshorner Juristen Patrick Breyer, einen der Köpfe der Bürgerrechtsbewegung gegen die Vorratsdatenspeicherung, stellen die Rechtfertigungen nicht zufrieden. Er bezeichnet die vom Parlament erreichten Einschränkungen für "wertlos". Über den Rückgriff auf eine andere Datenschutzrichtlinie dürften die gespeicherten Informationen sehr wohl für andere Zwecke wie Spionage durch Geheimdienste, ungezielte Suche nach Straftaten oder Marketing freigegeben werden, begründet er seine Ansicht. Nachweise dafür, dass durch den Rückgriff auf teilweise schon gespeicherte Verkehrsdaten die Kriminalitätsrate gesunken sei, gebe es nicht. Insgesamt stelle die Richtlinie eine "gravierende Verschlechterung gegenüber der jetzigen Rechtslage" dar.

Aber natürlich sehen wir das sicherlich alle falsch, denn schliesslich:

Reul betrachtet derweil mit dem abgenickten Gesetzesentwurf alle Bedenken der Bürger vor einer langen und untransparenten Vorhaltung ihrer persönlichen Daten für "ausgeräumt".

Also wenn die das als ausgeräumt sieht, dann dürfen wir ja garnicht mehr widersprechen. Wozu wählt man das Pack eigentlich, wenn es einem dann in den Rücken fällt? Putzig auch die wirklich informierten Vergleiche:

Gebhardt begründet die Zustimmung zur pauschalen Überwachung zudem mit zwei Vergleichen: So gebe jeder, der heute einen Brief verschicke, damit auch die dazu gehörenden "Verkehrsdaten" in Form von Absender und Empfänger etwa an den Postboten preis. Jeder Autofahrer müsse sich ferner bewusst sein, dass seine Fahrzeughalterdaten immer schon gespeichert und etwa beim Blitzen an einer roten Ampel ermittelt und für eine Untersuchung herangezogen werden dürften. Dies seien "ausschließlich rechtsstaatliche Praktiken", derer sich die Behörden auch bei der Vorratsdatenspeicherung bedienen würden.

Soso. Also wenn ich das mal auf einen realistischen Vergleich bringen würde: jede Bewegung des Fahrzeuges wird am Startort und Ankunftsort registriert und gespeichert. Jedes Gespräch in der Kneipe wird bezüglich der beteiligten Personen notiert. Jeder Brief wird zentral in einer Datenbank bezüglich Absender und Empfänger gespeichert. Und die Zugriffe können - vorausgesetzt halbwegs zielgeführte Argumentation der Behörden - für fast jeden Zweck erfolgen. Ohne richterlichen Beschluss. Und die Daten müssen auf zwei Jahre aufgehoben werden - ohne Verdachtsmomente.

Komischerweise ist das in der Realität nicht mal mit den Briefen so. Ja, das Postgeheimnis kann per richterlichen Beschluss aufgehoben werden - aber trotzdem gibts da keine zwei Jahre lange Historie, die nur auf Verdacht aufgenommen wird. Bei Fahrzeugen wird zwar der Halter festgehalten - und bei Verstößen auch entsprechend notiert - aber nicht zwingend auf zwei Jahre für fast jede Behörde zugänglich gespeichert. Und es werden eben nur die Verstöße gespeichert - aber nicht jede Bewegung.

Die Internet-Verbindungs-Daten gehen weit über das hinaus, was mit normalen Abhörerlaubnissen verbunden sind. Filesharing-Clients bauen unter Umständen Verbindungen zu x-beliebigen Rechnern auf - mit denen der Besitzer teilweise nichts zu tun hat. eMail-Kommunikationen, die nur auf Absender und Empfänger aufbauen, können von Spam oft nicht unterschieden werden - Viren und Spam fälscht aber nunmal Adressen, weshalb in diesen Datensümpfen Müll ohne Ende stehen wird.

Übrigens fallen auch bei keiner der bisherigen Datensammelanfälle dermaßen gigantische Datenmengen voller Schrott an, wie bei dem jetzt beschlossenen Angriff auf die Privatsphäre.

Und vor allem: wer schützt den Bürger vor der Fehlinterpretation dieser Datensümpfe?

Apples Photocast Format

Apple unterstützt ja jetzt PhotoCasting - und Dave Winer kommentiert das Format. In diesem Fall bin ich absolut seiner Meinung: das Format ist ganz grosse Scheisse. Zum Einen haben sie schon wieder was neues erfunden, anstelle einfach Enclosures zu benutzen (die in RSS ja genau für solche Zwecke da sind), zum Anderen ist der Feed auch noch von vorne bis hinten defekt. Was soll so ein Quatsch?

Jetzt mal ganz ehrlich ...

... wenn ihr euch eine Software installiert, die Musik abspielt. Und diese Software hat eine Funktion, mit der sie euch zu einem gerade laufenden Titel Vorschläge aus dem zur Software gehörigen Internet-Shop Vorschläge für andere Musik macht. Seid ihr dann wirklich darüber erstaunt, wenn ihr hört, das diese Software dazu die Daten des gerade laufenden Songs an den Store übertragt? Egal wie die Software nun heisst?

Sorry, aber diese etwas seltsame Aufregung versteh ich wirklich nicht. Die Funktion, um die es geht, ist ohne Kommunikation mit dem Store doch garnicht realisierbar - es ist zu erwarten, das dafür Daten übermittelt werden, schliesslich kommen ja auch Daten zurück.

Würde iTunes immer die Daten übermitteln, auch wenn dieses alberne Vorschlagsfenster nicht offen ist, dann gäbs Grund zur Aufregung. Aber so halte ich das ganze für reichlich albern - darüber, das eine Funktion das macht, was draufsteht, darüber regt ihr euch auf. Kauft aber eure Musik in einem Store, der eure Kreditkarte, euren generellen Musikgeschmack, eure Bewegung aufzeichnet - und euch für eure gekaufte Musik nur eingeschränkte Rechte einräumt. Aber das ist ja wurscht - hauptsache er überträgt nicht euren gerade gespielten Titel - den ihr warscheinlich per Script sowieso auf eure Webseiten knallt.

Aber sonst gehts noch, ja?

Das kalte Grausen packt einen ...

... wennn man sich anschaut, wie Blair "antisoziales Verhalten" ausrotten will. Klingt eher nach faschistischem Staatsunwesen als nach freier Demokratie. Ich mein, fehlt doch nicht viel: einfach z.B. politische Linke oder Ökos als antisozial abstempeln und unabhängiges Denken als nicht erwünschtes Verhalten einstufen. Überwachung und Bespitzelung gibts demnächst ja schon:

Dass das alles natürlich auch mehr Überwachung bedeutet, macht nicht zuletzt ein Modellversuch in Shoreditch, einem Stadtteil von London, klar. Hier wird ein Kabelfernsehkanal [extern] eingerichtet, der eine breitbandige Internetverbindung, ein digitales Fernsehprogramm und zahlreiche andere Dienste für eine wöchentliche Gebühr von 5 Euro anbietet. Eines der Hauptangebote ist der Zugang zu den lokalen 400 (!) Überwachungskameras. Ab März wird die vom Staat geförderte [extern] Shoreditch Digital Bridge für 1000 Bewohner von zwei Straßen zum Testen geöffnet. Am Ende sollen 20.000 Haushalte angeschlossen sein.

Feeds auf diesem Server

Mal ein paar Anmerkungen zu Feeds auf dieser Kiste - manch einer hat vielleicht noch nicht gemerkt, was meine Software alles so tolles macht

  • Jede Suche, jede Sammlung und jede Übersichtsseite - also Listen getaggter Beiträge, Suchergebnisse, Startseite, Linkdump, Fotoblog - hat einen eigenen RSS Feed.
  • der passende RSS-Feed ist immer in den link-Tags hinterlegt, aber zusätzlich auch unten am Bildrand mit dem kleinen XML-Icon erreichbar
  • Mediendateien enthalten die Mediendatei als Enclosure - also sozusagen integriertes Podcasting (wenn ich es denn täte) und Photocasting (was theoretisch iPhoto 06 User freuen sollte).
  • Tag-Seiten können übrigens mehre Tags zusammen aktivieren: einfach die Tags mit + trennen in der URL. Dann kann man sich auch nur für ein Spezialthema subscriben
  • Die Ergebnisse des Zeitgeistgeklicke - also das Zusammenstellen von Inhaltstypen und Tags - liefert einfach nur eine Suche, daher auch dafür einen eigenen Feed
  • Kommentare sind nicht nur an den Artikeln zu finden, sondern auch über das Forum. Und natürlich haben die auch einen eigenen Feed.

Übrigens hab ich vor kurzem auch den Linkdump und das Photoblog direkt oben im Menü verlinkt - wer also die aktuellen (und älteren) Bilder sehen will, einfach da hinklicken. Der Kalender ist leider noch nicht überall synchron mit dem angezeigten Inhalt - nur die Listen getaggter Beiträge und die Kommentare zeigen schon im Kalender korrekt nur die Tage an, bei denen auch ein entsprechend getaggter Beitrag oder eben ein Kommentar ist. Bei den anderen wird der Kalender immer noch genauso wie auf der Hauptseite angezeigt.

Microsoft behält FAT-Patente

Na klasse, das US-Patentamt bestätigt das Microsoft-Patent auf das FAT Dateisystem:

Im Rahmen seiner Überprüfung (Re-Examination) hatte das Patentamt die Patente wegen "Prior Art" tatsächlich zunächst für vorläufig ungültig erklärt (Non-Final-Ruling). Die jetzt erfolgte Entscheidung ist hingegen endgültig und Microsoft erhält vom USPTO für beide Patente ein so genanntes "Patent Re-Examination Certificate". Das Patentamt habe abschließend festgestellt, dass das FAT-Dateisystem eine Neuentwicklung gewesen und deshalb patentierbar sei, teilte Microsoft weiter mit.

Wir können also abwarten, wann Microsoft das Patent einsetzen wird, um gegen Open Source Software anzugehen, die FAT-Dateisysteme verwendet oder unterstützt.

ProGraph für OS X

Erinnert sich noch jemand an die Dataflow-Language ProGraph? Die, bei der man einfach nur Kästchen verdrahtet hat, aber keinen normalen Code gechrieben hat? Die, bei der Spaghetti-Code noch aus echten verdrehten Bändern besteht? Gabs mal für das alte, klassische Mac OS.

Jetzt gibt es eine Version von Andescotia Software für Mac OS X. Mit 60 Dollar vielleicht nicht gerade ein Schnäppchen für ein obskures Teil Programmiersprachengeschichte, aber irgendwie gefällts mir trotzdem. Mal gucken ob ich da mal Geld für über habe.

Wer mal ProGraph in Aktion sehen will, es gibt ein recht brauchbares Tutorial online. Und natürlich gibt es bei der Wikipedia ein bischen zur Geschichte und Entwicklung.

Nachtrag: natürlich hab ich das Geld über. War ja klar. Bischen zäh, der Download, aber er läuft.

Die Open-Source-Ansätze sind übrigens ausgesprochen verhärmt bisher - und bestehen auf den Webseiten zu einem grösseren Teil aus Geschimpfe, Gejammer und Konfusion.

Was man so mit Arbeitslosen machen kann

Zeigt sich derzeit in Mainz: Mützen auf und durch:

In der Tatsache, daß die neuen Servicekräfte der MVG auch noch eine gelbe Mütze und ein Namensschild tragen sollen, sieht er eine Diskriminierung der Betroffenen, die sich ohnehin in einer Notlage befänden und dann noch gezwungen seien, sich entsprechend öffentlich als Hartz-IV-Opfer zu »outen«.

Es werden also erstmal Menschen zu einer Arbeit gezwungen. Diese Arbeit besteht darin, Service zu bieten - was eigentlich eine normale Aufgabe für die Verkehrsbetriebe wäre und mit normalen Arbeitskräften abgewickelt werden müsste. Es ist also definitiv Konkurrenz zum normalen Arbeitsmarkt, was mit Ein-Euro-Kräften ja eigentlich verboten sein soll. Und dann kriegen diese Kräfte auch noch einen optischen Stempel aufgedrückt, damit sie weithin sichtbar sind. Denken manche Leute auch ab und an mal nach, was sie da treiben?

Mit der sichtbaren Kennzeichnung von Menschen die als "minderwertig" angesehen werden hatte Deutschland ja schon mal Erfahrungen gemacht ...

DotMac nervt

Warum? Weil ich keins hab. Und den Sinn nicht einsehe, als Selberhoster. Aber Apple andauernd Sachen rausbringt, die nur mit DotMac zu benutzen sind - und bei den meisten Programmen nur rudimentäre Export-Features ohne DotMac implementiert. Ich kann ja verstehen, das sie auch mitverdienen wollen - aber DotMac ist mir einfach zu verhärmt, das meiste davon kann ich selber deutlich besser implementieren. Also gebt mir verdammt noch mal eine einfache SFTP-Upload-Möglichkeit und gut is ...

Freie Alternative zu Flash?

Gnash ist ein GNU-Projekt zur Implementierung eines Flash-Clients unter GPL. Sehr interessante Sache - besonders interessant wird, wie die Reaktion von Adobe darauf aussehen wird. Ich hätte ja nix gegen ein bischen Vielfalt in dem Bereich einzuwenden, auch wenn ich normalerweise nicht so der Flash-Fan bin.

Gerade einen Schreck gekriegt ...

... aber ist nur halb so schlimm. der neue Core Duo Mac ist ein iMac, nicht ein Mac Mini. Watt schert mich das Stromfressende Display mit eingebautem Rechner, ich steh auf stromsparende Keksdosen. Puh. Nochmal Glück gehabt, dachte schon mein Standardproblem - ich kauf was und kurze Zeit später ist es besser, schneller oder billiger zu haben - hat wieder zugeschlagen

Das MacBook mit Core Duo klingt übrigens richtig gut.

Kann mir bitte mal jemand erklären ...

... wieso ich immer bei irgendwelchen GUI-Editoren für Websites das dringende Bedürfnis habe, es auszuprobieren? Ich mein, das ist doch hochgradig bescheuert - ich programmiere Content Management Systeme. Ich baue Portalsysteme. Ich verdien mein verdammtes Geld mit solchem Kram. Und trotzdem - wenn sich sowas wie SandVox oder iWeb zeigt, will ich es ausprobieren. Scheitere dann natürlich grundsätzlich daran, das ich selber nicht GUI-kompatibel denke und komme mir blöd vor.

Man sollte meinen, mit fast 40 Jahren müsste ich mitlerweile kapiert haben, das ich von Design und Layout keinen blassen Schimmer habe und in GUI-Editoren für Content grundsätzlich immer an mir selber scheitere. Also könnte ich doch einfach mal aufhören, mir jeden Mist runterzuladen und auszuprobieren. Aber nein, was läuft im Hintergrund? Der SandVox Download ...

Nunja, zumindestens hab ich nicht das Problem von Karelia, die zum zweiten Mal wohl von der Dampflock Apple überrollt werden mit ihrem neuesten Produkt

Lightroom - erste Tests

Ich hab mir mal von Adobe die public Beta von Lightroom heruntergeladen und sie ausprobiert. Wow. Ich muss sagen, ich bin begeistert. Dieser Beitrag liefert einen ersten Eindruck von mir über diese Software. Wobei ich schon vorweg sagen kann: aufgrund der frei zugänglichen Beta sollte sich jeder Digi-SLR-Besitzer mit Mac das Teil mal holen und einen Testflug machen.

Das für mich wichtigste: die Software ist selbst auf einem Mac Mini gut benutzbar - zwar sind manche Aktionen etwas träger als man sich vielleicht wünscht, andererseits muss man ja nunmal berücksichtigen, das RAW-Bilder life bearbeitet werden.

Was mir auf Anhieb gefällt: man kann Fensterrahmen und Menü wegblenden, kann die Bedienelemente dimmen und sich so voll auf die Bildinhalte konzentrieren. Dazu gibt es eine ganze Reihe Werkzeuge die einen sehr guten ersten Eindruck machen - besonders angetan hat es mir der Graustufenmixer, mit dem man sehr einfach die Kontrasverteilung auf die verschiedenen Farbbereiche einstellen kann. Wesentlich einfacher als mit dem Kanalmixer im Photoshop. Schade, das man den gewünschten Modus für die Anzeige nicht in den Einstellungen festlegen kann - das Programm startet immer mit dem Standardlayout.

Trotzdem macht das ganze Programm an vielen Stellen den Eindruck, als ob sich da endlich mal jemand mit der streckenweise doch ziemlich garstigen Useability von Photoshop auseinandergesetzt hat. Lichter und Schatten einstellen ist zum Beispiel deutlich einfacher, ohne das man gleich Gefahr läuft, das Bildergebnis zu schrotten. Das Histogramm ist endlich mal wirklich seinen Namen wert und liefert prompte und sinnvolle Informationen zu Veränderungen (und es lügt nicht so stark wie das Histogramm von Aperture).

Der Browser für die Bildersammlungen ist recht anständig - die Features von iView Media Pro sind zwar teilweise vollständiger, aber Lightroom ist schon deutlich besser als mit dem Browser von Photoshop oder manchem anderen eher einfachen Tool (z.B. die Mac-Version von ACDSee) an die Bilder zu gehen. Allerdings ist die Schlagwortvergabe doch noch recht verhärmt - man legt ein neues Schlagwort an, ohne Vervollständigung oder ähnliches, und weist das dann per zieh-und-plumps einem oder mehreren Bildern zu. Da kann iView Media Pro wirklich deutlich mehr bieten. Ausserdem wird neben Schlagwörtern keine Anzahl von zugewiesenen Bildern angezeigt, obwohl an allen anderen Stellen Anzahlen stehen.

Sehr nett ist auf jeden Fall die Wahlfreiheit beim Bildimport: man kann Ordner indizieren, die dann am alten Fleck liegen bleiben, oder Bilder in eine zentrale Bildablage verschieben oder kopieren (und somit gleich einen Backup zu machen). Und das wirklich nette: beim Übernehmen in die zentrale Ablage kann man gleich die Bilder nach DNG konvertieren lassen, so das man die herstellerspezifischen Formate loswird - aber eben ohne Informationsverluste. Und man kann das ganze gut mixen - man kann also Teilweise Bilder auf externen Platten belassen, oder auch in die zentrale Ablage ziehen. Blöd ist allerdings, das man die Bilder nicht zwischen den Ablagen über Lightroom verschieben kann - ein Bild das wo liegt bleibt besser dort liegen, sonst guckt Lightroom blöd.

Die Geschwindigkeit ist nicht nur bei der Bearbeitung ok, auch das Importieren und Exportieren geht mit anständiger Geschwindigkeit von statten. Allerdings sollte man die Speicheranforderung berücksichtigen - auf einem Mac Mini bietet es sich an möglichst andere Programme zu beenden, um den mit 1 GB doch recht knappen Speicher der kleinen Keksdose komplett für Lightroom nutzen zu können. Es wird es einem danken!

Natürlich fehlt noch einiges - ist ja schliesslich eine Beta. Was mir spontan fehlte: es gibt kein Tool, mit dem man Ausschnitte aus dem Bild ziehen könnte. Das wird aber sicherlich noch kommen, sowas nicht mit einzubauen wäre dann doch arg peinlich. Ebenfalls wäre es sehr schön, wenn Lightroom eine Downsizing/Upsizing Funktion bekommen würde, mit der man Bilder dann qualitativ brauchbar auf Druckformate umsetzen kann. Damit würde Lightsource potentiell bei mir iView Media Pro, Raw Developer und Size Fixer ablösen können.

Auf jeden Fall ist es eine knallharte Konkurrenz zu Aperture und iView Media Pro - von daher ist zu erwarten, das da endlich mal ein bischen mehr Bewegung in die Bildverwaltungen speziell für Fotografen kommt. Bleibt noch die Frage, was der Spaß kosten wird, wenn er Ende des Jahres als Produkt erhältlich sein wird. Und wie sich die Betas in der Zwischenzeit entwickeln.